• 19.01.2021 11:41 | von Patrik Schädler

    FBP-Präsident erteilt Wähler-Dialog eine Absage

    Auch die Vaduzer Medienhaus AG wollte mit Podiumsdiskussionen zur Meinungsbildung der Wählerinnen und Wähler beitragen. Doch die FBP sagte ab. Ein Kommentar von Chefredaktor Patrik Schädler.

    Heute hätte auf der Bühne im TAK die erste Podiumsdiskussion zwischen Dominique Hasler (VU) und Manuel Frick (FBP) stattgefunden, morgen dann zwischen Katrin Eggenberger (FBP) und Graziella Marok-Wachter (VU) und als Abschluss am Donnerstag zwischen Daniel Risch (VU) und Sabine Monauni (FBP). Die Duelle wären auf den Kanälen der Vaduzer Medienhaus AG als Livestream ausgestrahlt worden. Hätte und wäre, weil der FBP-Wahlausschuss und insbesondere Präsident Marcus Vogt diesem Dialog eine Absage erteilte.

    Eine Diskussion der Regierungskandidaten mehr oder weniger ist nun kein Drama, ist man geneigt zu sagen. Das stimmt grundsätzlich. Nur wäre es das einzige Sendekonzept gewesen, bei welchem der Hauptteil der Fragen von den Wählerinnen und Wählern gekommen wäre. Entweder per E-Mail im Vorfeld oder live während der Sendung per Facebook. Dies wäre die einzige, aber wohl entscheidende Unbekannte bei diesen Duellen gewesen. Denn die Einstiegsfragen zu den jeweils definierten Themenbereichen wären mit den Teilnehmern im Vorfeld abgesprochen worden. Ein viel neutraleres Konzept lässt sich aus unserer Sicht nicht realisieren.

    FBP-Parteipräsident Marcus Vogt erklärte die Absage mit folgenden Worten: «Nach reiflicher Überlegung kommen wir zum Schluss, dass wir von einer Teilnahme absehen werden. Das ‹Liechtensteiner Vaterland› gehört der Vaterländischen Union und macht sich daher für die Interessen der VU-Kandidaten stark. Vor diesem Hintergrund kann eine faire Diskussion und Moderation nicht erwartet werden.» Diese Begründung konnten und wollten wir als Medienhaus nicht akzeptieren. Aus diesem Grund haben wir der FBP für die Moderation eine Alternative vorschlagen. Nebst mir, welcher sich auf das Einbringen der Publikumsfragen fokussiert hätte, konnten wir Doris Quaderer für unser Vorhaben gewinnen. Die ehemalige «Volksblatt»-Chefredaktorin hätte in ihrer heutigen Funktion als Projektleiterin bei Stiftung Zukunft.li die Moderation ergänzt und dabei auch Fragen aus aktuellen Untersuchungen eingebracht. Mehr Neutralität geht nicht. Doch der FBP-Parteipräsident blieb bei seiner Absage.

    Schade. Vor allem für die Wählerinnen und Wähler, welche sich für die bevorstehende Richtungswahl eine Meinung bilden wollen. Zwar wählen wir den Landtag, und nicht die Regierung. Doch es wird entscheidend sein, welcher Partei man bei der Auswahl der Wahllisten den Vorzug gibt. Denn dadurch entscheidet sich, wer das Land die nächsten vier Jahre führt. Deshalb ist es auch schade für die FBP-Regierungschefandidatin Sabine Monauni. Sie hätte erstmals öffentlich einlösen können, was sie selbst im «Volksblatt»-Interview versprochen hat: «Gerade in unsicheren Zeiten muss Politik gut zuhören, offen und ehrlich kommunizieren und für ihre Überzeugungen einstehen, vor allem in schwierigen Situationen.» Dafür wären die Fragen der Wählerschaft eine erste Gelegenheit gewesen. Und es wäre vielleicht etwas Salz in die sonst doch sehr fade Wahlkampf-Suppe gekommen.

    Somit wird es wohl bei den beiden Duellen der Spitzenkandidaten auf 1FLTV und Radio L bleiben. Und diese waren doch etwas dünn. Man hat die Wahlprogramme von VU und FBP ordentlich abgearbeitet – mehr aber nicht. Die Aussagen wirkten bei Sabine Monauni stark eintrainiert. Jedenfalls waren es sowohl im Fernsehtalk wie auch im Radio die exakt gleichen Aussagen, die man zu hören bekam. Und ihre vermeintlichen Angriffe konnten mit den jeweils gleichen Argumenten von Daniel Risch problemlos pariert werden. Unangenehm wurde es für beide Seiten nie und in die Tiefe ging es schon gar nicht. Das bestehende Bild wurde zementiert: Die VU schickt mit Daniel Risch vier Jahre Erfahrung ins Rennen und die FBP mit Sabine Monauni eine Newcomerin, welche die letzten Jahre in Brüssel verbracht hat.

    «Neue Impulse» für Regierung und Landtag verspricht FBP-Präsident Marcus Vogt den Wählerinnen und Wählern. Dies obwohl er schon während der letzten Legislaturperiode mit Katrin Eggenberger und Johannes Kaiser solche setzen musste. Der «Impuls» der Vaduzer Medienhaus AG für drei Diskussionsrunden mit Einbezug der Wählerinnen und Wähler war ihm dann offensichtlich aber doch etwas zu heftig.

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