• 24.10.2020 06:00 | von Gary Kaufmann

    Liechtenstein Rugby Union stellt den Trainingsbetrieb ein

    In Reaktion auf die zweite Covid-19-Welle hat Suisse Rugby seinen Mitgliedervereinen die Möglichkeit eröffnet, diesen Herbst auf eine Teilnahme am Ligabetrieb zu verzichten – ohne Sanktionen.

    Ein Schritt, der per se einer Verlängerung der Wettkampfpause gleichkommt, die seit Mitte März besteht. Die Liechtenstein Rugby Union, dem die beiden Vereine Red Pride Rugby (Vaduz) und Lynx Rugby (Schellenberg) angeschlossen sind, teilte gestern mit, dass ab nächster Woche bis auf Weiteres der Trainingsbetrieb eingestellt wird. Ausserdem lobten sie den Schweizer Verband dafür, dass er ein Zeichen setzt, und wollen selbst Verantwortung übernehmen: «Auch wir haben die steigenden Fallzahlen beobachtet.»

    Eine Entscheidung, die sicher nicht einfach fiel, da den ovalen Ballsport hierzulande schon vor der Pandemie Nachwuchssorgen plagten. «Der Ausfall des Trainingsbetriebs wird unseren Mitgliederzahlen nicht helfen, im Gegenteil, doch es gibt Wichtigeres als Rugby», schreibt die Liechtenstein Rugby Union auf ihrer Facebook-Seite. Dabei wollte man 2020 das 15-Jahr-Jubiläum von Lynx, dem ältesten Verein des Landes, gross feiern. Statt Sause wird es nun jedoch ein Jahr ohne Wettkämpfe. Doch die Mitglieder nehmen es gelassen und freuen sich darüber, dass man zumindest einige Trainings absolvieren und dabei junge Spieler in die Mannschaft integrieren konnte: «Alter ist sowieso nur eine Zahl.» Die geplanten Aktivitäten sollen 2021 nachgeholt werden. 

    Im Unihockey ruht vorerst der Wettkampfbetrieb 
    Auch die Mannschaften des Unihockey Clubs Schaan erhielten gestern eine Hiobsbotschaft. Der Schweizer Verband hat den Spielbetrieb per sofort bis voraussichtlich Ende November unterbrochen, um «einen Beitrag zur Eindämmung des Virus zu leisten». Wie dieser weiter mitteilt, wären dieses Wochenende fast 1000 Spiele geplant gewesen – rund ein Zehntel davon musste ohnehin verschoben oder abgesagt werden, weil sich die Teams in Quarantäne befinden respektive Forfait gaben. Was den Trainingsbetrieb angeht, überlasst der Verband die Entscheidung den Vereinen. Der UHC Schaan hat sich öffentlich noch nicht dazu geäussert. 

    Jetzt wurde der Stein ins Rollen gebracht
    Die Rugby- und die Unihockeyszene gehören zu den Ersten, zumindest im Breitensportbereich dürften noch weitere Sportarten ihrem Vorbild nachziehen. Allesamt mit der Hoffnung, dass sie ihre Leidenschaft dadurch schneller wieder ohne die gegenwärtigen Herausforderungen der Pandemie ausüben können. Dem gegenüber steht die Sorge, in den kommenden Wochen ohne Vereinsleben weitere Mitglieder zu verlieren.

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