• 15.01.2021 06:00 | von Mirjam Kaiser

    «Wollen Improv-Community aufbauen»

    Vor Kurzem haben Marcel und Juliana Beck die Kreativ Akademie gegründet und setzen damit voll auf Improvisationskurse.

    Marcel Beck hat 28 Jahre in Dubai gelebt und dort während zehn Jahren seine eigene Filmproduktionsfirma MXB Studios aufgebaut. Seine Frau Juliana Beck hat in Canterbury in England Theaterwissenschaften und -produktion studiert und zuletzt, ebenfalls in Dubai, im Improvisationsbereich gearbeitet. Auch Marcel Beck hat Kurse im Improv-Theater besucht und sagt von sich selbst, dass er ein «Improvisationsmensch» sei. Im August 2020 sind die beiden nun von Dubai in Marcels Heimat Liechtenstein zurückgezogen und haben hier ihre gemeinsame Firma « Kreativ Akademie» gegründet. «Wir wollten unsere beiden Leidenschaften verbinden», so Juliana Beck. Und mit dieser Firma wollen sie die zwei Sparten Film und Theater zusammenbringen und ihre Kenntnisse weitergeben.


    Improvisation soll der Persönlichkeit dienen
    Schon in Dubai hat das Paar Improvisationskurse geleitet. «Dort hatten wir Bänker, Anwälte, Ärzte und sogar Regierungsangestellte als Teilnehmer», erzählt Marcel Beck. Für diese Kurse braucht man keine Vorkenntnisse oder gar Theatererfahrung, es soll alles locker ablaufen und Spass machen. Nichtsdestotrotz gibt es fürs Improvisieren ganz viele Anwendungsbeispiele im Alltag und soll der Persönlichkeitsbildung dienen. «Was Yoga für den Körper ist, ist Impro­vi­sie­ren für den Kopf – für die Gedanken und Kreativität», sagt Juliana Beck. Auch hat das Paar im Frühling in Dubai noch zwei Theaterstücke produziert, die sie coronabedingt online per Zoom-Meeting aufführten. «Viele haben uns gesagt, dass Theater online nicht funktioniert», so Marcel Beck. «Doch wir haben es einfach versucht und es hat auch geklappt.» Eines davon war eine Adaption von Aschenputtel, in der sie interaktive Sequenzen einbauten, wo die Onlinezuschauer per Zoom mitmachen konnten. 


    Englische Kursabgebote stiessen auf Interesse
    Angekommen in Liechtenstein, haben sie bisher acht Improvisationsschnupperstunden im GZ Resch gegeben, die auf grosse Resonanz gestossen sind. Dabei seien die Kurse für Erwachsene vor allem bei Studenten auf grosses Interesse gestossen. Denn besonders die Studenten des Entrepreneur-Lehrgangs müssten während ihrer Studienzeit viele, möglichst fesselnde Präsentationen halten. Ebenfalls gut angekommen seien die Kurse auf Englisch, da viele Menschen aus dem internationalen Berufsleben nach Aktivitäten in englischer Sprache suchten. Wenn wieder reale Kurse angeboten werden dürfen, finden diese neu im Technopark in Vaduz statt. «Wir haben uns einerseits im Technopark eingemietet, arbeiten mit unserem Kursangebot aber auch mit den Betreibern des Technoparks zusammen», sagt Juliana Beck.


    Interaktive Märchenstunde und Online-Improv-Kurs
    Zwei Kurse hätten nun diese Woche starten sollen, doch coronabedingt wurden diese auf Ende Februar verschoben, statt­dessen finden diverse Onlineformate statt. So haben sie in den letzten Wochen zwei verschiedene Onlineprogramme für Kinder entwickelt. Eines ist eine interaktive Märchen­stunde zu «Alice im Wunderland» für Kinder ab 5 Jahren. Dabei wird im Zoom-Meeting die Geschichte vorgelesen und die Kinder werden animiert, bei verschiedenen Stellen mitzumachen. «Bei ‹Alice im Wunderland› geht es häufig um die Grösse von Dingen, so werden die Kinder beispielsweise angeregt, sich klein zu machen oder auch auszustrecken», erklärt Juliana Beck. Ebenfalls sind im Onlineprogramm Bastelbögen zum Ausdrucken hinterlegt. Nach der 40-minütigen Märchenstunde wird anschliessend noch weitere 20 Minuten zusammen gebastelt. «Es ist schon etwas anderes, wenn man Kindern einfach etwas im Fernseher laufen lässt, oder wenn jemand online dabei ist und auch andere Kinder anwesend sind», so Juliana Beck. So könnten durchaus soziale Interaktionen entstehen.

    Auch der «Improv-Kurs für Kinder von 9 bis 12 Jahren» bereiteten die beiden Jungunternehmer komplett online auf. Auch hier gehe es um schnelle Gedankengänge und freies Improvisieren. «Es gibt sehr viele Dinge, die man online machen kann.» So könne man beispielsweise auch Gruppen in einzelne virtuelle Räume schicken und als Lehrer in allen Räumen vorbeischauen. Auch diese Kurse werden ebenso auf englisch angeboten. «So können sich Kinder virtuell begegnen, die sich im wirklichen Leben nie begegnet wären», sagt Juliana Beck. Auch online sind die Kurse auf zehn Kinder beschränkt, damit man allen Teilnehmenden ausreichend Beachtung schenken kann.


    Die virtuelle Märchenstunde findet zwischen dem 18. Januar und 13. Februar viermal wöchentlich statt. Der Improv-Kurs für Kinder startet am 19. Januar, kann aber auch wöchentlich individuell gebucht werden. «Sobald die Massnahmen wieder offener sind, möchten wir wieder mit Improv-Kursen vor Ort starten, und haben auch ein tolles Lokal.» Die einzelnen Kurse seien vor allem für Menschen, die sich weiterbilden, offener werden und an sich arbeiten möchten. Der Improv-Club jeden Mittwochabend hin­ge­gen ist für jene, die gerne in die Theaterrichtung gehen möchten und damit auch einmal auf der Bühne stehen wollen. Dazu hat sich die Kreativ Akademie die Rechte gesichert für die beiden Improv-Formate «Speechless» und «Maestro». Mit diesen Formaten könne man trainieren, um irgend­wann eine eigene Improv-Show auf die Beine zu stellen. Zudem möchten sie im Land eine Improv-Community aufbauen. «Doch dies braucht wohl noch etwas Geduld», so Juliana Beck. 

     

    Nächste Kurse
    18.1.–13.2.: Online-Märchenstunde «Alice im Wunderland» auf Deutsch und Englisch (ab 
    5 J.) 19.1.–30.4.: Improv-Online-Kurs für Kinder (9-12 Jahre)
    24.2.–31.3.: Improv für Kinder 
    9–12 Jahre (im Technopark) 
    Ab 27.1.: Improv-Club auf Deutsch und auf Englisch
    27.2.–27.3.: Sprachlos-Präsentationstraining mal anders 
    6.3– 17.4.: Improv-Kurs Level 1

    Mehr Infos: kreativakademie.li

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