• 11.10.2020 13:21 | von Damian Becker

    Unternehmensgruppe Adcada ist zahlungsunfähig

    FMA und BaFin warnten Anleger vor den Wertpapieren von Adcada. Nun resultierten die Tätigkeiten des Unternehmens in der Insolvenz.

    Die Adcada ist eine Unternehmensgruppe aus Bentwisch bei Rostock mit zwei Tochtergesellschaften in Liechtenstein. Dieses Jahr sorgte es mit einem lukrativen und zugleich kuriosen Angebot für Aufsehen: Mit einer Verzinsung von 12 Prozent konnte sich ein Anleger Anleihen zur Produktion von  12 Millionen Schutzmasken kaufen. Die Finanzaufsicht Liechtenstein (FMA) und die deutsche Finanzaufsicht, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), warnten jeweils vor verschiedenen Wertpapieren des Unternehmens. Nun hat Adcada Insolvenz angemeldet.

    Die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft ermittelt
    Staatsanwalt Robert Wallner bestätigte im Mai, dass die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein aufgrund einer Anzeige der FMA ermittelt. Auch die deutsche Staatsanwaltschaft leitete eine Strafverfolgung gegen das Unternehmen ein. Der Grund liegt in den Anleihen, die das Unternehmen anbietet, obwohl es über keine gebilligten Wertpapierprospekte verfüge. Laut FMA ist ein solcher Prospekt essenziell: «Ein öffentliches Angebot von Wertpapieren darf nur erfolgen, wenn der Anbieter vorher einen gebilligten Wertpapierprospekt veröffentlicht hat.» Diese Geschäftstätigkeit wurde Adcada, welche verschiedene Firmen in den Bereichen Mode, Immobilien und Geldanlagen leitet, zum Verhängnis. Die BaFin ordnete im März an, dass das Unternehmen eine Anleihe auf Immobilien einzustellen habe und den Investoren ihr Geld zurückzahlen müsse. Gemäss «Ostsee-Zeitung» sagt der Adcada-Anwalt, die BaFin habe «die Rückabwicklung von Verträgen im Umfang von rund 1,44 Millionen Euro angeordnet». Ein Betrag, den Adcada nicht stemmen kann. Anlegern könnte somit ein Totalverlust drohen. 
    Die Schuld für die Insolvenz schiebt das Unternehmen jedoch der BaFin in die Schuhe. Diese habe jegliche Gesprächsbereitschaft missen lassen, die wirtschaftlichen Interessen aller Beteiligten nicht in Betracht gezogen und keine Frist gesetzt, in der eine Rückzahlung möglich gewesen wäre, behauptet das Unternehmen. Das BaFin dementiert die Anschuldigungen gemäss «Handelszeitung»: Das Unternehmen habe mehr als genug Zeit gehabt, um die Gelder zurückzuzahlen. Rückzahlung sei zudem keine Verhandlungssache. 

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