• 26.11.2020 15:06 | von Jeremias Büchel

    Das sind die reichsten Familien aus Liechtenstein

    Rechnet man die geschätzten Vermögen der reichsten Familien im Land auf, so resultiert 2020 ein Minus von einer Milliarde. Das hat mit Corona zu tun.

    Alle Jahr wieder publiziert das Magazin «Bilanz» die Liste der 300 Reichsten der Schweiz, wobei auch Liechtenstein und diverse in die Schweiz Zugezogene mitgezählt werden.

    Unter Liechtenstein werden 2020 dieselben vier Familien wie letztes Jahr gelistet. Der Fürstenfamilie werden 9 bis 10 Milliarden Franken zugeschrieben. «Die Adligen mit dem geringsten Glamourfaktor sind die wirtschaftlich erfolgreichsten unter Europas Blaublütigen», schreibt die «Bilanz». Wichtigste Ertragsquelle sei die LGT Finanzgruppe. Die private Kunstsammlung mit 1700 Werken wird auf einen Wert von vier Milliarden Franken geschätzt.

    Übrigens: Das Bild der Fürstenfamilie in der aktuellen Ausgabe ist korrekt. Vor zwei Jahren sorgte ein Bild, das den Fürsten mit einer Touristin im Dirndl im Rosengarten zeigte, für Schmunzeln im Land. Denn in der Bildunterschrift hiess es «Reichste Adelsfamilie Europas: Fürst Hans-Adam und Marie von und zu Liechtenstein». Radio L zeigte dem Fürsten das Foto und sprach ihn auf die Dame an. Als er das Bild sah, dachte er erst, die Dame zu kennen. Doch dann kam der Fürst zum Schluss, dass es sich um eine Touristin handeln müsse.

    Corona macht Strich durch Rechnung
    Der Familie Hilti spricht die «Bilanz» ein Vermögen von 4,5 bis 5 Milliarden Franken zu, der Familie Ospelt 450 bis 500 Millionen Franken. Corona konnte der Ospelt-Gruppe scheinbar nichts anhaben. Man liege beim Umsatz sogar leicht über Vorjahr, lässt sich Alexander Ospelt zitieren. Das sei dem Boom von Convenience-Produkten und Tierfutter zu verdanken, welche im Frühling gehamstert wurden.

    Bei den Familien von und zu Liechtenstein, Hilti und Ospelt schätzt die «Bilanz» das Vermögen gleich hoch ein wie im Vorjahr. Anders sieht es bei der Familie Zeller aus. Deren Vermögen wird um eine Milliarde tiefer eingeschätzt, auf 1,5 bis 2 Milliarden Franken. Als Grund für die tiefere Schätzung wird der Umsatzrückgang bei Ivoclar Vivadent von 20 bis 25 Prozent genannt, welcher auf die Covid-19-Pandemie zurückgeführt wird.

    Die Liste der Reichsten wird von den Söhnen von Ikea-Gründer Ingvar Kamprad angeführt. Sie besitzen 55 bis 56 Milliarden. Aufsteiger des Jahres ist die Familie Blocher. Das Vermögen ist wegen der Hausse der Ems-Aktien um vier Milliarden auf rund 15 bis 16 Milliarden gestiegen. Verloren hat hingegen Jorge Lemann: Er muss eine Vermögenseinbusse von sieben Milliarden verkraften, weil die Aktien seines ­Bierkonzerns Anheuser-Busch In-Bev 6 Milliarden an Wert verloren. 

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Die Fürstenfamilie, die Familie Ospelt und die Familie Hilti gehören zu den reichsten im Land.
Foto: Roland Korner / Close Up AG
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