• 16.10.2020 11:10 | von Gary Kaufmann

    Nicht viel mehr Fans online

    Insgesamt 1140 Zuschauer verfolgten bisher die drei Länderspiele Liechtensteins in der Nations League 2020/21 über die Webseite des Landeskanals. Die Zahlen der TV-Zugriffe werden nicht gemessen.

    Die beiden Heimspiele in der Nations League gegen Gibraltar (0:1-Niederlage) und San Marino (0:0-Remis) waren nicht nur von den Resultaten her enttäuschend. Mit jeweils 178 Zuschauern war die Fankulisse im Rheinpark Stadion zwar auf einem soliden Erstliga-Niveau, aber dürftig für ein Länderspiel. Gemäss dem LFV-Schutzkonzept hätten rund 1000 Personen Einlass gefunden. Gegen Bosnien und Herzegowina (Qualifikation EM 2020, 0:3-Niederlage), dem letzten Heimauftritt der Liechtensteiner Nationalmannschaft vor der Pandemie, waren am 18. November 2019 offiziell 2993 Zuschauer anwesend. «Es ist schön, wenn wir vor vielen Fans spielen können, das pusht», meinte Nationalspieler Maximilian Göppel anfangs dieser Woche an einer Medienkonferenz.

    Übertragung war nur hierzulande abrufbar 
    Angesprochen auf die geringe Unterstützung hatte Nationaltrainer Helgi Kolvidsson eine einfache Erklärung dafür. «Die Partie wurde im Fernsehen gezeigt. Ich bin sicher, dass dort viele Zuschauer live dabei waren», meinte der Isländer nach der Niederlage gegen Gibraltar und nannte weitere Faktoren: «In diesen schwierigen Zeiten sind die Leute vorsichtiger geworden, wofür ich Verständnis habe, und das Wetter hat vielleicht auch noch mitgespielt.» Tatsächlich organisierte der Liechtensteinische Fussballverband (LFV) die Übertragung der vier Nations-League-Spiele auf dem Landeskanal damals unter der Annahme, dass die Uefa bei sämtlichen Partien Geisterspiele verlangt. Kurz vor den Heimspielen hat der europäische Verband die Massnahmen jedoch gelockert.

    Eine Anfrage bei der Abteilung Information und Kommunikation der Regierung (IKR), die für den Landeskanal verantwortlich ist, zeigt auf, dass an den Bildschirmen nicht wesentlich mehr Fans mit der Kolvidsson-Elf mitgefiebert haben – zumindest nicht bei den beiden Oktober-Heimspielen. In den effektiven Zahlen des Auftragnehmers, der GMG AG, ausgedrückt: Gegen Gibraltar waren 214 Zuschauer, gegen San Marino 252 Zuschauer per Online.Liveübertragung des Landeskanals nach Vaduz geschaltet. «Die Rechte waren auf Liechtenstein beschränkt. Nicht einmal von der Schweiz aus konnten die Spiele abgerufen werden», erklärt Peter Rutz vom Technischen Dienst der IKR-Abteilung in Bezug auf den Onlinezugriff. Die Zahlen der  Zugriffe über die TV-Geräte werden hingegen nicht gemessen.. Ausserhalb der Landesgrenzen konnte man die Spiele nur kostenpflichtig über den Streamingdienst DAZN empfangen.

    Dreimal so viele Zuschauer beim Auswärtsspiel 
    Was Hoffnung macht, auch aus sportlicher Sicht: Zum Auftakt der Nations League 2020/21 am 8. September schalteten noch 674 Fans – dreimal so viele wie bei den darauffolgenden Heimspielen – den Landeskanal ein und erlebten einen 0:2-Sieg gegen San Marino. Auch beim Abschluss der Kampagne in Gibraltar (17. November) dürfte das Angebot vor allem wegen der Distanz wieder stärker genutzt werden. Das Kleinstaaten-Duell wird erneut von LFV-Generalsekretär Peter Jehle und dem Schweizer Sportmoderator Beni Thurnheer kommentiert. Aus technischen Gründen übrigens nicht direkt aus Gibraltar, sondern wie beim ersten Auswärtsspiel in Rimini aus dem Regierungsgebäude in Vaduz, von wo aus der Landeskanal sendet.    

    Geteilt: x