• 21.01.2021 06:00 | von Patrik Schädler

    Den Parteien fehlten die Veranstaltungen

    Heute werden die Briefwahlunterlagen versendet. Der Wahlausgang ist völlig offen.

    Mit dem Versand der Briefwahlunterlagen ist der Wahlkampf eigentlich schon fast vorbei. Wobei «Wahlkampf» schon fast der falsche Begriff sei, wie Wilfried Marxer, Politologe am Liechtenstein-Institut, gegenüber Radio L erklärte. «Mein Eindruck ist, dass sich alle Parteien mehr auf ihr eigenes Programm und ihre Kandidierenden konzentrieren und weniger in eine Auseinandersetzung mit den anderen Parteien treten wollen», so Marxer.

     

    Es ist nicht davon auszugehen, dass in den nächsten zwei Wochen noch viel passiert – es sei denn, es wird in der heissen Schlussphase von einer Seite noch ein – wie es die Amerikaner nennen – «Dirty Campaigning» gestartet und damit versucht, den Gegner oder eine Person gezielt zu skandalisieren. Für die meisten Wähler ist der Fall gemäss Wilfried Marxer aber ohnehin schon klar:  «Ich mache seit 1997 Wahlumfragen. Und man sieht, dass ungefähr zwei Drittel der Wähler von Anfang an wissen, welche Partei sie wählen.» Interessanter sind deshalb die Wechselwähler, welche parteipolitisch nicht fixiert sind.

    Die Zielsetzungen der Parteien sind klar

    Eine Prognose zum Wahlausgang konnten gestern auch die Parteipräsidenten und -vertreter bei der gestrigen Radio-L-Diskussion nicht abgeben. Ein wesentlicher Grund dafür seien die fehlenden Veranstaltungen und die persönlichen Kontakte mit den Kandidatinnen und Kandidaten. So sagte FBP-Präsident Marcus Vogt im Sinne aller: «Was in diesem Wahlkampf tatsächlich fehlt – neben dem, dass es keinen Wahlkampf gibt – ist ein echtes Feedback. Man hat kein Gespür, wohin es am Wahlsonntag gehen wird.» Dafür sind die Zielsetzungen der Parteien für den 7. Februar klar: Die Unabhängigen wollen einfach über die 8-Prozent-Sperrklausel kommen. Die DpL und die Freie Liste wollen wieder mit Fraktionsstärke, also mindestens drei Abgeordneten, in den Landtag einziehen. Und die VU will stimmenstärkste Partei werden, was die FBP bleiben will. Damit scheint klar zu sein, dass es wieder zu einer Grossen Koalition kommt. Die offene Frage ist, wer sie anführt. Der FBP-Präsident verspricht «neue Impulse» mit seinem Regierungsteam und verweist auf die lange Tradition in der Führungsverantwortung. VU-Präsident Günther Fritz 
    verwies auf die Erfahrung seines Regierungsteams und Marcus Vogt entgegnete er: «Von den letzten 50 Jahren war die VU 30 Jahre in der Führungsverantwortung, die FBP hingegen nur 20 Jahre plus 100 Tage.»

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Wilfried Marxer geht davon aus, dass in den nächsten zwei Wochen nicht mehr viel passieren wird.
Foto: Daniel Ospelt
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