• 21.01.2021 06:00 | von Dorothea Alber

    Erste Firmen führen eine Homeoffice-Pflicht ein

    So viele Mitarbeiter wie möglich sollten von zu Hause aus arbeiten, heisst es bei vielen Liechtensteiner Firmen. So reagieren die Unternehmen auf die Homeoffice-Empfehlung der Regierung.

    Die Hoffnung auf den Covid-19-Impfstoff hielt die Schweiz und Liechtenstein angesichts des Wettlaufes gegen die mutierte Virusvariante nicht davon ab, die Coronamassnahmen zu verschärfen. Das trifft auch Unternehmen: Arbeitet mehr als nur ein Mitarbeiter in demselben Raum, müssen alle Angestellten Masken tragen. 

    Die VP Bank hat für die Standorte Liechtenstein und Schweiz nun einheitliche Regeln erlassen, um die Gesundheit der Mitarbeitenden zu schützen und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Seit Montag gilt für beide Standorte eine Homeoffice-Pflicht, sofern es Funktion und Aufgaben erlauben. «Ausnahmen sind nur mit Bewilligung erlaubt», sagt Sandro Möhr, der Mediensprecher der VP Bank. Grenzüberschreitende Besuche und Geschäftsreisen sind nicht gestattet. Zudem hat die VP Bank entschieden, die betriebsinterne Kantine am Standort Liechtenstein nur noch als Take-away zu betreiben.

    Auch Chefs wechseln ins Homeoffice

    Bei der Liechtensteinischen Post gilt zwar noch keine Pflicht, doch alle Angestellten, deren Anwesenheit nicht zwingend nötig ist, arbeiten bereits im Homeoffice. «Dies geschieht, um die Einzelbüros für Personen freizumachen, die wegen ihrer Tätigkeit vor Ort sein müssen und nicht von zu Hause aus arbeiten können», sagt Mediensprecher Wolfgang Strunk.

    Aus diesem Grund hat auch die Geschäftsleitung der Post ihre Arbeit nun stärker ins Büro in den eigenen vier Wänden verlegt. «Wobei in der Regel immer einer von uns vor Ort ist, wenn auch nicht den ganzen Tag», sagt Wolfgang Strunk, der selbst Geschäftsleitungsmitglied der Post ist. 

    Bei manchen Firmen ändert sich kaum etwas

    Die Post und andere Unternehmen hatten bereits vor den verschärften Massnahmen ihre Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So arbeiteten auch bei Ivoclar Vivadent schon vor der Empfehlung der Regierung zahlreiche Angestellte im Homeoffice. «Wo immer dies möglich ist, können unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin von zu Hause aus tätig sein», heisst es auf Anfrage. Die seit Oktober geltenden Regelungen zur Maskenpflicht auf dem Firmenareal wurden nun entsprechend den Vorgaben der Regierung ausgeweitet.

    In den Produktionsräumlichkeiten besteht – zusätzlich zu den bereits seit Frühjahr bestehenden technischen Schutzmassnahmen – generelle Maskenpflicht.

    Auch bei Industrieunternehmen werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um Kontakte zu vermeiden und so die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Jeder, der bei Hoval im Homeoffice seiner Arbeit nachgehen kann, arbeitet bereits von zu Hause aus. In der Produktion herrscht Maskenpflicht und die Abstandsregeln gelten nach wie vor. «Bei besonders sensiblen Teams – wie zum Beispiel in der Logistik – arbeiten wir mit Teamsplitting, um einen Ausfall des gesamten Teams zu verhindern», sagt Remo Bretscher von der Hoval.  

    Nach der Empfehlung der Regierung hat sich Hoval zwar nochmals genauer angeschaut, wer aus dem Office-Bereich zusätzlich daheim arbeiten könnte. Dies seien aber nur Einzelfälle, da ohnehin bereits alle weitestgehend im Homeoffice sind, um das Risiko zu minimieren.

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