• 20.11.2020 08:24 | von Desiree Vogt

    «Es macht mich schon ein bisschen stolz»

    Ab Ende 2021 ist die Postauto Liechtenstein nicht mehr für die Buslinien zuständig. Das grosse Los «Linienverkehr» bei der Ausschreibung der Liemobil ging an die Bietergemeinschaft Philipp Schädler Anstalt und Bus Ostschweiz.

    Diese Nachricht kam gestern nun doch etwas überraschend: Die Liemobil hat sich bei der Vergabe des Linienverkehrs nicht mehr für die Postauto Liechtenstein entschieden, auf die sie seit Jahrzehnten gesetzt hat.

    Am 12. Dezember 2021 kommt es zu einem Wechsel des Betreibers. Ab diesem Zeitpunkt und für die nächsten zehn Jahre wird die Philipp Schädler Anstalt aus Triesenberg gemeinsam mit der BUS Ostschweiz AG für den Linienverkehr zuständig sein – der Transportvertrag mit der Postauto Liechtenstein Anstalt läuft aus. 

    Günstigster Preis und beste qualitative Bewertung
    Die Liemobil begründet diesen Schritt bzw. Betreiberwechsel darin, dass die Bietergemeinschaft BUS Ostschweiz AG/Philipp Schädler Anstalt nicht nur den günstigsten Preis offeriert, sondern dabei auch die beste Bewertung bei den qualitativen Kriterien erhalten hat.

    Für Philipp Schädler ist es ein Meilenstein in seiner Firmengeschichte: «Es macht mich schon ein bisschen stolz, den Zuschlag mit meinem Partner erhalten zu haben. Die Umsetzung wird sehr arbeitsintensiv sein. Der Betrieb des bisheriges Busunternehmens bleibt aufrecht und ist ja weiterhin auch noch zu bewältigen …» Und Roland Ochsner, Unternehmensleiter der BUS Ostschweiz AG, freut sich ebenfalls und lässt wissen: «Als Unternehmen mit Sitz in der Nachbarschaft freuen wir uns sehr, gemeinsam mit einem ortsansässigen und kompetenten Partner den Auftrag ausführen zu können.»

    Das gesamte Fahrpersonal wird übernommen
    Zur Zusammenarbeit der beiden Unternehmer ist es im Rahmen des Betriebs des Ortsbusses Triesen gekommen. «Dort haben wir uns kennengelernt. Und daraus ist dann die Bie­tergemeinschaft entstanden», erklärt Philipp Schädler. Er versichert, dass alle bisherigen Mitarbeitenden des Fahrpersonals übernommen werden. Angestellt werden diese neu von einer gemeinsamen Tochterfirma, die nun von der BUS Ostschweiz AG und der Philipp Schädler Anstalt gegründet wird.

    Was die Busse betrifft, so verspricht die Liemobil, dass diese «limefarbig» lackiert bleiben. Der Vertrag sieht auch vor, dass der neue Betreiber einen Teil der heutigen – vor allem neueren – Busse von der Postauto Liechtenstein übernehmen muss. «Ein grösserer Teil von Fahrzeugen muss aber neu beschafft werden», so Philipp Schädler. «Die genaue Anzahl ist noch nicht definitiv und wird sich aus den beginnenden Planungsarbeiten ergeben.»

    Postauto Liechtenstein denkt über Rekurs nach
    Bis die Arbeiten beim neuen Betreiber definitiv beginnen können, muss aber noch die gesetzliche Einsprachefrist abgewartet werden. Denn die anderen Unternehmen, die ebenfalls eine Offerte bei der Liemobil eingereicht haben, könnten in den nächsten zehn Tagen theoretisch noch Rekurs einlegen.

    Zumindest die Postauto Liechtenstein Anstalt denkt zumindest darüber nach, wie sie in einer internen Information verlauten lässt. Die Enttäuschung über den Entscheid der Liemobil ist gross.

    Hier geht es zum zweiten Teil:

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