• 21.10.2020 06:00 | von Desiree Vogt

    Kletterhalle: Neues Gesuch in der Pipeline

    Vaduz / Der Liechtensteiner Alpenverein (LAV) wagt einen neuen Anlauf: Noch in diesem Jahr will er ein Gesuch an die Regierung überreichen.

    Am 1. November 2019 trat die neue Sportstättenförderungsverordnung (SSFV) in Kraft. Damit ist jene Hürde gefallen, an welcher die Kletterhalle im Jahr 2018 gescheitert ist: Die Zustimmung aller elf Gemeinden des Landes. Mit der neuen gesetzlichen Grundlage schöpfte der LAV dann auch wieder Hoffnung und gründete eine Projektgruppe, die sich damit beschäftigt hat, nach einer neuen Lösung zu suchen. Diese wurde nun gefunden.

    Wie Axel Wachter vom Alpenverein bestätigt, hofft der LAV, das Gesuch noch in diesem Jahr bei der Regierung einreichen zu können. Befürwortet diese das Gesuch, wird das Thema erneut im Landtag behandelt – er muss dem entsprechenden Finanzbeschluss zustimmen.

    Keine Gliederung mehr in zwei Ausbaustufen
    «Um das Subventionsgesuch bei der Regierung einreichen zu können, müssen noch Angaben zur Rolle der Gemeinden gemacht werden», so Axel Wachter. Dazu sei ein Schreiben an alle Gemeinden verschickt worden, mit der Bitte, einen Subventionsbeitrag zu sprechen. «Sobald wir alle Antworten haben, wird das Gesuch an die Regierung entsprechend ergänzt und dem LAV-Vorstand zur ­Unterschrift vorgelegt. Danach wird es der Regierung übergeben. Wir hoffen, das Gesuch noch in diesem Jahr der Regierung überreichen zu können.» Das neue Subventionsgesuch wurde gemäss Wachter überarbeitet und aktualisiert. Die Kosten seien ebenfalls neu berechnet und aktuelle Offerten eingeholt worden. Im letzten Gesuch wäre der Bau der Kletterhalle in zwei Ausbaustufen gegliedert gewesen. «Dies hat zu viel Fragen und Verwirrung geführt und ist im neuen Subventionsgesuch nicht mehr enthalten.»

    Gute Chancen für jetzige Realisierung
    Die Kosten der Kletterhalle belaufen sich – wie bereits beim 2018 geplanten Projekt – auf 5,5 Mio. Franken, wobei gemäss Wachter Land und Gemeinden 80 Prozent und der LAV 20 Prozent finanzieren soll. Ob die Gemeinden allerdings einen Beitrag leisten, ist noch offen. Gemäss Sportstättenförderungsverordnung hat die Eigenleistung in der Regel mindestens 20 Prozent der Kosten des Förderprojekts zu entsprechen. Wird der LAV von den Gemeinden nicht unterstützt, muss wohl der Staat tiefer in die Taschen greifen. Fakt ist, dass das Projekt Kletterhalle nun gute Chancen auf eine Realisierung hat. Denn dem Projekt wurde bereits 2018 landesweites Interesse nachgewiesen. Und auch der Landtag sprach sich mehrheitlich dafür aus.

    Auch die ­Gemeinde Schaan, die im Jahr 2018 als Standortgemeinde fur die Kletterhalle geplant war, zeigte sich vor einigen Monaten nach wie vor offen für Gespräche. «Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wir das bereits damals geplante Grundstuck erneut zur Verfügung stellen wurden», so Vorsteher Daniel Hilti im Februar. Bei dem Grundstuck handelt es sich übrigens um eine Teilfläche der Parzelle Nummer 1393, die sich im alten Riet im Dreiecksbereich zwischen Bahnlinie, dem Industriebetrieb Ivoclar und der Tennishalle befindet. «Dennoch möchten wir auch an die Gemeinde Schaan mit einem neuen Gesuch gelangen – schliesslich ist die Zusammensetzung des Gemeinderats in der Zwischenzeit eine andere», so Axel Wachter zur Vorgehensweise des LAV. Man wolle sicherstellen, dass auch dieser hinter den Plänen des Alpenvereins stehe.

    «Bedürfnis ist in Bevölkerung vorhanden»
    Der LAV beschäftigt sich übrigens seit Sommer 2012 mit dem Projekt Kletterhalle Liechtenstein. Nach wie vor ist er überzeugt, dass ein grosses Bedürfnis in der Bevölkerung vorhanden ist. «Klettern ist längst zum Breitensport mutiert. Nicht nur Bergsteiger und ein paar Wilde, sondern auch Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrpersonen, Ärzte, Physiotherapeuten, Ski- und Fussballtrainer, ja auch die ältere Generation haben die Faszination des Kletterns entdeckt», so Axel Wachter.

    Klettern vereine nämlich viele Aspekte: Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, Abenteuer, Spass und Herausforderung – also für jeden etwas. «Eine Kletterhalle in unserer Region würde es vielen Menschen ermöglichen, bei jedem Wetter, ob Sommer oder Winter, in einem sicheren Umfeld diese tolle, vielfältige Sportart auszuüben. Auch kann sie als idealer Einstieg zum Felsklettern und in die Berg­welt dienen», weiss Wachter. Vor zwei Jahren ist das Anliegen des LAV, unsere Region «um eine Möglichkeit zur sinnvollen Freizeitgestaltung» zu bereichern, an den Gemeinderäten Balzers und Planken gescheitert. Doch diese Hürde muss das Projekt dank der neuen Sportstättenförderungsverordnung nicht mehr nehmen. Eine Hürde bleibt aber dennoch – wird der Landtag dem Projekt auch in Coronazeiten zustimmen?

    Geteilt: x