• 16.10.2020 06:00 | von Desiree Vogt

    Regierung setzt weiter auf Eigenverantwortung

    Strengere Massnahmen sind aber nicht ausgeschlossen, sollten sie nötig werden.

    Obwohl Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini von einer «ernsten Lage» spricht und die Fallzahlen vom März bereits überschritten wurden, greift die Regierung weniger hart durch, als von vielen befürchtet. Vorerst. Denn sowohl Pedrazzini wie auch Regierungschef Adrian Hasler machten gestern klar: Sollten die Forderungen nach Disziplin, gesundem Menschenverstand und Eigenverantwortung nicht fruchten, werden definitiv weitere bzw. strengere Massnahmen ergriffen.

    Grösste Veränderungen im Gastronomiebereich
    Ab kommendem Montag gilt: Bei allen öffentlichen Veranstaltungen darf der Mindestabstand zwischen Personen nur noch unterschritten werden, wenn Trennelemente aufgestellt oder Masken getragen werden. Auch im Sitzbereich muss ein Abstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Für private Veranstaltungen gibt es eine Ausnahme bis zu 30 Personen – hier wird kein Schutzkonzept verlangt. Wird die Obergrenze von 30 Personen überschritten, gelten dieselben Regeln wie bei öffentlichen Veranstaltungen.


    Die stärkste Veränderung trifft erneut die Restaurationsbetriebe. Hier wird die maximale Grösse der Gästegruppe pro Tisch auf sechs Personen festgelegt – und zwar unabhängig davon, ob es sich um Familienmitglieder handelt oder nicht. Ausserdem muss die Konsumation sitzend erfolgen, dazu zählen übrigens auch erhöhte Barstühle – sie sind erlaubt. Steh-Apéros oder eine Bar, in der stehend konsumiert wird, sind allerdings ab Montag nicht mehr zulässig. Und: Das Gastronomiepersonal muss im Gäste­bereich Masken tragen. Generell empfiehlt die Regierung zudem das Tragen von Masken – und zwar in allen Situationen, in denen der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

    Erneut ein dringender Appell an die Bevölkerung
    «Ein erneutes Herunterfahren des gesellschaftlichen Lebens möchten wir unbedingt vermeiden – deshalb haben wir wenige, einfache, aber wirksame Regeln beschlossen», so Regierungschef Adrian Hasler. Regeln, die auf die Ansteckungsquellen abgestimmt sind. Und solche, die über einen längeren Zeitraum hinweg durchgehalten werden können. «Wir wissen, wie es geht», bittet Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini um Mithilfe. Es liege nun an allen, die Anzahl der Neuinfektionen möglichst gering zu halten. Um ein weitgehend «normales» Leben weiterführen zu können, müssten gewisse Einschränkungen in Kauf genommen werden. «Sollten aber weitere Massnahmen nötig sein, werden wir nicht zimperlich sein.»

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