• 20.10.2020 05:16 | von Manuela Schädler

    Liechtensteiner Unternehmen führen Maskenpflicht ein

    Zurück ins Homeoffice und Maskenpflicht im Betrieb: Grossunternehmen ordnen im Kampf gegen das Coronavirus verschiedene Massnahmen an.

    Nicht nur die Regierung reagiert auf die steigenden Covid-19-Fallzahlen, auch die liechtensteinischen Unternehmen passen ihre Massnahmen an, wie eine Umfrage zeigt. Dabei spielt das Homeoffice eine grosse Rolle. Denn der Schweizer Bundesrat hat am Sonntag empfohlen, wenn immer möglich das Arbeiten von Zuhause aus zu ermöglichen. Gestern wurde bekannt, dass in der Schweiz mehrere Unternehmen wie die Grossbanken UBS und Credit Suisse eine Maskenpflicht erlassen haben. Auch in Liechtenstein setzen einige Unternehmen auf eine generelle Maskenpflicht. Die Masken werden in der Regel den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt.

    Maske, sobald der Arbeitsplatz verlassen wird
    Die Liechtensteinische Post AG etwa hat seit gestern eine allgemeine Maskenpflicht im Betriebszentrum in Schaan erlassen. Alle Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten, die sich im Gebäude bewegen, müssen eine Hygienemasken tragen. Nur am Arbeitsplatz darf sie ausgezogen werden, sofern der Abstand von anderthalb Meter eingehalten werden kann. 

    Auch in den zwei Banken LGT und VPB wird das Prinzip «on the move» eingeführt. Das heisst: in den Bankgebäuden, bei der LGT seit gestern, gilt eine Maskenpflicht. Nur am Arbeitsplatz, am Esstisch oder in einem Meeting darf der Mund-Nasenschutz ausgezogen werden. Aber auch hier gilt: Nur wenn der Mindestabstand gewährleistet ist. Wie die LGT und die Post mitteilen, würden die Mitarbeiter die neue Regel akzeptieren und die Massnahme mittragen. «Auch wenn es eine Belastung für sie ist, verstehen sie die Weisung», sagt Wolfgang Strunk von der Post.

    Die Liechtensteinische Landesbank erarbeitet ebenfalls weitergehende Massnahmen, nachdem sie bereits Mitte September Verschärfungen wie die Erhöhung der Homeoffice-Quote oder Teamsplittung erlassen hatte. Die neuen Massnahmen werden in den nächsten Tagen den Mitarbeitern kommuniziert. Die Thyssenkrupp Presta AG führt ab morgen verschärfte Regeln ein: Maskenpflicht auf dem gesamten Unternehmergelände, in allen Begegnungszonen, beim Betreten von Pausenräumen und beim Verlassen des Arbeitsplatzes. Am Arbeitsplatz selbst muss kein Mund-Nasenschutz getragen werden.

    Homeofficequote wird wieder erhöht
    Doch nicht alle Unternehmen, die angefragt wurden, führen ein Obligatorium für Masken ein. «Von einer generellen Maskenpflicht möchten wir im Moment absehen», schriebt die Ivoclar Vivadent AG. Auch bei der Hilti AG gibt es derzeit keine allgemeine Maskenpflicht – ausser wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. «Aber wir behalten uns diesen Schritt vor, sollte sich die allgemeine Lage weiter verschlechtern», teilt der Konzern mit.

    Viele der befragten Unternehmen haben ihre Homeoffice-Quote wieder erhöht: Die VP Bank beispielsweise auf bis zu 50 Prozent. Auch die Hilti AG hat ihre Mitarbeiter gebeten, wieder öfters zuhause zu arbeiten und Meetings vermehrt virtuell abzuhalten. Externe Gäste werden in der Hilti vorläufig nur in Ausnahmefällen erlaubt.

    Die LGT will ebenfalls wieder stärker auf Homeoffice setzen und hat entschieden, dass es keine Weihnachtsessen geben wird. Die Thyssenkrupp Presta setzt auf eine offene Homeoffice-Regelung: Jedes Team kann selbst entscheiden, ob aus von zuhause aus oder im Büro, beziehungsweise in «Schichten» arbeiten möchte.

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