• 26.02.2021 09:53 | von Dorothea Alber

    LIHK fordert Corona-Tests in den Unternehmen

    Die Signale aus der Politik hindern die Industrie nicht an einem erneuten Appell.

    Liechtenstein soll seine Testkapazitäten erhöhen, wie Brigitte Haas als ­Geschäftsführerin der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer bereits zum zweiten Mal seit Jahresbeginn betont. «Da in den letzten Monaten neue Möglichkeiten aufkamen, die mehr und schnellere Tests erlauben, wäre es angebracht, das bisherige Testregime in unserem Land zu überdenken.»

    Haas verweist dabei auf die steigende Zahl Schweizer Kantone, die auf Massentests setzen, um lokale Infektionsausbrüche frühzeitig zu erkennen und einzudämmen. Konkret denkt sie an Spuck-Schnelltests, die Laien selbst durchführen können, und wünscht sich von der Regierung, diese in den Betrieben zu ermöglichen.

    Doch bislang blieben die Forderungen ungehört. Im Kanton Baselland übernimmt die öffentliche Hand sogar die Finanzierung der Tests, wie Haas ergänzt. Auch in der Ostschweiz gibt die Industrie- und Handelskammer (IHK) St. Gallen-Appenzell nicht auf und fordert erneut freiwillige Betriebstestungen mit PCR-Spucktests als weiteren Pfeiler in die Strategie des Kantons St. Gallen. Unternehmen sollen als Akteur einer ambitionierten Teststrategie massgeblich zur Bewältigung der Pandemie beitragen: «Die Bereitschaft bei den Unternehmen, hier Verantwor­tung zu übernehmen, ist spürbar vorhanden. Voraussetzungen sind eine einfache Logistik, die Kostenübernahme durch den Kanton und eine klare Kommunikation», so Markus Bänziger von der IHK. 

    Schweizer Verbände üben scharfe Kritik an den Lockerungen
    Die IHK zeigte sich enttäuscht: Statt mit präventivem Testen eine Rückkehr zu wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Leben zu ermöglichen, übt man sich in einer defensiven Haltung. Die auf Symptomen basierende Teststrategie, wie sie der Kanton St. Gallen fährt, sei hingegen «auf einem Auge blind», weil sie asymptomatische Personen nicht erfasst. 

    Die Wirtschaftsverbände in der Schweiz schlugen zuletzt generell einen schärferen Ton an. Für Economiesuisse sind die Lockerungen des Bundesrates ungenügend. Obwohl die Fallzahlen deutlich gesunken und die Intensivstationen nicht mehr an der Belastungsgrenze seien, verzichte er auf wichtige Öffnungsschritte. Kritische Worte fand der Verband auch für die anhaltende Homeoffice-Pflicht. Der Schweizerische Gewerbeverband fordert die vollständige Öffnung der Wirtschaft mit gezielten Schutzmassnahmen. Vor allem der fortgesetzte Gastro-Lockdown sorgt für Unmut. Man sei «frustriert und bitter enttäuscht», sagte Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse. Schaden und Nutzen stünden in keinem Verhältnis.  In Liechtenstein zeigen sich die Verbände hingegen bisher zurückhaltend mit Kritik. 

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