• 20.11.2020 06:00 | von Gary Kaufmann

    Keine staatliche Unterstützung für den FC Vaduz

    Trotzdem gibt es eine finanzielle Erleichterung: Mit dem Casino Admiral wurde gestern ein neuer zweiter Hauptsponsor präsentiert.

    Maximal 50 Personen dürfen in die Stadien. Kalkuliert haben die Vereine jedoch mit einer Sitzplatzauslastung von zwei Dritteln. In Anbetracht der finanziell schwierigen, andauernden Situation stellt der Schweizer Bundesrat kommendes Jahr den semi- und professionelle Klubs nächstes Jahr ein Darlehen von 175 Millionen Franken zur Verfügung, um die fehlenden Ticketeinnahmen zu kompensieren. Davon sind maximal 115 Millionen als A-fonds-perdu-Beiträge (ohne eine Rückzahlung) vorgesehen. «Ein starkes Zeichen der Schweizer Politik für den Spitzensport», meint Patrick Burgmeier zum Entscheid vom Mittwoch. Dabei ist sein Verein der einzige in der Super League, der als Liechtensteiner Gast keinen Anspruch auf diese Hilfe hat.

    Zuversichtlich, dass hier im Land eine Lösung kommt
    Wie der geschäftsführende FCV-Präsident auf Anfrage erklärt, erhält man schon länger keine staatliche Unterstützung mehr. Im April wurde während des Spiel- und Trainingsverbots Kurzarbeit für die Spieler sowie den Staff beantragt. Aktuell hätten die Schweizer Vereine seiner Meinung nach also einen Vorteil: «Soweit ich mitbekommen habe, werden einige Clubs von diesen Beiträgen Gebrauch machen.» Allerdings müsse man abwarten, wie viel die einzelnen Vereine erhalten, zudem sind insbesondere für die A-fond-perdu-Beiträge strikte Auflagen zu erfüllen. Unter anderem sind Löhne oberhalb von 148 000 Franken auf diesen Höchstwert oder um 20 Prozent zu kürzen.

    Auch der FC Vaduz verzeichnet wegen der fehlenden Spieltageinnahmen erhebliche Umsatzeinbussen und sieht sich deshalb, als Arbeitgeber von rund 45 Angestellten, zum Handeln gezwungen. «Aktuell prüfen wir Möglichkeiten von Unterstützungshilfen», so Burgmeier. Denn er geht davon aus, dass dieses Szenario länger anhält. Momentan zählt der FCV auf eine grosse Solidarität bei den Sponsoren, Gönnern sowie Fans. Keine Selbstverständlichkeit, wie er betont. Allerdings werde die Rechnung erst am Ende der Saison gemacht. «Stand heute gehen wir davon aus, dass Forderungen nach Kompensationen aufkommen könnten.»

    Im Vergleich zu den Kollegen über dem Rhein habe der FC Vaduz als einziger Profiverein des Landes wenig politischen Einfluss. Gleichzeitig ist Burgmeier bewusst, «dass es andere gewichtigere Baustellen in Liechtenstein gibt». Es müsse keine Spezialschiene für den Sport gefahren werden, allenfalls könnte man ihn in Pakete für andere unterstützungswürdige Bereiche, die etwas für die Gesellschaft leisten, integrieren, wie etwa die Eventbranche. Angesichts des konstruktiven Austauschs mit Sport- und Wirtschaftsminister Daniel Risch ist er zuversichtlich, dass auch für den FC Vaduz eine Lösung gefunden wird. 

    Casino Admiral vorerst bis Saisonende Hauptsponsor
    Da kommt die Nachricht gerade recht, dass die Suche nach einem zweiten Hauptsponsor beendet wurde. Gestern gab der FC Vaduz bekannt, dass neben der MBPI AG, dem bisherigen Hauptsponsor, neu das Logo des Casinos Admiral auf dem Trikot steht. Dies bereits beim kommenden Spiel am Samstag gegen Luzern. Das Unternehmen, welches seit der Saison 19/20 bereits Teampartner der Seniorenmannschaft ist, geht das Engagement vorerst bis Saisonende (inklusive Verlängerungsoption) ein. Laut Birgit Wimmer, Verwaltungsratspräsidentin der Admiral Casinos Ruggell und Triesen sowie Mitglied des Verwaltungsrats der Standorte Locarno und Mendrisio, möchte es damit die Marke sowohl hierzulande als auch in der Schweiz besser positionieren.

    Erforderlich wurde ein zweiter Hauptsponsor, weil die Vorgängerin, die Liechtensteinische Landesbank, ab dieser Saison den FCV-Nachwuchsbereich, aber nicht mehr die Profis unterstützt. «Es freut uns sehr, dass wir mit dem Casino Admiral einen regional verankerten Partner mit bestehender Verbundenheit zum FC Vaduz gewinnen konnten. Zudem ist das Bekenntnis in der aktuell schwierigen Zeit ein starkes Zeichen der Wertschätzung», so Burgmeier. Eines, welches er sich auch von der Regierung wünscht. Ganz nach dem Vorbild des Schweizer Bundesrats.

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