• 15.10.2020 17:15 | von Dorothea Alber

    «Dem Papierchaos ein Ende setzen»

    Eine neue App namens Docomondo soll das Chaos im Ablagesystem beenden, wie Gründer Philipp Luder aus Liechtenstein verspricht.

    Rechnungen stapeln sich seit Tagen irgendwo in der Wohnung. Der Papierberg wächst bei manchen sogar über Wochen. Genau hier soll die App Docomondo helfen und Struktur in das private Ablagesystem bringen. Das Ziel: Nie wieder Dokumente verlegen und Fristen verpassen, sondern den lästigen Papierkram im Handumdrehen erledigen. Philipp Luder, der diese Idee entwickelt hat, spricht über seine Ambitionen.

    Die Geschäftsidee, die hinter dem Start-up steht
    Ob Geburts- und Heiratsurkunde, Pass oder Rechnungen, Versicherungen und Verträge sowie Garantiescheine – alle wichtigen Dokumente sollten immer fein säuberlich geordnet und vor allem griffbereit sein. Nur wo? Philipp Luder ist auf die Idee gekommen, diese Dokumente digital abzulegen und dafür eine App zu programmieren. Mit der Kamera des Smartphones wird das Dokument gescannt oder ein bereits vorhandenes PDF importiert. Die Vorlage wird automatisch geschärft, der Kontrast erhöht und etwaige Verzerrungen werden korrigiert. Die integrierte automatische Texterkennung (OCR) wandelt die Inhalte in einen durchsuchbaren Volltext um. Um das Dokument später schnell zu finden, enthält die App eine Volltextsuche. Zuerst wurde ein Prototyp entwickelt. Seit August steht die App zum Download bereit, die bis heute 4000-mal heruntergeladen wurde. 

    Die Gründer: Wer steht hinter Docomondo?
    Philipp Luder hat das Unternehmen gegründet. Er stammt dabei aus einer Unternehmerfamilie, die sechs Gastronomiebetriebe betreibt – darunter den Subway in Vaduz. Luder hat Betriebswirtschaft und Entrepreneurship an der Universität Liechtenstein studiert. Weil ihm der technische Hintergrund für das Programmieren fehlt, hat er sich Unterstützung bei Programmier-Profis aus Berlin geholt. Die erste Version der App wurde über mehrere Monate hinweg von 300 Testern aus der DACH-Region auf Herz und Nieren geprüft, bevor die App dann im August lanciert wurde. Inzwischen beschäftigt der junge Unternehmer einen eigenen Entwicklungsleiter sowie einen Programmierer.

    Der Markt: Wen wollen die Gründer erreichen?
    Bevor Luder mit seiner Geschäftsidee startete, hat er 1500 potenzielle Kunden befragt. «70 Prozent davon hatten keine Lust auf den Papierkram», sagt er. Seine Schlussfolgerung: Es bestehe ein echtes Bedürfnis. Zielgruppe sind vorerst vor allem Privatpersonen.

    Wie wird sich das noch junge Unternehmen finanzieren?
    Das Start-up ist zu 100 Prozent eigenfinanziert. «Wir sind nicht auf externe Investoren angewiesen», sagt Luder. Da der Betrieb und die Weiterentwicklung einer «komplexen Software» kostenintensiv sind, musste sich der Gründer für ein Bezahlmodell entscheiden. «Jeder kann die App 30 Tage lang völlig kostenlos und unverbindlich testen und so einfach und ohne versteckte Kosten herausfinden, ob Docomondo zu ihm  passt», so Luder.

    Wo sehen die Gründer das Potenzial für ihr Start-up?
    «Der Markt ist riesig», sagt der Gründer des jungen Unternehmens. Eine Desktop-Version für Mac-OS und Windows gibt es bereits und verspricht zusätzliche Chancen. Wichtig für den Erfolg ist auch die Sicherheit der Daten. «Es wird grösster Wert auf Datenschutz- und Sicherheit gelegt.» Die Betreiber der App haben keinen Zugriff auf persönliche Daten und Dokumente, die Nutzer speichern.

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