• 11.12.2020 06:00

    AMS-Chef Markus Bürgler trotz Corona optimistisch

    «Die Wirtschaft in Liechtenstein zeigt sich in der Covid-19-Krise sehr robust. Das ist erfreulich und ein Zeichen für die Stärke unserer Unternehmen und der gesamten Volkswirtschaft», sagt Markus Bürgler, Leiter des Arbeitsmarkt Service (AMS) des Amts für Volkswirtschaft, auf Anfrage von «Wirtschaft regional».

    Grund dafür sei einerseits das «rasche Eingreifen mit wirksamen Unterstützungsmassnahmen, die dank des soliden Staatshaushalts bisher problemlos finanziert werden hätten können. Andererseits aber auch die hohe Diversifikation, dank der sich Liechtensteins Wirtschaft schon in früheren Krisen gut behauptet habe.
    Die Gründe für die aktuelle durchschnittliche Arbeitslosenquote im Jahr 2020 von 1,9 % – dies entspricht einer Erhöhung um 0,4 Prozentpunkte gegenüber 2019 – sieht Bürgler denn auch nicht primär in den Folgen von Corona: «Im Jahr 2019 wurden mit einer durchschnittlichen Quote von 1,5 % sehr tiefe Werte ausgewiesen», so der AMS-Chef. Es sei auch ohne Pandemie absehbar gewesen, dass die tiefe Arbeitslosenquote des vergangenen Boom-Jahres nicht gehalten werden kann. Bürgler weiter: «Die aktuelle durchschnittliche Quote von 1,9 % ist im Zehn-Jahresvergleich immer noch tief.»

    Unternehmen in Liechtenstein zum Teil verunsichert
    Trotzdem habe die anhaltende Corona-Pandemie natürlich auch Folgen für den Arbeitsmarkt gehabt: «Die kurzfristigen Schliessungen im März hatten erst mal eine Schockwirkung zur Folge, auch emotional», so Bürgler, der weiter betont: «Für die Unternehmen war es am Anfang schwierig, mit der grossen Ungewissheit über den Verlauf der Krise umzugehen.» Massnahmen, Prozesse und Ressourcen hätten erst erstellt oder beschafft werden müssen. Dies habe sich in den ersten Monaten auch auf dem Arbeitsmarkt gezeigt. Unternehmen hätten teilweise einen Stellenstopp beschlossen. Die von Regierung und Landtag beschlossenen Unterstützungsmassnahmen hätten dann aber rasch gewirkt: «Unternehmen und Arbeitsplätze konnten erhalten werden, vor allem durch das Instrument der Kurzarbeitsentschädigung.» Insgesamt könne gesagt werden, dass Mitte März 2020 noch deutlich schlimmere Befürchtungen im Raum gestanden hätten, welche aber zum Glück nicht eingetreten seien.

    Positive Dynamik am heimischen Arbeitsmarkt
    Und auch aktuell sieht der Leiter des Arbeitsmarkt Services durchaus Grund zum Optimismus: «Die Anzahl der offenen Stellen und auch der Beschäftigten ist wieder ansteigend und die Arbeitslosigkeit sinkt. Somit zeigen die drei wichtigsten Arbeitsmarktindikatoren aktuell ein erfreulich positives Bild.» Aktuell seien rund 350 Perso-nen beim AMS FL als arbeitslos gemeldet, so Bürgler. Diese würden es schätzen, dass trotz der angespannten Lage die Arbeitsmarktdynamik positiv sei. Doch auch wenn aktuell mehr als 
    doppelt so viele offene Stellen wie Arbeitslose ausgewiesen würden: Nicht alle Anforderungsprofile würden zu den Bewerberprofilen passen. Jedoch weiss Bürgler auch: «Unternehmen zeigen sich heute oft auch flexibler und bewerten die Persönlichkeit höher als den fachlichen Hintergrund. Lern- und Einsatzwillen, Fleiss, Engagement und Teamarbeit werden immer wichtiger.»

    Vorsichtig zuversichtlicher Ausblick auf kommendes Jahr 
    Und die Entwicklung im neuen Jahr 2021? AMS-Liechtenstein-Chef Markus Bürgler sagt vorsichtig zuversichtlich: «Wie sich die Covid-19-Krise oder die Wirtschaft 2021 entwickeln werden, ist schwer vorherzusagen. Die Wirtschaftsindikatoren deuten weiterhin auf eine Erholung.» Die wirtschaftliche Entwicklung werde aber davon abhängen, «wie sich die Pandemie in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln wird und welche zusätzlichen Massnahmen allenfalls getroffen werden müssen». Das Amt für Volkswirtschaft jedenfalls sei bereit, «die nötigen Massnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft umzusetzen». (dg)

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