• 21.10.2020 22:37

    Lyonel Reichl holt zum fünften Mal den Meistertitel

    Einzig in Beggingen (Schaffhausen) erzielte Lyonel Reichl in dieser Saison keinen Vollerfolg.

    Nachdem er den ersten Lauf noch mit einer halben Minute Vorsprung für sich entscheiden konnte, ging er im zweiten Durchgang zu ungestüm ans Werk, stürzte mehrmals und fand sich schliesslich als Vierter neben dem Podest wieder. Es sollte das einzige Mal bleiben, denn ansonsten siegte der junge Liechtensteiner in neun von zehn Wertungsläufen zum Teil mit grossen Zeitdifferenzen auf die nachfolgende Konkurrenz.
    In der Klasse bis 85 ccm feiert der 14-jährige Nachwuchsfahrer des Motocross Club Triesen (MCCT) bereits seine vierte Meisterschaft in den letzten fünf Jahren. 

    Mehr als nur bereit für die 125-ccm-Klasse
    «Lyonel hat sich in dieser Saison sehr gut weiterentwickelt. Wir haben vor allem im körperlichen und technischen Bereich hart gearbeitet», so René Ender, der Reichl seit knapp einem Jahr betreut und ihm ein gutes Zeugnis ausstellt. «Lyonel hat kein einziges Training ausgelassen und überzeugte alle durch seinen Biss, den er ins Training mitbringt.» Wohin der Weg den Liechtensteiner schlussendlich führen wird, darüber mag Ender keine Prognose abgeben. Zu gut kennt der Vorarlberger nämlich das Geschäft, denn Verletzungen sind im Rennbetrieb oftmals eine Stolperfalle. 
    Nachdem Lyonel Reichl bereits im August von seinem Team um Mechaniker Patrick Kalberer mit einer neuen Kalberer-Husqvarna TC125 überrascht wurde, war der nächste Schritt wohl vorgegeben. Denn aufgrund der gezeigten Leistungen in der Kategorie 85ccm war der Aufstieg in die nächste Klasse nur die logische Konsequenz. 
    Anfang Oktober zeigte der alte und neue Schweizer Meister der Klasse 85 cmm, dass er für diesen Klassenaufstieg mehr als nur bereit ist. Bei einem Gaststart in der 125-ccm-Klasse um die Schweizermeisterschaft in Frauenfeld wusste Lyonel Reichl mit seinem neuen Arbeitsgerät vollends zu überzeugen. Gleich bei seinem ersten Rennen in der neuen Klasse holte der Liechtensteiner den Laufsieg mit knapp acht Sekunden Vorsprung und schockte damit die gesamte Konkurrenz. Im zweiten Durchgang bremste den 14-jährigen Schüler dann allerdings ein Defekt aus und zwang ihn zur Aufgabe. Dennoch setzte Reichl ein deutliches Ausrufezeichen in Richtung Meisterschaft. Wie sein Trainer sagte: «Das Potenzial und der Ehrgeiz, den ganzen Weg zu gehen, sind bei Lyonel vorhanden.» (bugu)

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