• 26.02.2021 07:00 | von Dorothea Alber

    «Für die Hotels im Tal ist es fatal»

    Anja Schatzmann will trotz der schwierigen Situation optimistisch bleiben. Dennoch: Die Pandemie hat Hoteliers im Tal mit voller Wucht getroffen.

    Anja Schatzmann leitet ein Hotel in Triesen, das sie von ihren Eltern vor ­einigen Jahren übernommen hat. Vor der Krise lief alles in seinen gewohnten Bahnen: Das kleine Hotel war gefragt und gut gebucht. Umso schwieriger war der Moment im vergangenen Frühling, als das Hotel samt Restaurant mit voller Wucht von den behördlichen Massnahmen im Zuge der Pandemie getroffen wurde. «Wir leben von den Geschäftsreisenden», sagt die Unternehmerin.  «Anfangs waren wir noch sehr optimistisch, gerade auch nach der Erholung im Sommer.» Doch mit dem Herbst zeichnete sich langsam ab, dass es nicht einfach werden würde. «Eine erneute Stornowelle brach auf uns ein.» 

    «Wir sind sehr priviligiert in Liechtenstein»
    Gerade in den Hotels im Tal bleiben die Gäste aus, während es im Berggebiet deutlich besser aussieht «Wir sind aber sehr priviligiert in Liechtenstein und wir werden vom Land und den ­Gemeinden unterstützt, die wesent­lich zum Überleben beitragen», sagt Schatzmann. Wer vor der Krise gut gewirtschaftet habe, werde diese Zeit daher überstehen – «auch, wenn die Unterstützungsleistung lang auf sich warten lässt», sagt Schatzmann. Die Unternehmerin hofft wie alle Hoteliers und Gastrobetriebe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität. 

    «Die Hotels im Tal sind abhängig von der Wirtschaft, sie ist der Motor, der uns ebenfalls antreibt.» Daher würden grosse Marketingkampagnen nach der Krise, um Touristen ins Land zu holen, den Hotels im Tal nur bedingt helfen. Für Schatzmann sei es wichtig, dass die Grenzen wieder öffnen und Gäste ohne schlechtes Gewissen reisen können. Für die Zukunft bleibt sie optimistisch. 

    Der Weg zur Normalität wird noch dauern
    Es wird laut Schatzmann zwar noch ­einige Jahre dauern, bis sich Geschäftsreisen wieder ganz normalisieren. «Kürzere Sitzungen oder Treffen werden sich vielleicht auf Zoom verlagern, doch ich bin mir sicher, dass das Zwischenmenschliche auch in Zukunft einen grossen Stellenwert haben wird und viele Geschäftsreisende ins Land kommen werden», sagt Schatzmann.

    Vorerst heisst es abwarten und durchhalten, bis diese Zeit überstanden ist. Wenig überraschend sind auch die Gästeankünfte im Monat Januar eingebrochen: 2561 Gästeankünfte verzeichneten die Beherbergungsbetriebe des Landes. Zum Vergleich dazu: Im Januar des vergangenen Jahres waren es mit 6628 mehr als doppelt so viele. Die Hoteliers sind aber als Härtefälle erfasst und können so über die Quartalshilfen Unterstützung beim Amt für Volkswirtschaft beantragen. (dal)

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