• 20.10.2020 15:13 | von Gary Kaufmann

    Verein fördert die Liebe zum Einradsport

    Vor zweieinhalb Jahren wurde der Einradverein «Team Ursli» mit Sitz in Vaduz gegründet. Inzwischen zählt er knapp 60 Mitglieder. 

    «Grundsätzlich kann es jeder, aber gerade am Anfang braucht es sehr viel Motivation und Übung, bis man die erste Hürde überwunden hat», meint Ursli-Präsident Markus Büchel. Ihn fasziniert vor allem die Vielseitigkeit, welche mit dem Einrad einhergeht. Unter anderem kann man darauf den Berg hinuntersausen, Hockey spielen, tanzen, grinden, Tricks vollführen und Hindernisse überwinden. Ausserdem gefällt ihm die familiäre Atmosphäre unter Gleichgesinnten: «Die Szene ist klein, man kennt sich. Eine weltweite Vernetzung ist da.» 2007 organisierte Büchel zum ersten Mal das internationale Bergeinradtreffen «Elsbeth», das am Pfingstwochenende stattfindet – nächstes Jahr ist auf dem Flumserberg die neunte Auflage mit rund 100 Teilnehmern geplant. «Es kommen zwar die weltbesten Fahrer, aber die Veranstaltung hat überhaupt keinen Wettkampfcharakter. Es geht nur um den Spass», erklärt er.

    Die Organisation und finanziellen Angelegenheiten dieses Anlasses waren es schliesslich, die im Frühjahr 2018 zur Vereinsgründung in Vaduz führten. Denn begeisterte Einradfahrer gab es vorher schon in der Region. «Wir merken, dass es die Kontinuität der Trainings und das Engagement der Mitglieder gefördert hat», berichtet Büchel. Weiter existiert seither ein fünfköpfiger Vorstand, sodass sich die Last auf mehrere Schultern verteilt. Beim Namen «Ursli» handelt es sich um eine Abkürzung, die für «Unicycle Riders (from) Switzerland and Liechtenstein» steht. Inzwischen zählt der Verein, welcher dem Schweizer Verband angeschlossen ist, knapp 60 Mitglieder. Davon kommt rund ein Viertel aus Liechtenstein.

    Ursli wollen auch im Land Hallentrainings anbieten
    Aktuell trainieren die Ursli in den Räumlichkeiten des ehemaligen Nachtclubs Gate 7, gegenüber der Landi in Buchs (Mittwoch, 13.30 bis 15 Uhr), und in der Turnhalle Gadretsch in Sevelen (Freitag, 16.45 bis 18 Uhr) mit durchschnittlich 25 Teilnehmern. Etwas weniger Mitglieder nutzen die Bergabfahrten, die der Verein an Sonntagen durchführt. Hauptsächlich finden diese in Triesenberg, auf dem Buchserberg oder in Oberschan statt. Je nach vorhandenen Trainern teilen sich die Teilnehmer in mehrere Leistungsgruppen auf.

    Der Standort in Buchs steht voraussichtlich nur noch bis anfangs 2021 zur Verfügung, weil der Abbruch des Gebäudes bevorsteht. Dafür können sich die Ursli bis dahin dort kostenlos im selbst errichteten Skatepark samt Rampen und Rails austoben. Heisst aber auch, dass eine neue Halle gesucht wird – vorzugsweise in Liechtenstein. «Es ist schon unser Ziel, dass wir mindestens ein Training pro Woche auf dieser Seite des Rheins anbieten können», sagt Markus Büchel. «Allerdings ist das nicht ganz so einfach. Durch die vielen Schweizer Mitglieder haben wir Mühe, als Liechtensteiner Verein anerkannt zu werden.» Deshalb sei ein Anschluss an den Radverband (LRV) bislang gescheitert. «Gerade für Randsportarten wie das Einradfahren ist die regionale Ausrichtung jedoch notwendig», betont der Präsident. Allerdings nehmen auch die Mitgliederzahlen aus Liechtenstein zu, womit zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht eine andere Ausgangslage besteht.  

    Teilnahme an der WM 2021 wird in Betracht gezogen
    Wie für so viele Sportvereine bleibt 2020 auch für die Ursli ein «aussergewöhnliches Jahr». Einige Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Mittlerweile werden wieder Trainings durchgeführt und der junge Verein blickt dank eines neuen Sponsors zuversichtlich ins kommende Jahr, wo er die neunte Ausgabe des internationalen Bergeinradtreffens «Elsbeth» nachholen möchte.

    2021 sind zudem Auftritte am Slow-Up, dem Liechtensteiner Staatsfeiertag und der Weltmeisterschaft in Grenoble, Frankreich, geplant. Letztere war ursprünglich ebenfalls heuer vorgesehen. «Mein Sohn und ich sind angemeldet. Wegen der Verschiebung ist jedoch nicht zu 100 Prozent klar, ob wir noch teilnehmen», erzählt Markus Büchel. Selbst peilt der Vaduzer die Disziplinen Downhill und Cross-Country an, sein Sohn bereitet sich zusätzlich auf Street vor. Sie sind bislang die einzigen Vereinsmitglieder, die vorhaben, sich auf dem höchsten Niveau zu messen. Nun, da die Teilnehmer ein Jahr mehr Zeit haben, kann sich Büchel durchaus noch weitere Anmeldungen vorstellen

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