• 19.01.2021 07:00 | von Gary Kaufmann

    Junioren-Bob-WM bleibt auf Kurs

    Liechtensteins Zweierbob und Skeletonfahrerin Katharina Eigenmann werden diese Woche in St. Moritz starten.

    Dass in zwei Hotels mehrere Fälle der südafrikanische Covid-19-Mutation bekannt wurden, sorgte gestern für Unruhe in St. Moritz. Sämtliche Mitarbeiter sowie Gäste wurden in Quarantäne gesetzt und zu Tests aufgefordert. Unweit von diesem Trubel fuhr derweil Liechtensteins Zweierbob die ersten Trainingsläufe an der 
    Junioren-WM. «Bis jetzt läuft alles nach Plan», berichtet Srecko Kranz. Dank einem strikten Schutzkonzept ist der Sportchef des Liechtensteiner Bobverbands zuversichtlich, dass die Wettkämpfe auch stattfinden. Dieses beinhaltet, dass sich die Athleten durchweg in einer «Blase» aufhalten, also nur für die Trainings und Rennen ihre Hotelzimmer verlassen dürfen. Sowohl vor der Anreise als auch bei der Ankunft wurden sie auf Covid-19 getestet. Zwei Tage vor dem Rennen gibt es eine weitere Kontrolle.  
    Für Liechtensteins Sportler Martin Kranz (Pilot) und Ralf Beck (Anschieber) wird es am Freitag die erste Teilnahme an einer Junioren-WM sein. Genauso für Katharina Eigenmann (Skeleton), die heute das erste Training erwartet und ihr Rennen am Samstag hat. Vom Alter her könnte auch Simone Pfeiffer (Monobob) das Land vertreten, doch ihre Disziplin wird erst nächstes Jahr ins Programm aufgenommen. Die Junioren-WM stellt den ersten Saisonhöhepunkt für den Liechtensteiner Bobverband dar. Der zweite markiert Mitte Februar ihr Ende: die Europameisterschaft in Königssee.


    Sportchef wünscht sich  eine Fahrt in die Top 10
    Martin Kranz erhielt vergangenes Wochenende als Spurbob beim Weltcup in St. Moritz schon acht Fahrten auf der 1,7 Kilometer langen Eisbahn «geschenkt». Gestern war der Triesner im schnellsten Lauf trotz ähnlicher Startzeit sechs Hundertstel langsamer unterwegs als am Samstag. Dies wetterbedingt, denn es hatte Neuschnee auf der Strecke. Damit verlor der Bob an Geschwindigkeit, sodass Kranz gut drei km/h im Topbereich einbüsste. «St. Moritz ist sehr flach zum Anschieben und bis zur ersten Kurve hat es fast keine Neigung. Dort sollst du schnell starten und voll beladen sein», weiss der Sportchef. 
    Und gerade was die Athletik und das Gewicht betrifft, hätten seine Athleten einen Nachteil. Doch während der Fahrt konnte Pilot Kranz gestern in seinem besten Lauf noch zwei Plätze gutmachen zum Start, was seine technischen Stärken unterstreicht. Weil sich unter den 17 Teams einige Weltcupfahrer befinden und der 18-Jährige zu den jüngsten Piloten im Teilnehmerfeld (U23) gehört, hofft sein Vater auf eine Platzierung im Mittelfeld (8. bis 12. Rang): «Wenn er die Fahrt vom Samstag wiederholt, könnte unser Wunsch, die Top 10 zu erreichen, in Erfüllung gehen.»    


    Einladung zur Elite-WM wird wohl abgelehnt
    In den bisherigen vier Europacup-Rennen der Saison in Altenberg (14. und 17. Rang) und Winterberg (22. und 28. Rang) konnte sich Liechtensteins Zweierbob von den Rängen her sowie Zeiten jeweils steigern. Eine Bestätigung der steigenden Formkurve flatterte gestern ins Postfach. So wurden der Zweierbob und Skeletonfahrerin Katharina Eigenmann vom Weltverband IBSF zur Elite-WM eingeladen, die im Februar in Altenberg stattfindet. «Sie haben die Limiten erfüllt. Aber ich denke nicht, dass wir hingehen», so der Sportchef. Er zieht nächste Saison eine Teilnahme in Betracht. «Sie sind noch zu jung. Sie sollen zuerst auf ihrem Niveau Erfahrungen stabilisieren und sich verbessern.» Vorerst sind also gute Leistungen an der Junioren-WM gefragt, um sich für grössere Aufgaben zu empfehlen.

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Pilot Martin Kranz und Anschieber Ralf Beck absolvierten gestern das erste Training für die ...
Foto: VIESTURS LACIS | REKORDS