• 26.10.2020 08:05 | von Dorothea Alber

    Ein neues Café in Vaduz

    Mitten in dieser turbulenten Zeit hat sich Sonja Macedo aus Vaduz ein Herz gefasst und das Café «BarDuz» im Vaduzer Städtle eröffnet.

    Frau Macedo, haben Sie sich mit Ihrem Café in Vaduz einen Traum erfüllt?
    Das werde ich sehr oft gefragt, obwohl es eigentlich kein lang gehegter Wunsch oder gar Traum ist. Über 15 Jahre lang habe ich im Landesspital gearbeitet, in der Gastronomie und Patienten verpflegt. Danach war ich ein Jahr lang im Clinicum Alpinum in Gaflei. Bevor ich das Café eröffnete, war hier ein Kleidergeschäft und als die Räume Anfang des Jahres leer standen, wurde ich neugierig und meldete mich bei der Besitzerin. Gute Freunde bestärkten mich darin, diese Idee jetzt zu realisieren. Sie sagten, ich solle es einfach ausprobieren.

    Wie sieht Ihr Konzept aus?
    Ich habe beschlossen, Essen anzu­bieten, das alle Nährstoffe enthält, die man an einem Tag braucht. Jeden Tag mache ich daher mehrere Salatbowls mit frischem Gemüse oder mit Fisch. Und jeden Tag steht eine Suppe auf dem Speiseplan. Inzwischen achte ich auch darauf, dass die Suppe vegan ist. Zudem gibt es selbstgebackenen Kuchen und ich denke darüber nach, auch einen Brunch am Wochenende anzubieten.

    Sind Sie selbst auch so ernährungsbewusst?
    Nein, eigentlich nicht. (lacht) Ich esse kein Fastfood und koche zu Hause mit frischen Zutaten, aber da mein Mann Portugiese ist, wird bei uns zu Hause immer viel gekocht.

    Wenn es nicht klappt, dann ist das einfach so

    Hat es Sie viel Mut gekostet, jetzt in der Coronazeit ein kleines Café zu eröffnen?
    Nein. Ich probiere es aus und wenn es nicht klappt, dann ist das einfach so. Ich habe meinen Vertrag während der ersten Welle unterschrieben und natürlich sagten einige «du spinnst ja». Und klar hat es Auswirkungen: Meine Eröffnungsfeier musste ich letzte Woche leider verschieben. Da der Abstand zwischen den Tischen ohnehin gross ist, schränken mich die Abstandsregeln nicht gross ein. Insgesamt sind wir mit 24 Plätzen recht klein, aber genau das schätzen die Gäste in Zeiten wie ­diesen.

    Wie geht es Ihnen nun persönlich in dieser Zeit?
    Ich stehe jeden Tag im Restaurant von zehn Uhr morgens bis am Abend. Ich bin Tag und Nacht damit beschäftigt: Tagsüber körperlich und in der Nacht rattert mein Hirn. Ich muss zugeben, es war in den vergangenen Wochen eine stressige Zeit. Freunde und Kolleginnen unterstützen mich aber und helfen kräftig mit. Ich bin im Moment froh, wenn ich meine Kosten decken kann – und wenn dann noch etwas übrig bleibt für mich, ist das mein «Zuckerle». Dass Touristen noch immer fehlen, tut natürlich weh. Daher heisst es jetzt für mich, ein halbes Jahr durchzubeissen.

    Sie sind gebürtige Österreicherin, die mit einem Portugiesen verheiratet ist. Wie hat es Sie nach Liechtenstein verschlagen?
    Ich bin in der Steiermark geboren und aufgewachsen. 1995 bin ich nach Liechtenstein gekommen, um in der Gastronomie zu arbeiten: Im Hotel ­Samina in Triesenberg. Nach einem Abstecher in Maienfeld im Schloss Brandis, wo ich meinen Mann kennengelernt habe, hat es uns beruflich wieder nach Liechtenstein verschlagen. Inzwischen wohnen wir in Vaduz.

    Haben Sie als gebürtige Österreicherin auch daran gedacht, die Klassiker dieser Küche in Vaduz zu kochen?
    Ich bin noch sehr mit meiner alten Heimat verbunden und habe mir tatsächlich anfangs überlegt, ob ich eine «Brettljausen» anbieten möchte – wie in einer Buschenschanke. Die Idee habe ich aber verworfen, weil ich denke, dass so etwas als Mittagsgeschäft in Vaduz nicht funktionieren würde. Dies weil es vielen Menschen ein Bedürfnis ist, am Mittag etwas Gesundes zu essen und dabei auf die Kalorien zu achten. Deswegen habe ich mich für die Salatbowl entschieden.

    Privat koche ich nicht gerne

    Kochen Sie auch privat gerne?
    Nein, eigentlich nicht. (lacht) Mein Mann ist gelernter Koch und er versteht sein Handwerk sehr gut. Aus diesem Grund kocht er daheim oft und gerne – ab und zu auch Gerichte aus seiner portugiesischen Heimat.

    Sind Sie oft in Portugal?
    Wir verbringen seit vielen Jahren unsere Ferien in Portugal. In den letzten Jahren haben wir uns aber auch manchmal aufgeteilt: Mein Mann besuchte seine Familie in Portugal und ich bereiste zusammen mit meiner Tochter neue Länder wie Marokko, weil wir einfach neugierig sind. Vor allem die arabischen Länder und Städte wie Dubai ziehen mich magisch an.

    Wie verbringen Sie Ihre Freizeit?
    Ich habe keine Hobbys. (lacht) Ich treibe keinen Sport und gehe nicht gerne einkaufen. Allerdings treffe ich mich gerne mit Kolleginnen und wir trinken zusammen ein Glas Wein.

     

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