• 25.11.2020 16:41 | von Philipp Kolb

    Im ungüngstigsten Moment gestoppt

    Das Erstligateam der Galina-Volleyballerinnen hält sich derzeit mit Trainieren fit. Die Meisterschaft ist wegen Corona unterbrochen.

    Zum zweiten Mal in diesem Jahr steht ein grosser Teil der Sportwelt wegen Corona still. Die Volleyballmeisterschaft ist erneut unterbrochen worden und noch steht in den Sternen, wann endlich wieder um Punkte gekämpft werden kann. Für das Erstliga-Team von Galina Schaan kam der Unterbruch zum absolut ungüngstigsten Moment. Die Mannschaft ist auch mit Blick auf die Nationalmannschaft im kompletten Umbruch. Routinierte Spielerinnen haben auch wegen der Kleinstaatenspiel-Absage in Andorra – früher als geplant – einen Schlussstrich unter ihre Karriere gezogen. Damit hat sich das Galinateam noch einmal verjüngt. 

    Der Nichtabstieg ist ein Vorteil für die Entwicklung
    Corona hatte aber auch zur Folge, dass nicht in die 2. Liga abgestiegen werden musste, was sportlich eigentlich verdient gewesen wäre. Noch einmal durfte man sich mit der Konkurrenz aus der Ersten Liga messen und dass dieses Unterfangen kein einfaches sein wird, war klar. «Es war ganz klar, dass wir nicht immer konkurrenzfähig sein werden in der Ersten Liga. Die Spielerinnen entwickeln sich so aber schneller und besser. In der Ersten Liga müssen wir in jedem Spiel an unsere Grenze gehen und wir sind immer gefordert. Das ist mir viel lieber als in der 2. Liga mehr zu gewinnen, aber dabei vielleicht nur in zwei oder drei Spielen wirklich gefordert zu werden», nimmt Galina-Trainer Detlev Schönberg Stellung. Und er ist auch zufrieden, wie sich sein junges Team entwickelt hat. «Die Mädchen machen einen sehr guten Job. Wir kommen Schritt für Schritt weiter.» Das zeigt sich auch im bisherigen Saisonverlauf. Auf drei 0:3-Niederlagen (Volleyball Academy Zürich, Jona Volleyball und St. Gallen), folgte rund einen Monat nach dem Saisonstart der erste Satzgewinn gegen Volley Toggenburg und direkt danach der erste Sieg (3:2) gegen Limattal. Just in diesem Moment wurde die Saison wieder unterbrochen – im ungünstigsten Moment. «Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert und dann auch gewinnen können. Die Euphorie wollten wir mitnehmen in die nächste Partie gegen Wittenbach», so Schönberg. Natürlich ist jetzt nach einer langen Pause diese Euphorie nicht mehr gleich greifbar wie direkt nach dem Sieg. Man sei aber dankbar, überhaupt trainieren zu dürfen. 

    Aufwärmen findet mit der Maske statt
    Hier sind die Galina-Girls gegenüber der Schweizer Konkurrenz im Vorteil, denn die Regeln sind nicht derart strikt wie über dem Rhein. Dort variieren sie zwar von Kanton zu Kanton, doch gibt es Landesteile in der Schweiz, wo nur mit Maske trainiert werden kann. «Falls wir irgendwann einmal durchgehend mit Maske trainieren müssten, würden wir das Training wohl aussetzen. Es ist körperlich nicht verantwortbar, den Mädchen würde irgendwann schlecht oder schwindlig. In unseren Trainings tragen wir die Maske ab Parkplatz durch die Garderobe und sogar beim Aufwärmen. Danach aber im Training nicht. Volleyball hat hierbei einen Vorteil, da wir rein vom Spiel her schon in Zonen arbeiten und damit Abstände automatisch dabei sind, was in anderen Sportarten nicht möglich ist», so Schönberg weiter. Anders als sonst ist zusätzliches Desinfizieren und auch die Übungsformen wurden der Situation angepasst. Auf Trainings verzichtet werden sollte jetzt aber auf keinen Fall. Die Sportlerinnen freuen sich auf die Einheiten, auf das Miteinander-Trainieren und die Bewegung, während abseits des Sports bereits vieles anderes im Leben eingeschränkt ist. Dies spüre man, so Schönberg. Er rechnet nicht damit, dass in diesem Jahr noch Meisterschaftsspiele stattfinden. Am 9. Dezember würde die Liga darüber diskutieren. Aufgrund der Fallzahlen ist aber erst wieder mit Ernstkämpfen im Jahr 2021 zu rechnen. Schönberg ist gespannt, wie sein Team den Restart meistert. 

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