• 25.02.2021 06:00 | von Ruben Bucher

    Di Giusto erlöst den FCV in letzter Minute

    Der FC Vaduz holt sich gegen Luzern dank eines «Last-Minute-Treffers» von Matteo Di Giusto noch einen hochverdienten Punkt.

    «Am Ende können wir, vor allem wenn man den Spielverlauf anschaut, sicher zufrieden sein mit diesem einen Punkt» meinte FCV-Trainer Mario Frick gestern Abend nach dem Spiel gegen Luzern. Das 1:1-Unentschieden war schlussendlich aus Vaduzer Sicht sicher hochverdient, denn das Heimteam war nach einer schwachen ersten Hälfte klar die bessere Mannschaft. Dennoch dauerte es bis zur 93. Spielminute, als Matteo Di Giusto den FC Vaduz endlich erlöste. 

    Ein Sonntagsschuss am Mittwochabend
    Vaduz startete sehr nervös in die Partie, machte in der Startphase viele unnötige Fehler und baute so den FC Luzern immer mehr auf. Dennoch fiel das 1:0 durch Louis Schaub in der 24. Spielminute aus dem Nichts. Der wirblige Mittelfeldspieler kam nach einem Vaduzer Fehler im Aufbauspiel an den Ball, zog aufs Tor los und schlenzte den Ball auf rund 18 Metern mit dem Aussenrist in den Winkel. Ein Sonntagsschuss – und das am Mittwochabend.

    Es war dies aber die einzige wirklich nennenswerte Szene einer sehr überschaubaren ersten Hälfte. Luzern hatte das Spiel grösstenteils unter Kontrolle und beim FC Vaduz klappte über weite Strecken so gut wie gar nichts. «Es war eine schwache erste Hälfte von uns. Wir sind erneut gehemmt aufgetreten, waren etwas nervös und hatten viele dumme Ballverluste. Und dann hat man die Qualität von Luzern schon gesehen», sagte Frick nach der Partie. Ähnlich wie der Trainer sah es auch Pius Dorn. «In der ersten Halbzeit haben wir überhaupt nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Luzern hat es aber sicher auch sehr gut gespielt. Da sieht man schon, dass sie die spielerische Klasse haben und individuell sehr gut besetzt sind», so der Deutsche.

    Parallelen zum letzten Heimspiel gegen Zürich
    Halbzeit zwei begann für den FC Vaduz dann sofort mit einem Dämpfer. Denn Captain und Torhüter Benjamin Büchel kam nicht mehr aus der Kabine zurück aufs Feld und musste durch Justin Ospelt ersetzt werden. «Es ist irgendetwas Muskuläres an der Hüfte. Genaueres weiss ich bis jetzt noch nicht», erklärte Mario Frick nach der Partie. Doch auch ohne seinen Captain kam der FCV wie verwandelt aus der Kabine. Plötzlich war das Team von Mario Frick wieder giftig, ging aggressiver in die Zweikämpfe und drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Es erinnerte ein wenig an das Heimspiel gegen den FC Zürich vor wenigen Wochen. Auch damals lag der FCV zur Halbzeit zurück, kam wie verwandelt aus der Pause und drehte danach noch die Partie. «Wir haben genau das in der Halbzeit angesprochen. Gegen Zürich hatten wir ein ähnliches Match, sind schwer ins Spiel gekommen und haben dann in der zweiten Hälfte unser wahres Gesicht gezeigt. Heute ist es uns im Gegensatz zum Zürich-Spiel aber nicht gelungen, gleich nach der Pause das 1:1 zu machen, auch wenn die Chancen dazu da waren», sagte Frick.

    Und so rannte der FC Vaduz dem 1:0 aus der ersten Halbzeit lange nach. Von Luzern kam in der zweiten Hälfte gar nichts mehr. Die Innerschweizer versuchten nur noch, mit Mann und Maus die Führung über die Zeit zu retten. Und das wäre auch beinahe gelungen. Denn spätestens als Pius Dorn in der 90. Minute in den Strafraum zog, aus kurzer Distanz einfach mal draufhielt und Marius Müller im FCL-Tor mit einer Glanzparade den Ausgleich verhinderte, ging die Hoffnung bei den meisten FCV-Sympathisanten im Stadion verloren. Aber nur Sekunden danach jubelte der FCV. Winter-Neuzugang Ibrisimovic kam am linken Flügel an den Ball, spielte diesen Flach zur Mitte und Matteo Di Giusto stocherte die Kugel irgendwie über die Linie. «Es war sicher etwas Glück dabei. Der Ball ist am Ende etwas reingekullert, aber Tor ist Tor», meinte Matteo Di Giusto mit einem Schmunzeln auf den Lippen und fügte danach noch an: «Am Ende ist es aber sicher verdient, dass wir den ‹Lucky-Punch› noch gemacht haben.»

    «Hätten das Spiel auch gewinnen können»
    Verdient war der Punktgewinn auch aus Sicht von Mario Frick. «Die Mannschaft hat sich diesen Punkt sicher verdient. Sie haben alles reingeworfen – auch die Jungen, die dann reingekommen sind, und darum bin ich froh, dass dies heute belohnt worden ist.» Der FCV-Trainer meinte nach dem Spiel aber sogar, dass man diese Partie auch hätte gewinnen können. «Aufgrund der zweiten Halbzeit hätten wir sicher auch gewinnen können. Ich denke, da waren wir auf jeden Fall die tonangebende Mannschaft.»

    Und so schliesst der FC Vaduz in der Tabelle zwar nicht ganz zu den anderen Teams auf. Der Rückstand auf den Barrage-Platz beträgt aber nur noch drei Punkte.

    FC Vaduz – FC Luzern 1:1 (0:1)
    Rheinpark Stadion, Vaduz. Keine Zuschauer (Covid-19). Schiedsrichter Fedayi San, assistiert von Jonas Erni undDevis Dettamanti. FC Vaduz: Büchel (46. Ospelt); Schmied (82. Ibrisimovic), Schmid, Simani; Dorn, Lüchinger (70. Gomes), Gajic, Hug; Cicek; Coulibaly (70. Di Giusto), Sutter (61. Djokic). FC Luzern: Müller; Schwegler, Knezevic, Burch, Frydek; Schulz, Wehrmann (70. Emini); Taser, Schaub (62. Ndiaye), Schürpf; Sorgic (82. Balaruban). Tore: 0:1 24. Louis Schaub, 1:1 90. +3 Matteo Di Giusto. Bemerkungen: Verwarnungen für Simani, Schmied, Cicek, Gajic, Schürpf und Frydek (alle Foul).

    Die Bewertung
    Der Stärkste: Matteo Di Giusto. Starke Leistung: Dennis Simani. Gute Leistung: Benjamin Büchel, Yannick Schmid, Joël Schmied, Milan Gajic, Mohammed Coulibaly, Justin Ospelt, Dejan Djokic. Durchschnittliche Leistung: Pius Dorn, Nico Hug, Tunahan Cicek, Yago Gomes. Schwache Leistung: Gabriel Lüchinger, Manuel Sutter. Kurzeinsatz: Elvin Ibrisimovic.

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