• 14.01.2021 07:00 | von Philipp Kolb

    Historisch früher Zusammenzug der Nati

    Liechtensteins Nationalmannschaft bibberte sich gestern bei Temperaturen um den Gefrierpunkt und Schneeregen durchs Training.

    Ende März bestreitet die Liechtensteiner Nationalmannschaft unter dem neuen Nati-Trainer Martin Stocklasa die ersten Ernstkämpfe des Jahres. Drei WM-Qualifikationsspiele (Armenien, Rumänien, Island) stehen innerhalb von nur einer Woche an. Für die grösseren Fussballnationen stellen dabei die aktuell in vielen Ländern Europas verhängten Trainingsverbote wegen Corona keine Probleme dar, da die dortigen Nationalmannschaften in der Regel aus Profispielern bestehen und Profis kommen bekanntlich in den Genuss von Ausnahmeregelungen.

    Auch in der Liechtensteiner Nationalmannschaft gibt es Profis, die mit ihren Vereinen mitten in der Vorbereitung für die bald startende Rückrunde stehen – doch Liechtensteins Nati beherbergt eben auch viele Amateurspieler und diese kommen im Moment in ihren Vereinen zu keinen Trainings, geschweige denn zu Spieleinsätzen.

    Erstliga-Start erfolgt frühestens Anfang April

    Für die Spieler aus der ersten Liga zum Beispiel, von denen es in der Nationalmannschaft einige gibt (USV, Balzers) bedeuten die gestern vom Schweizer Bundesrat verlängerten Trainingsverbote bis Ende Februar nichts Gutes. Konkret darf in der Schweiz in der ersten Liga bis Ende Februar nicht trainiert werden. Sofern die Verbote nicht noch einmal verlängert werden, benötigen die Erstligaklubs ab dann weitere vier Wochen Vorbereitung, ehe die Rückrunde gestartet werden kann. Just dann ist aber auch Länderspielpause, womit in der ersten Liga frühestens im April wieder um Punkte gespielt werden kann. Der LFV und Martin Stocklasa haben auf diese Gegebenheit reagieren müssen, denn wer vier Monate ohne Spielrhythmus und einen grossen Teil dieser Zeit ohne Training auskommen muss, kann in einem Länderspiel gegen Armenien, Rumänien oder Island Ende März sicher nicht überzeugen.

    Acht Trainings sind bis Ende Januar angesetzt
    Neo-Nationaltrainer Martin Stocklasa sprach vor dem gestrigen Training trotz Corona und Verboten aber nicht alles schlecht. «Die Coronamassnahmen müssen wir so nehmen, wie sie sind. Da kann man nichts machen. Wir haben gute Schutzkonzepte und für mich ist das ganze auch eine Chance. Ich kann nun bereits im Januar mit der Mannschaft starten». Tatsächlich hat «Stocki» wegen den aktuellen Begebenheiten einen Grossteil seines Teams viel länger unter seinen Fittichen, als dies normal der Fall wäre. Das nächste Training ist bereits auf Freitag angesetzt und dann geht’s dreimal pro Woche bis Ende Februar so weiter.

    Zeit also zum Kennenlernen, obschon der frühere U21-Nationaltrainer natürlich bereits alle Spieler kennt, aber auch Zeit zum Arbeiten und sich auf die WM-Qualifikation vorzubereiten. Acht Trainings sind angesetzt und möglicherweise werden diese im Februar weitergezogen, sofern die Erstliga-Teams ihren bereits verschobenen Trainingsauftakt nochmals verschieben müssen. «Wir achten auf die Vereine und tauschen uns aus. Wie es weitergeht, wird man sehen», so Stocklasa.

    Motiviert zum Arbeiten sind seine Nationalspieler auf alle Fälle: Gestern standen 19 Akteure im Einsatz und am Freitag werden es 20 sein. «Man sieht, dass sich die Spieler darauf gefreut haben, endlich wieder auf dem Platz stehen zu dürfen», sagt Stocklasa und kümmert sich wieder um sein Team. Wenige Minuten später ging’s los mit dem ersten Training unter dem neuen Nationaltrainer auf halbverschneitem Kunstrasen, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schneeregen und einem bissig kalten Westwind

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