• 21.10.2020 16:00 | von Dorothea Alber

    Mindestens 130 Swarovski-Mitarbeiter verlieren ihren Job

    Swarovski richtet sein Geschäft derzeit unter der Führung von CEO Robert Buchbauer neu aus. Im Zuge dessen wird es auch zu einem massiven Einschnitt am Standort Triesen kommen. In einem ersten Schritt müssen 13 Mitarbeiter gehen; in den nächsten zwei Jahren werden mindestens 130 Jobs verschwinden. Das entspricht einem Drittel der Belegschaft.

    Grosse Einschnitte stehen am Standort der Swarovski in Triesen bevor, weil das Logistikzentrum in die EU verlagert wird. Das bedeutet konkret, dass ein grosser Teil der Mitarbeiter, die heute Bestellungen verpacken und versenden, künftig nicht mehr gebraucht werden. Heute wurden die Angestellten in Triesen über die strukturellen Veränderungen informiert. «Mit diesem Umzug wird der Grossteil der Mitarbeiter des Logistik-Service-Centers ihre Rolle verlieren, auch unterstützende Funktionen werden bis zu einem gewissen Grad betroffen sein», teilte Swarovski mit.

    Wie viele Mitarbeiter genau ihren Job verlieren werden, konnte das Unternehmen noch nicht sagen. Fest steht aber: Von den insgesamt 390 Mitarbeitern arbeiten 200 im Logistikzentrum – wovon mindestens 130 den Job verlieren werden. Es gebe zwar einen Sozialplan, doch wie hoch die finanzielle Unterstützung durch die geplanten Abfindungen sein wird, konnte eine Sprecherin auf Anfrage nicht sagen.  

    Das Logistikzentrum wird in der EU – nahe bei einem wichtigen Transportdrehkreuz – angesiedelt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. In welchem Land dies sein wird, stehe noch nicht fest. Wie die Sprecherin auf Anfrage erklärte, stehe das Unternehmen noch in Verhandlungen – auch mit Drittpartnern.  Der gesamte Transfer werde 18 bis 24 Monate dauern.

    Insofern ist der Abbau jeder einzelnen Stelle – vor allem natürlich in Triesen –  äusserst bedauerlich. 

     

    Was bleibt von Swarovski in Triesen also übrig? Das globale Supply Chain Management Headoffice bleibt in Triesen angesiedelt, wie auch Mitarbeitende aus anderen Geschäftsbereichen. Von der Nachricht betroffen zeigte sich auch Daniela Wellenzohn-Erne als Vorsteherin von Triesen. «Jeder Arbeitsplatzverlust ist eng mit persönlichen Schicksalen verknüpft. Insofern ist der Abbau jeder einzelnen Stelle – vor allem natürlich in Triesen -  äusserst bedauerlich».

    Die laufenden Gespräche mit Swarovski hätten aber klar ergeben, dass der Standort Triesen als solcher nicht in Frage gestellt ist, allerdings mit grösseren Veränderungen zu rechnen ist. Die Gemeinde baue weiterhin auf einen engen und offenen Informationsaustausch mit der Swarovski und vertraue darauf, dass für betroffene Mitarbeitende gute und verträgliche Lösungen gefunden werden. 

    Betroffene erhalten Unterstützung
    Ein Stellenabbau des Konzerns weltweit war bereits vor der Pandemie geplant. Die Corona-Krise verschärft die Situation, da sie den internationalen Markt für Luxusgüter schwer getroffen hat. Auch das Kristallgeschäft von Swarovski musste im Jahr 2020 starke Rückgänge bei den Verkäufen verzeichnen, die sich auf 35 Prozent belaufen.  Dies führt bereits im Jahr 2020 zu notwendigen Anpassungen und wird 13 Mitarbeitende betreffen.

    Für die Betroffenen bietet Swarovski professionelle Outplacement-Betreuung an und unterstützt sie auch finanziell. «Ziel ist es, in diesen schwierigen Zeiten die bestmögliche Unterstützung zu geben und die Veränderungen verantwortungsvoll und behutsam zu begleiten, immer im Einklang mit den Werten von Swarovski», teilt das Unternehmen mit. 

    Konzernweit will Swarovski 6000 Mitarbeiter abbauen. Mit Jahresende sollen 1.000 Beschäftigungsverhältnisse am Standort Wattens aufgelöst werden. Bis 2022 sollen nochmals 600 Stellen in Trol abgebaut werden. 

     

     

     

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