Erntedanksonntag

Wie war das noch mit dem Härdöpfelstecka?

Die Gruppenmitglieder des Gemeinschaftsgartens Ruggell durften sich nicht nur über eine reiche Ernte freuen, sondern auch über reges Interesse der Bevölkerung. Für sie ein Grund mehr, das Erntedankfest zu feiern. Generalvikar Markus Walser segnete den Garten.
Autor
Nicole Öhri-Elkuch
Ruggell
Generalvikar Markus Walser beim Segnen. (Bild: ©Paul Trummer/TravelLightart)

Oft vergessen wir, dass viel Arbeit und Mühe hinter dem steckt, was bei uns auf dem Teller landet. Der Gemeinschaftsgarten sei eine gute Möglichkeit, zu erfahren, was es dafür alles brauche, bemerkte Generalvikar Markus Walser in seiner Predigt zum Erntedanksonntag. Denn durch die immerzu gefüllten Regalen in den Supermärkten sei uns dies nicht immer bewusst. Zuvor hatte er den Gemeinschaftsgarten gesegnet. Um für die gute Ernte zu danken, trugen Vertreter des Gartenteams ihre Früchte – gefolgt von einem feierlichen Einzug – in die Kirche.

Der Unterschied vom Ruggeller Gemeinschaftsgarten zu anderen Gärten ist, dass er ein Treffpunkt für Menschen ist. «Hier sollen Passanten vorübergehen und innehalten», war im Frühling der Wunsch der Initiantinnen, «sei es nur für einen Schwatz oder um Wissen weiterzugeben». Dabei wird kein Hochschulstudium erwartet, sondern das Wissen vom einfachen Leben aus Grossmutters Zeiten, welches mit den jüngeren Generationen verlorengeht. Allein schon die Frage, wann der richtige Zeitpunkt zum Erdäpfelstecken ist, stellte das Team vor eine Herausforderung. «Viel Wissen ist bereits verlorengegangen. Dieses soll mithilfe des Gartens wieder erlernt werden», wünschen sich Cornelia Hanselmann und Patricia Biedermann von der Gesundheitskommission.

Wer geben kann, wird Freude ernten

Durch die unterschiedlich und bunt gemischten Charaktere der 12 Hobbygärtnerinnen und -gärtner sei schon sehr viel Wissen zusammengekommen, erzählen sie. Jeder habe eine Begabung und bringe ein anderes Talent mit. Jeder, vom Schreiner über den Banker bis zur Kräuterpädagogin, arbeite im Gemeinschaftsgarten. «Wir sind ein kunterbuntes Volk. Mit dem Können, das jeder mitbringt, haben wir ein Wissen von unschätzbarem Wert. Manche sind fleissig am Jäten und Tränken, andere unterstützen die Gruppe durch das Ideensammeln und weitere übernehmen wichtige organisatorische Aufgaben.» Die Begeisterung ist den beiden Frauen anzusehen, während Biedermann die gute Zusammenarbeit des Teams lobt.

Das Motto im Gemeinschaftsgarten lautet: «Wer mitmacht, darf auch ernten». Spannend finden die Initiantinnen vor allem aber auch das Interesse der Bevölkerung. Immer wieder würden Leute Fragen stellen und die Projekte bewundern. «Das Bohnenrad kommt bei den Dorfbewohnern gut an», so Hanselmann, der daraufhin stolz auf die Kräuterspirale zeigt: «und der Schneck ist uns ganz besonders schön gelungen!». Vieles vom verwendeten Material sei gesponsert worden, was die Mitglieder der Gartengemeinschaft freut. Mit den Steinen aus dem Steinbruch Limseneck konnten sie die Spirale bauen. Manch einer hat übrige Setzlinge gebracht, ein anderer einen Strauch oder auch Mist zum Düngen. Eine Frau ist sogar mit einer Holzbank aufgetaucht, damit sich die Leute auf einen Schwatz hinsetzen können.

Ein offener Garten lädt zum Mitmachen ein

Auch wenn der Start wegen Covid-19 etwas müssig ausgefallen ist, hatten die Frauen der Gesundheitskommission bis zu den Sommerferien ein zwölfköpfiges Team zusammengestellt und  mit diesem einen gut funktionierenden Arbeitsplan ausgearbeitet. Zudem wurde mittlerweile eine erste Gartensitzung abgehalten, wo neue Projektideen entstanden sind. 

Häuschen für Vögel und Igel stehen seit dem vergangenen Wochenende bereit. Im Frühling wollen die Gemeinschaftsgärtner Insektenhotels und eine Holzbiege als Nistplatz bauen. Auch eine Pergola als Wetterschutz ist geplant. Nur von einem Gartenzaun wollen die Gartenfreunde absehen. «Wir möchten den Garten offen behalten», so Hanselmann. «Die Leute sollen sehen können, was wir machen. Und mitreden. Oder vielleicht sogar mitarbeiten?» 

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