• 24.10.2020 06:00 | von Manuela Schädler

    Hiobsbotschaft für Gastronomie

    Gastronomiebetriebe müssen für die nächsten drei Wochen schliessen. Das hat die Regierung aufgrund der rapid ansteigenden Corona-Fallzahlen entschieden. Wirtschaftliche Hilfe wurde ebenfalls angekündigt.

    Die Regierung hat bereits vor einer Woche angekündigt, nicht «zimperlich» zu sein, sollte sich die Coronasituation weiter zuspitzen. Die Zahlen sprechen nun eine deutliche Sprache: Innerhalb von 48 Stunden wurden 72 neue Coronafälle gemeldet. 153 Personen sind erkrankt, 328 in Quarantäne wegen engem Kontakt, weitere 80 wegen Reisetätigkeiten. 

    Zahlen, die zeigen, dass sich das Coronavirus mit hoher Geschwindigkeit ausbreitet. Eine Entwicklung, die der Regierung Sorge bereitet, denn sie bedeutet nicht nur eine Gefahr für  das Gesundheitssystem, sondern aufgrund der vielen Personen in Quarantäne auch für die Wirtschaft und den ganzen Staat. Deshalb hat sie gestern Abend in einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz neue Massnahmen verkündet.

    Massnahmen, die vor allem für die Gastronomie einschneidend sind. Denn Restaurants, Bars, Clubs und Tanzlokale werden ab heute für die nächsten drei Wochen für das Publikum geschlossen. Ausgenommen sind einzig Take-aways, Schulmensen, Betriebskantinen, Mahlzeit-Lieferdienste und Restaurationsbetriebe für Hotelgäste. «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Schritt den aktuellen Trend brechen können», sagte Regierungschef Adrian Hasler vor den Medien. Nach wie vor setze die Regierung alles daran, dass nicht so strenge Massnahmen wie im Frühjahr ergriffen werden müssen. «Wir möchten einen zweiten Lockdown unbedingt vermeiden», so Hasler weiter. 

    Gemeinsames Essen grosse Ansteckungsquelle
    Neben den Schliessungen der Gastronomiebetriebe ist ab heute auch die Konsumation an Veranstaltungen untersagt. Wie der Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini gestern sagte, hätten Beobachtungen der vergangenen Wochen gezeigt, dass viele Ansteckungen am Tisch passieren. «Wenn eine infizierte Person am Tisch sitzt, steckt sie zwei bis drei weitere Personen an», so Pedrazzini. Auch hätte es Fälle gegeben, in denen das Personal die Gäste ansteckte und umgekehrt. Auch Hochzeitsfeiern und Anlässe mit anschliessendem Apéro gehören zu den Ansteckungsquellen. 

    Diese Situationen sollen nun so beschränkt werden, dass Begegnungen nur noch stattfinden, wenn Masken getragen werden. Um die wirtschaftlichen Folgen des Gastro-Lockdowns und weiteren direkt betroffenen Betrieben abzufedern, hat die Regierung im Rahmen des bereits bestehenden Massnahmenpakets finanzielle Hilfeleistungen angekündigt.

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