• 23.10.2020 06:00 | von Jeremias Büchel

    Liechtensteiner bei TV-Show «Höhle der Löwen»

    Der Liechtensteiner Thomas Inhelder sicherte sich bei der TV-Sendung «Höhle der Löwen» Hunderttausende Franken, die er nicht benötigte.

    Diesen Herbst wird in der Schweiz auf TV24 die zweite Staffel der Show «Höhle der Löwen» gezeigt. In der Fernsehsendung buhlen Jungunternehmer um das Geld von fünf Investoren. Unter den Start-ups ist auch Yokoy, bei welchem der Liechtensteiner Thomas Inhelder Mitgründer ist. Inhelders Mutter stammt aus Ruggell, aufgewachsen ist er gleich über dem Rhein in Sennwald. Seine berufliche Laufbahn startete er als Banklehrling bei der VP Bank in Vaduz.

    Am Dienstag hatte Inhelders Jungunternehmen den grossen Auftritt bei der «Höhle der Löwen», als den Investoren die Geschäftsidee von Yokoy präsentiert wurde. Dabei setzen die Jungunternehmer auf künstliche Intelligenz. Damit lösen sie ein altbekanntes Problem der Spesenabrechnung: Dem mühsamen Zettelsalat und Erfassen von diversen Positionen wie Mehrwertsteuer, zugehöriges Konto, Spesengrund und so weiter. «Der Prozess ist ganz einfach: Man macht mit der App ein Foto von einer Quittung und innerhalb von fünf Sekunden erfasst das System die Spesen und verbucht sie auch gleich im richtigen Konto», erklärt Inhelder die Innovation des Unternehmens. «Der Mitarbeitende kann danach den Zettel entsorgen, die Spesen sind erfasst, inklusive richtiger Zuordnung der Mehrwertsteuer und Spesengrund.»

    Den Investoren in der Fernsehshow gefällt der Ansatz. «Ich reise viel und entsprechend viele ­Spesen fallen an. Mit dem Erfassen der Ausgaben ist eine Sekretärin gerne ­einen halben Tag im Monat beschäftigt», sagte Löwe Tobias Reichmuth, Gründer der Vermögensverwaltungsgesellschaft «Susi-Partners AG». Auch den anderen Investoren gefällt die Geschäftsidee. Sie kam sogar so gut an, dass gleich alle fünf zwischen 250 000 und 500 000 Franken für eine kleine Beteiligung am Unternehmen investieren wollten. «Wir mussten dann im Team entscheiden, mit welchem Investor wir zusammenarbeiten möchten», sagt Inhelder.

    Geld auf einem anderem Kanal bekommen
    Die Wahl viel auf Reichmuth. «Er ist im Bereich der Vermögensverwaltung und im Krypto-Business gut vernetzt», sagt Inhelder. Man habe sich von der Zusammenarbeit mit Reichmuth erhofft, in diesen Bereichen besser Fuss fassen zu können.

    Doch so weit kam es gar nicht. «Kurze Zeit nach den Aufnahmen zur Sendung im Februar 2020 konnten wir über Swisscom Ventures und SIX-Group eine Seed-Finanzierung von 1,7 Millionen Franken sichern», sagt Inhelder. Deshalb sei Reichmuth nicht bei Yokoy im Boot. «Er hat sich aber bereit erklärt, bei einer zweiten Finanzierungswelle mitzumachen.» Seit der Aufzeichnung der diese Woche ausgestrahlten Sendung ist viel passiert. Damals, vor acht Monaten, hiess Yokoy noch Expense Robot. Mittlerweile hat das Start-up nicht nur den Namen geändert. Es hat eine eigene Firmenkreditkarte als weiteres Produkt im Portfolio. Zu den Kunden zählen unter anderem Stadler, Hero, Käge, Swissquote und auch Liechtensteiner Unternehmen wie etwa Neutrik aus Schaan. «Seit der Ausstrahlung der Sendung sind mehrere grössere KMU auf unser Produkt aufmerksam geworden», freut sich Inhelder.

    Weitere Infos unter www.yokoy.ai/de.

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