• 26.02.2021 07:00 | von Stefan Banzer

    Lena Göppel hat in den USA Fuss gefasst

    Seit letztem Sommer studiert Lena Göppel an der University of Louisiana at Monroe und spielt Fussball für das College-Team.

    Trotz grosser Ungewissheit und coronabedingten Schwierigkeiten hat die 19-jährige Liechtensteinerin Lena Göppel letzten Sommer einen Entschluss gefasst. Die Fussball-Nationalspielerin hat ein Angebot von der University of Louisiana at Monroe erhalten, wo sie seit letztem Herbst studiert und im College-Team Fussball spielt. Nach einem halben Jahr in den USA erzählt Lena Göppel, wie es ihr weit Weg von ihrer Heimat geht.

    Teamgeist, den Göppel so noch nicht kannte
    Wegen Corona musste Lena Göppel auch in Louisiana mit Einschränkungen leben. Ihr erstes Semester an der Universität fand beispielsweise oft im digitalen oder im hybriden Rahmen statt. Auch in diesem Semester, welches im Januar begonnen hat, hat sich daran nicht viel geändert. «Die meisten Kurse finden online oder hybrid statt», sagte sie. Ein Teil des Lebens auf dem Campus, wie man es beispielsweise aus Filmen kennt, fällt so aktuell natürlich weg. Doch ganz abgeschottet lebt Göppel nicht. Sie wohnt zusammen mit Teamkolleginnen in Apartments, wobei das ganze Team im gleichen Komplex wohnt. «Am Abend kann man so immerhin mit anderen etwas machen, Filme schauen oder Hausaufgaben machen. Es ist echt cool, dass alle zusammen leben. Der Teamgeist wird dadurch speziell gefördert», sagte Göppel.

    Ein Teamgeist, den Göppel so bisher noch nicht kannte. «In der Schweiz trainiert man vielleicht vier-, fünfmal in der Woche zusammen und sieht sich sonst nicht immer. Hier trainieren und leben wir zusammen, was schon sehr speziell ist», sagte die Liechtensteinerin. Im Alltag steht für die Spielerinnen nämlich schon morgens um 
    9 Uhr ein erstes Training an, bevor eine weitere «Krafteinheit» ansteht. Nach dem Essen findet dann der schulische Teil für Lena Göppel und Co. statt, sprich Onlinekurse oder Seminare vor Ort. Auch dabei oder spätabends ist sie praktisch immer mit ihren Teamkolleginnen in Kontakt.

    Gleich einen Stammplatz erkämpft
    Eine grosse Eingewöhnungs­zeit hat Lena Göppel weder in schulischer noch in sportlicher Hinsicht gebraucht. «Den Platz in der Mannschaft habe ich sehr schnell gefunden. Ich habe ausser in den beiden Spielen, in denen ich verletzt gefehlt habe, durchgespielt. Ich kann schon sagen, dass ich wichtig fürs Team bin», sagte Lena Göppel. Die Liechtensteinerin hat also die ganze Herbstmeisterschaft durchgespielt. Diese konnte mehr oder weniger normal stattfinden, wobei die Spielerinnen jeweils ein-, zweimal wöchentlich und vor den Spielen auf das Coronavirus getestet wurden. Jetzt im Frühling findet in den USA keine Meisterschaft statt. «Wir haben Freundschaftsspiele, die fürs Ranking zählen. Wir haben jetzt schon vier Spiele gehabt, von denen wir drei gewonnen haben. Leider bin ich in zwei Spielen verletzt ausgefallen. Jetzt bin ich aber wieder fit, gestern hatten wir das letzte Spiel, welches wir mit 2:0 gewonnen haben», sagte Göppel gestern früh.

    Athletik in den USA, Technik in der Schweiz
    Auf die Frage hin, ob Lena Göppel einen Unterschied zum Fussball in der Schweiz ausmachen könne, erklärte sie, dass in den USA vor allem die Athletik und die Ausdauer höher gewichtet werden. In der Schweiz sei der Fussball dagegen technisch feiner. Gute Spielerinnen gibt es ihr zufolge aber an beiden Orten. Mit ihr spiele beispielsweise eine griechische Nationalspielerin, die erst letzten November mit ihrer Nationalmannschaft gegen Deutschland spielte. «Wir haben durchaus Spielerinnen, die für andere Nationalmannschaften aufgeboten werden. Ansonsten ist der Hauptunterschied im Vergleich zur Schweiz der Teamgeist, weil wir hier wirklich auch zusammen leben und wohnen.»

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