• 22.11.2020 15:21 | von Gary Kaufmann

    Leidenschaft für tiefe Gewässer verbindet

    Seit 50 Jahren sorgt der Tauchclub Bubbles aus Schaan für ein geselliges Vereinsleben und bietet Ausbildungskurse für Interessierte an. 

    Obwohl Liechtenstein kaum tiefe respektive geeignete Gewässer hierfür aufweist, verzeichnet der Tauchclub Bubbles mit Sitz in Schaan aktuell 143 Mitglieder. Vizepräsident Clemens Mock weiss genau, worin der Reiz liegt. Er beschreibt die Sportart als «sehr gute Möglichkeit, dem hektischen Alltag für eine kurze Zeit zu entfliehen, einfach mal abzutauchen». Genauso bietet sie die Gelegenheit, die Tier- und Pflanzenvielfalt in den Seen zu erkunden, und stellt eine ideale Vorbereitung auf genussvolle Badeferien dar. «Tauchen in Seen ist anspruchsvoller und aufwändiger als im Meer, weil es meist kälter und dunkler ist», erklärt Mock.

    Ein familienfreundlicher Verein für jedes Niveau
    Schwerpunkt sind die gemeinsamen Tauchgänge, die jeweils am Donnerstagabend stattfinden. Im Sommer geht es – ausgerüstet mit Anzug, Flossen, Masken und Schnorchel  – etwa an den Walensee oder Bodensee, aber auch kleinere Gewässer wie der Alter Rhein und Beschlinger Weiher werden aufgesucht. Wenn das Wetter nicht mitspielt (schlechte Sicht), weichen die Bubbles auf das Freibad Buchs oder den Binnenkanal hierzulande aus. In den Wintermonaten trainieren sie im Hallenbad Eschen.

    Ebenfalls viel Wert legt der Club auf die Ausbildung, welche dieser selbstständig im Rahmen der Richtlinien des internationalen Tauchsportverbands CMAS durchführt. «Bei uns sind Taucherinnen und Taucher unabhängig von ihrem Ausbildungslevel oder der Organisation herzlich willkommen. Und natürlich auch alle, die das Tauchen lernen möchten», betont Präsident Peter Kunkel. Zu den Höhepunkten des Vereins gehören die gemeinsamen Tauchreisen ins Ausland, die alle zwei Jahre organisiert werden. Auch die Geselligkeit nimmt eine wichtige Komponente ein, sodass die Mitglieder nach den Tauchgängen gerne in der «Hennafarm» verweilen. In ihr eigenes Clubhaus in Schaan sind sie 1984 umgezogen, in den Jahren 1994 bis 1996 wurde der ehemalige Hühnerstall in Eigenregie und mit grossem finanziellen Aufwand umgebaut. «Für diese Möglichkeit sind wir der Gemeinde Schaan zu tiefstem Dank verpflichtet.» Davor traf man sich im «Bierhüsli» und Restaurant Dux. «Wir versuchen unsere Anlässe, wenn möglich, familienfreundlich zu gestalten. In unserem Clubhaus gibt es sogar eine Spielecke für die Kleinen», berichtet Peter Kunkel.

    Bis 2011 war der Club mit der Wasserrettung im Land beauftragt. Seither besteht dafür ein neuer Verein, der dem Amt für Bevölkerungsschutz untersteht. «Die Loslösung war im Rahmen der klaren Aufgabentrennung notwendig, da sich die Ziele vom Tauchclub Bubbles grösstenteils von denen der Wasserrettung Liechtenstein unterscheiden», erinnert sich Vizepräsident Clemens Mock. Allerdings bestehe immer noch eine enge Beziehung zueinander, praktisch alle Mitglieder der Wasserrettung sind auch im Tauchclub engagiert.

    Clubaktivitäten sind derzeit auf ein Minimum reduziert
    Gegründet wurde der Tauchclub Bubbles 1970, ein Jahr später erfolgte der Beitritt in den Liechtensteinischen Landessportverband sowie den internationalen Tauchsportverband CMAS. Eigentlich wollte man die 50 Jahre heuer mit einer Jubiläumsgala sowie einem «Hennafarmfäscht» für die Bevölkerung feiern. Doch Covid-19 hat dem einen Strich durch die Rechnung gemacht. «Wir lassen uns davon nicht entmutigen und planen die Anlässe nächstes Jahr nachzuholen», so der Präsident. Momentan sind die Clubaktivitäten wegen der Pandemie auf ein Minimum reduziert, also auf das Tauchen. Viele Veranstaltungen wurden abgesagt, um einen Beitrag zur Verbesserung der Situation zu leisten.

    Wenn sich Peter Kunkel etwas für das Jubiläum wünschen könnte, dann ein geeignetes Tauchgewässer in Liechtenstein: «Das wäre natürlich ein Hammergeschenk. Leider ein nicht ganz realistischer Wunsch, aber träumen darf man ja.» Deshalb läuft es eher auf einen Jubiläumskompressor hinaus, meint er. Ein grösseres, kostspieliges Projekt, mit dem man sich gerade beschäftigt, ist nämlich die Erneuerung der Füllanlage. Ihr Herzstück, der Kompressor, hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel. «Die Ausfälle und Reparaturen nehmen zu», berichtet er. Auch über Neumitglieder würde sich der Tauchclub Bubbles zum runden Geburtstag freuen. Der Präsident lockt mit folgenden Worten: «Bei den Bubbles kann man fast alles und muss nur sehr wenig.»

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