• 23.10.2020 11:26 | von Oliver Beck

    Elisa’s-Imbiss im Städtle ist womöglich bald Geschichte

    Den Elisa’s-Imbiss in Vaduz gibt es womöglich nicht mehr lange. Zu gross ist für Pächterin Elisa Mirarchi, die auch das Restaurant Luce betreibt, die Ungewissheit in Coronazeiten.

    Schon bei der Übernahme des Restaurants Luce im Januar 2019 hatte Elisa Mirarchi ein Stück weit auch das Vaduzer Zentrum im Blick gehabt: «So ein richtiger italienischer Imbiss im Städtle, das wäre eine reizvolle Sache, dachte ich mir.» Tatsächlich bot sich ihr kurz darauf die Chance, eine entsprechende Lokalität zu mieten. Und die gebürtige Italienerin griff nur all zu gerne zu.

    Bereits im Mai des gleichen Jahres öffnete ihr zweiter Betrieb, «Elisa’s – Taste of Italian Food», seine Türen. Bereit, die Herzen von Einheimischen, Arbeitstätigen und Touristen mit klassischen Produkten wie Focaccia, Pinsa Romana oder Piadina zu erobern.

    Das Premierenjahr hätte kaum besser verlaufen können. «2019 war toll», schwärmt die Gastronomin. «Wir durften viele Touristen bei uns begrüssen. Ausserdem sorgten das 300-Jahr-Jubiläum und diverse Veranstaltungen wie Vaduz Soundz, Vaduz Classic, Buskers oder das traditionelle Beachvolleyballturnier für zahlreiche Gäste.»

    Es drehte sich alles um die Coronapandemie
    Allein, in dieser Tour ging es nicht weiter. Das erste Jahr, sagt Mirarchi, habe bei aller positiver Resonanz vor allem im Zeichen von Investitionen gestanden. Im zweiten Jahr, so ihre Hoffnung, würde dann die Zeit anbrechen, in der die Aufwendungen sich so richtig auszuzahlen beginnen. Stattdessen drehte jedoch die Coronapandemie die Welt auf links, was insbesondere auch das Gastgewerbe extrem zu spüren bekam – während der Phase der behördlich angeordneten Schliessungen, aber auch mit Einsetzen der Lockerungen. Die Touristen, erzählt Mirarchi, seien weggeblieben, die Mittagsgäste zum grössten Teil ebenso, und auch all die abgesagten Anlässe hätten sich negativ auf das Geschäft ausgewirkt. «Gegenüber 2019», fasst sie zusammen, «sind meine Einnahmen um etwa 70 Prozent zurückgegangen.»

    Erschwerend hinzu kam, dass die von Seiten der öffentlichen Hand veranlassten Hilfsmassnahmen im Fall ihres Imbisses nur wenig verfingen. Sie führe zwei Betriebe, das Land habe ihr aber mitgeteilt, dass beide über die gleiche Firma liefen und entsprechend nur einfach unterstützt. «Daher reichte das Geld faktisch nur für das Restaurant Luce.»

    Auch von der Gutschein-Aktion, die «Erlebe Vaduz» zur Unterstützung der lokalen Gastronomie lancierte, profitierte der Elisa’s-Imbiss kaum. «Die Gäste haben mit ihren Bestellungen kaum einmal den erforderlichen Mindestkonsumationsbetrag von 20 Franken erreicht», so Mirarchi.

    Sehr wahrscheinlich wäre ihre Sicht auf die Dinge eine positivere, hätte sie die Gewissheit, dass die Geschäfte schon bald wieder besser laufen werden. «Aber wir haben keine Ahnung, wie sich die Pandemie weiterentwickelt. Ich weiss nicht, ob das Jahr 2021 besser wird.» Sie weiss nur, dass sie die Fixkosten, darunter eine dem attraktiven Standort entsprechende Miete, weiter berappen wird müssen – so oder so.

    Und dass sie dieses Risiko eigentlich nicht länger tragen möchte. Zu gross ist die Sorge, finanziell noch weiter unter Druck zu geraten. Zumal sie mit dem Luce ja noch ein zweites Lokal zu führen hat. «Deshalb», so Mirarchi, «habe ich entschieden, einen Nachmieter zu suchen.»

    So lang es geht, will sie weitermachen
    Erste Interessenten haben sich gemäss der Italienerin bereits bei ihr gemeldet. Aber leicht, räumt sie ein, gestalte sich die Suche in diesen Zeiten nicht. Entsprechend ist nicht auszuschliessen, dass das Unterfangen letztlich erfolglos verlaufen wird. Den Kopf in den Sand stecken würde sie deswegen freilich nicht. «Dann werde ich das Lokal weiterführen», antwortet sie auf eine entsprechende Frage. «So lange es geht.»

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