• 27.02.2021 06:00 | von Gary Kaufmann

    Anschluss an die Konkurrenten besiegeln

    Vaduz möchte am Sonntag Sion im Abstiegskampf schlagen, um nach den jüngsten Erfolgen endlich auch in der Tabelle aufzuschliessen.

    Mit Kellerduellen kennt sich der FC Vaduz diese Saison aus. Allerdings war die Form vorher kaum so vielversprechend wie vor dem nächsten Auswärtsspiel im Tourbillon. Drei Siege, drei Remis und zwei Niederlagen im neuen Jahr: Der Aufsteiger ist mittlerweile in der Super League angekommen, nun gilt es, das auch in der Tabelle zu untermauern. Mit einem Sieg gegen Sion würde der FCV (10. Rang) von den Punkten her mit den Westschweizern (9. Rang) gleichauf liegen und zum ersten Mal seit dem zehnten Spieltag aufschliessen. «Das ist unser grosses Ziel. Es sind zwar noch einige Matches zu spielen, aber in dieser Phase ist es extrem wichtig, dass wir gegen die direkten Konkurrenten nicht nur einen Punkt holen, sondern wieder einmal gewinnen», betont Trainer Mario Frick. 

    Die rote Laterne wird dieses Wochenende wahrscheinlich (noch) nicht abgegeben; dafür müsste man gleich mit zehn Toren Vorsprung gewinnen. Nichtsdestotrotz hat die morgige Partie als Sechspunktespiel einen hohen Stellenwert. Deshalb wird Vaduz bereits heute, direkt nach dem Abschlusstraining, gen Wallis aufbrechen und dort eine Nacht im Hotel verbringen. «Du kannst nicht vier Stunden im Bus sitzen und meinen, du kannst Sion schlagen», strebt Frick eine optimale Vorbereitung an. Feiert man auf der Rückfahrt drei Punkte, ist als nächster Schritt zudem ein Blick ins Mittelfeld erlaubt. Denn die Abstände in der Super League werden immer kleiner. Der Grund dafür: Jene Mannschaften, die gut in die Saison gestartet sind, straucheln 2021, während jene auf den hinteren Rängen wie Vaduz, denen eine Kehrtwende gelang, zuletzt fleissig punkten.    

    Vaduz nimmt bewusst Spielersperren in Kauf

    Beim jüngsten 1:1-Remis gegen Luzern präsentierte Vaduz zwei Gesichter. «In der ersten Halbzeit haben wir gefühlt jeden Zweikampf verloren, in der zweiten gewonnen», blickt Frick zurück. Damit betont er den entscheidenden Faktor, dank dem seine Mannschaft zurzeit überzeugt. «Je mehr Zweikämpfe du gewinnst, desto besser findest du ins Spiel. Wir wollen auch in Sion unser Spiel machen, sie mit einem aggressiven Auftritt unter Druck setzen und dadurch zu unseren Chancen kommen.» 

    Diese «giftige» Spielphilosophie, welche sogar Tabellenführer Young Boys zur Weissglut getrieben hat, möchte der Trainer unabhängig der Akteure, die ihm zur Verfügung stehen, durchziehen. Sie fordert allerdings auch einen beachtlichen Tribut. Mit Milan Gajic, Denis Simani und Tunahan Cicek müssen morgen gleich drei Leader wegen vier respektive acht gelben Karten eine Sperre absitzen. In Sachen körperbetontes Spiel gehört die Frick-Elf mittlerweile zur vorderen Hälfte. Insgesamt verbucht der FCV laut SFL-Statistik vor dem 22. Spieltag 47 gelbe Karten, womit man, was diese Anzahl betrifft, in der Super League aktuell den vierten Rang einnimmt. Spitzenreiter ist Luzern mit 58 gelben Karten, der Berner Meister weist mit 34 derweil den geringsten Wert auf.  

    Captain Büchel ist «auf  dem Weg zur Besserung»

    Zu allem Übel verlängern die verletzen Benjamin Büchel (muskuläre Probleme), Sandro Wieser (Fussverletzung), Boris Prokopic (Bänderverletzung im Knie) und Besart Bajrami (Nasenbeinbruch) die Absenzliste. FCV-Mediensprecher Manuel Kalberer teilte gestern mit, dass der Nationaltorhüter «auf dem Weg zur Besserung» sei. Ob es für einen Einsatz reicht, wird nach dem Abschlusstraining entschieden. Abhängen wird es davon, ob ihn die Umstände hemmen oder nicht. 

    «Natürlich werden einige Schlüsselspieler fehlen. Es wird für mich aber kein Problem sein, eine wettkampffähige Mannschaft aufzustellen», betont Frick. Vielmehr fordert er andere Spieler auf, ihre Chance zu nutzen: «Wer zuletzt wenig gespielt hat und nicht zufrieden war, kann jetzt zeigen, dass er zu unrecht draussen gesessen hat.» Dabei erwähnt der FCV-Trainer unter anderem Rahimi (bisher 19 Prozent der möglichen Spielminuten diese Saison), Gasser (44 Prozent) und Di Giusto (30 Prozent). Letzterem gelang gegen Luzern der 1:1-Ausgleichstreffer. «Matteo ist gut drauf und torgefährlich. Er kann Cicek nicht nur vertreten, sondern spielt im Moment stärker», lobt Frick den 20-Jährigen. Die vier jungen, zur Schlussphase eingewechselten Spieler (Di Giusto, Djokic, Gomes, Ibrisimovic) hätten beim letzten Heimspiel noch einmal Schwung reingebracht. Der Trainer grinst: «Das gibt mir schon Hoffnung für die nächsten Wochen.»

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