• 16.01.2021 18:00 | von Oliver Beck

    Startschuss für regionale Bestell-App ist gefallen

    «Lokali Essa» ist nun im App Store und im Play Store verfügbar. Noch ist das Angebot klein.

    In Liechtenstein, Werdenberg, Sarganserland und Bündner Herrschaft kann knurrenden Mägen mit einer neuen App beigekommen werden. Seit Sonntagabend steht «Lokali Essa», ein Produkt der liechtensteinischen Sparq GmbH, im App Store respektive im Play Store zum kostenlosen Download bereit. Die Applikation hat letztlich zum Ziel, «hungrige Kunden mit tollen Restaurants» zusammenzuführen, fasst Mitentwickler Kevin Gabathuler zusammen. Erstere sollen über Lokali Essa einen schnellen Überblick über Take-away-Angebote und Lieferservices in der näheren Umgebung erhalten und das Menü ihrer Wahl im Zuge dessen auch gleich via App bestellen können. Eine integrierte Bezahlfunktion ist aktuell nicht vorgesehen. Den Gastronomiebetrieben wiederum wird die Möglichkeit geboten, «sich ohne grossen Mehraufwand und ohne zusätzliche Geräte (...) anzumelden und Bestellungen entgegenzunehmen», so Gabathuler. Ein gerade in den aktuell wirtschaftlich schweren Zeiten mitunter wertvoller weiterer Absatz­kanal. Das hoffen nicht zuletzt auch die ­Macher selbst, die von Beginn weg betont hatten, mit Lokali Essa die von der Coronapandemie gebeutelte Branche unterstützen zu wollen.

    Einmonatige Testphase bringt wichtige Erkenntnisse
    Der Lancierung der App vorausgegangen ist eine gut einmonatige Testphase, in welche 30 Kunden sowie neun Restaurants involviert waren. «Dabei war uns der enge Kontakt mit beiden Seiten enorm wichtig, um aktiv Feedback zu den Funktionen, Abläufen, Eindrücken etc. zu erhalten», berichtet Gabathuler. Die auf diese Weise gewonnenen Erkenntnisse, ergänzt er, seien fraglos eines der wichtigsten Elemente im Zyklus der digitalen Produktentwicklung. Neben diversen kleineren Ansatzpunkten hat sich im Zuge dessen eine zentrale Herausforderung herauskristallisiert, wie Gabathulers Mitstreiter Niklas Frick herausstreicht: «Eine Lösung zu finden, welche ein Restaurantbesitzer einfach, ohne grossen Aufwand in sein Tagesgeschäft aufnehmen kann, und dafür zu sorgen, dass die Bestellungen der Kunden so zeitnah wie möglich bearbeitet werden können, war nicht ganz einfach.»

    Native-App statt einer webbasierten Lösung
    Als Reaktion darauf entschieden Gabathuler, Frick und der in den Entwicklungsprozess temporär ebenfalls eingebundene Jonathan Lindner, vom ursprünglichen Plan, Lokali Essa ausschliesslich als webbasierte App anzubieten, Abstand zu nehmen und stattdessen auf eine sogenannte Native-App zu setzen. Für die Testphase, betont Gabathuler, sei eine Web-Applikation sicher der passende Ansatz gewesen. Damals sei es schliesslich primär darum gegangen, möglichst rasch wichtige Erkenntnisse zu generieren. Und eine Web-App sei nun einmal schneller zu realisieren als eine Native-App. Die vielen Probeläufe führten dem Sparc-Team dann jedoch bald vor Augen, dass es um die Anwenderfreundlichkeit einer Web-Lösung nicht unbedingt zum Besten bestellt ist. «Wir haben festgestellt, dass Kunden und Restaurants einfacher und besser mit einer App aus dem App Store respektive Play Store arbeiten», erzählt Frick. Zum einen gestalte sich allein schon die Installation simpler. Zum anderen sei das Konzept einer nativen App-Lösung auch einfach weiter verbreitet. Oder anders: Die Menschen sind damit vertrauter.

    Neben diesem auf der technischen Ebene vollzogenen Kurswechsel gingen die Verantwortlichen auch in monetärer Hinsicht nochmals über die Bücher. Mit dem Ergebnis, dass die Nutzung der App für Kunden, vor allem aber für die Gastronomen definitiv auf lange Sicht mit keinerlei Ausgaben verbunden sein wird. Ziel sei es, der regionalen Gastronomie bestmöglich zu helfen, ihr folglich also auch keine weiteren Kosten aufzuerlegen, betont Frick. «Deshalb haben wir uns entschlossen, die App mittel- bis langfristig durch Sponsorings und Werbeplatzierungen zu finanzieren.» Bestärkt wurden die Jungunternehmer in ihrer Entscheidung zudem durch den Umstand, dass Lokali Essa «als digitales Produkt sehr schlank» aufgestellt und darüber hinaus auch nicht als Bestandteil des Hauptgeschäfts anzusehen sei, wie Frick ergänzt. «Wir erbringen primär Auftragsleistungen im Bereich digitale Produktentwicklung für Dritte.»

    Auf der Angebotsseite gibt es noch viel Luft nach oben
    Was Gabathuler und Frick selbstverständlich nicht daran hindern soll, ihre Bestell-App zielgerichtet weiterzuentwickeln. Die Hauptbaustelle bildet hierbei definitiv das aktuell noch sehr überschaubare Angebot. Zum jetzigen Zeitpunkt sind bei Lokali Essa lediglich sieben Betriebe – sechs aus Liechtenstein, ein weiterer aus Sennwald – gelistet. Hinzu kommen einige wenige, die derzeit geschlossen sind und nach ihrer Wiedereröffnung hinzugefügt werden sollen. Aufgrund der Coronamassnahmen, erklärt Gabathuler, habe sich das Aktivieren zusätzlicher Restaurants ziemlich schwieriger gestaltet, als zu Beginn gedacht. Der gestrige Bundesratsentscheid, nach welchem die Schweizer Gastronomie bis Ende Februar geschlossen bleibt, macht diese Aufgabe bis auf Weiteres sicher nicht einfacher. Zumal es als sehr wahrscheinlich gilt, dass Liechtenstein zur Vermeidung eines Regelungsgefälles hier nachziehen wird. Gleichwohl hoffen die beiden Jungunternehmer, bald die nächsten Zugänge auf Lokali Essa begrüssen zu können, wie Gabathuler sagt: «Unser Ziel ist es, in den kommenden Wochen weitere Restaurants in den bestehenden Regionen aufzunehmen und das Angebot für Kunden somit zu erhöhen respektive zu verdichten.»

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