• 09.10.2020 06:19 | von Dorothea Alber

    Casino Schaanwald: Corona dämpft Spielfreude kaum

    Im Casino Schaanwald liegen die Einnahmen nur drei Prozent unter Vorjahr.

    Die Kugel stand wochenlang still. Die Black-Jack-Tische waren genauso verwaist wie die Automaten, an denen die Lichter ausgingen. Die Zeit während des Lockdowns riss nicht nur international, sondern auch in Liechtenstein Löcher in die Kassen der Spielbanken. Wer aber annimmt, die schwierige wirtschaftliche Lage, Kurzarbeit und Rezession haben schweren Folgen für die Einnahmen und trüben die Spielfreude, der irrt – zumindest in der Schaanwälder Spielbank der Casinos Austria. «Das Casino performt auch nach dem Shutdown – ganz entgegen dem weltweiten Trend – wieder auf hohem Niveau», wie es vonseiten des Betreibers heisst.

    Hell leuchtender Silberstreif am Casino-Horizont
    Obwohl die stark auf Events ausgerichtete Spielbank aufgrund der besonderen Situation auf Veranstaltungen und Marketingaktivitäten verzichtet habe und inzwischen zwei weitere Casinos am Markt tätig sind, lagen die Zahlen im Juli und August nur um rund drei Prozent unter dem Vorjahr. Darüber berichtet die Spielbank aktuell in ihrem Newsletter. Angesichts der aktuellen Lage sei dies ein hell leuchtender Silberstreif am Casino-Horizont.

    Spieler verlieren 60 000 Franken am Tag im Casino Schaanwald
    Obwohl sich die Zahl der Spielbanken in Liechtenstein im vergangenen Jahr verdoppelt hat, lag Schaanwald beim Spielergebnis bis zum Corona-Shutdown Mitte März nochmals um knapp 10 Prozent über dem Vorjahr. Direktor Thomas Pirron führt den ungebrochenen Erfolg in Schaanwald vor allem auf das Qualitätsmanagement zurück. Vor allem aber der Blick auf das abgelaufene Jahr dürfte die Betreiber zu Freudensprüngen veranlassen. Im zweiten vollen Betriebsjahr konnte das Casino den Bruttospielertrag gegenüber dem Vorjahr um knapp 20 Prozent steigern.  2019 erwirtschaftete das Casino Schaanwald einen Bruttospielertrag (BSE) von 22,2 Millionen Franken. Im Schnitt sind es 60 000 Franken, die Spieler in Schaanwald verlieren. Zwar ist das nicht der Gewinn, sondern Geldspielabgaben und die Aufwände schmälern diesen selbstredend. Das Geschäft für die Casinos des Landes, die mit insgesamt rund 350 Mitarbeitern einen Bruttospielertrag in Höhe von knapp 81 Millionen Schweizer Franken im vergangenen Jahr erwirtschafteten, ist einträglich. Das Marktpotenzial hat sich damit als höher erwiesen, als wohl einige vermutet haben. Während Liechtenstein boomt, erleben noch lange nicht alle Spielbanken der Casinos Austria einen Geldsegen. So meldete das Unternehmen in Österreich 600 Kündigungen beim dortigen Arbeitsmarktservice (AMS). Es sei eine Maximalzahl, die «deutlich geringer» werde, wie die «Presse» berichtete.

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