• 25.11.2020 06:00

    Gastronomen erleben eine Welle der Solidarität

    Geschenkkarten und Take-away-Aktionen von Firmen machen den Wirten Mut.

    Es war eine bittere Pille für die Gastronomen des Landes, die Ende Oktober schliessen mussten. Die Regierung ortete gemeinsame Essen als Gefahr. «Wenn ein Infizierter am Tisch sitzt, steckt er zwei bis drei weitere Personen an», sagte Mauro Pedrazzini. Seitdem ruhte die Hoffnung der Gastronomen auf den staatlichen Winterhilfen und auf den Gästen, die auf Take-away ausweichen. Obwohl es für viele Betriebe ums Überleben geht, ist die Freude  über die Solidarität umso grösser, welche die Gastronomie derzeit erfährt. Die Gutscheinkarte des Liechtensteiner Hotel- und Gastronomieverbands (LHGV) kommt an. «Über 1000 Karten wurden bereits aufgeladen und verschenkt», sagt Walter Hagen als LHGV-Präsident auf Anfrage.

    «Weitere 4000 Geschenkkarten bestellt»
    Im Schnitt sind es pro Karte rund 100 bis 150 Franken, die in Form eines Gutscheines den Besitzer wechseln. Weil die meisten Weihnachtsfeiern ins Wasser fallen, nutzen viele Firmen die Geschenkkarten als Ersatz für das Mitarbeiterfest. Unabhängig davon, wann die Gastronomen wieder ihre Türen öffnen dürfen, hat Walter Hagen weitere 4000 Geschenkkarten bestellt, 730 davon sind bereits reserviert und werden am Donnerstag aufgeladen. «Wir sind sehr dankbar und überwältigt», sagt der Gastronom. Die Entscheidung der Regierung, wann die Wirte ihre Arbeit wieder aufnehmen können, wird für heute erwartet.

    «Die Aktion sorgt genau jetzt für Umsatz»
    Auch Unternehmen wollen die Gastronomie in dieser harten Zeit nicht alleine lassen. Andreas Kollmann als Chef der Firma Speedcom in Schaan hat seine Weihnachtsfeier noch vor dem Gastro-Lockdown abgesagt. «Ich denke, das wäre in dieser Zeit das falsche Signal gewesen», sagt er. Stattdessen nutzt er das Budget anderweitig, um die Rechnung für das Mittagessen der Mitarbeiter zu übernehmen, die ein Take-away-Angebot nutzen. «Wir akzeptieren aber nur Rechnungen aus Liechtenstein», stellt der Unternehmer klar. Für die angeschlagenen Wirte sei das nur ein kleiner Beitrag, dennoch ist laut Kollmann ein «schöner» Betrag zusammengekommen. Die Jeeves Group hat die gleiche Aktion ins Leben gerufen. «Die Idee habe ich bei der Speedcom gesehen, kopiert und ebenfalls zum Nachahmen aufgerufen», sagt Alex Jeeves, der Geschäftsführer des Finanzdienstleisters. Das Angebot werde bei den Mitarbeitern rege genutzt. «Mir gefiel an der Idee, dass es genau in der Lockdownphase für Umsatz sorgt», sagt Jeeves. Bei Gutscheinen könne ein Problem sein, dass diese eventuell erst viel später – nach dem Lockdown – eingelöst werden. Auch die Winterhilfen für die Wirte werden erst Anfang des neuen Jahres ausbezahlt.

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