• 15.10.2020 22:18 | von Bettina Stahl-Frick

    Spielerische Komposition von Farben

    Simon Egger hat das diesjährige Plakat zum Kinderrecht auf Kunst und Kultur gestaltet und gestern im Kunstmuseum präsentiert. 

    Poesie hat der Künstler in roter Farbe geschrieben, Tanz in blauer. Der Musik hat Simon Egger die gelbe Farbe gewidmet, dem Film die orange. Jeder kulturellen Sparte hat der 31-Jährige eine Farbe zugeordnet, was schliesslich sein Plakat auch prägt. Rund vier Monate hat er daran gearbeitet – an seinem Werk, gedruckt mit dem Risograph, ein im Zylinderdruckverfahren durchgeführtes Schablonendruckverfahren.

    Am Donnerstag durfte er es im Kunst­museum Vaduz der Öffentlichkeit präsentieren – und dafür jede Menge Lob ernten. Musikalisch umrahmt hat die Plakatpräsentation Nicolaj Geor­giev, der sich selbst auch für den Assitej-Verein engagiert.

    Zielsetzung: Kinderrecht auf Kultur sichtbar machen
    Simon Egger ist der sechste Künstler, der auf Initiative der Assitej Liechtenstein ein Plakat zum Kinderrecht auf Kunst und Kultur entworfen hat. Entsprechend gross ist die Freude von Georg Biedermann, dem Präsidenten von Assitej Liechtenstein. Schliesslich trägt jedes Plakat für die Zielsetzung bei, auf das Kinderrecht für Kunst und Kultur aufmerksam zu machen. Die Plakataktion ist nicht das einzige Projekt, mit dem Assitej das Kinderrecht sichtbar machen möchte. Seit 15 Jahren gibt es den weltweiten Verein – dem über 80 Länder angehören – in Liechtenstein. Seine Projekte hierzulande sind vielfältig und bedienen verschiedene Kunstsparten wie die bildende Kunst, Musik oder Theater.

    Die verschiedenen Kunstsparten hat – wie bereits angetönt – auch Simon Egger in seinem diesjährigen Plakat integriert. Das erste dieser Serie hat gestern Susanne Kudorfer, die Leiterin der Kunstvermittlung im Kunstmuseum, aus den Händen des Künstlers überreicht bekommen. Es folgte Applaus für Simon Egger, sein Lohn für eine intensive Zeit, in der er sich mit dem Kinderrecht auseinandergesetzt und seine Ideen dazu schliesslich gestalterisch umgesetzt hat.

    Ein Tüftler, der gerne alles selbst realisiert
    Als er den Ball von Manuel Beck, der das letztjährige Plakat entworfen hatte, zugespielt bekommen hatte, war für Simon Egger schnell klar: «Ich möchte für meine Arbeit das Druckverfahren eines Risographen anwenden.» Seit 2012 arbeite er damit und sei immer wieder von der Leuchtkraft der Farben fasziniert, wie er sagt. In einem zweiten Schritt arbeitete der Künstler das Motiv aus. So ordnete er jeder Kultursparte eine Farbe zu, legte diese übereinander und ordnete die Bestandteile des Motives schliesslich wieder. Entstanden ist ein Entwurf, mit dem er anfänglich gar nicht so zufrieden war, wie er sagt. Er tüftelte daran herum, bis er zufrieden ein grünes Häkchen hinter sein Projekt setzen konnte. Oder besser gesagt, ein oranges. Schliesslich musste er noch einen wichtigen Schritt in seinem Arbeitsprozess gehen und dieser verschlug ihn nach Zürich, wo er das Plakat schliesslich druckte. «Es war mir wichtig, das Motiv nicht nur zu gestalten, sondern es auch selbst zu drucken.» Von A bis Z alles selbst umsetzen zu wollen, ist eine Eigenschaft Simon Eggers, die ihn als Künstler auszeichnet.

    Zugang zu Kreativität für Kinder prägend
    Als freischaffender Künstler in audiovisuellen Produktionen und in verschiedenen Projekten  ist es Simon Egger gewohnt, Kunst in erster Linie für sich zu machen. «So war das Projekt für Assitej eine willkommene Abwechslung», sagt er. Besonders spannend sei dabei gewesen, sich dem Thema über­haupt einmal anzunähern und sich damit auseinanderzusetzen. Unbekannt war ihm der Bereich allerdings nicht, so engagiert sich Simon Egger immer wieder für verschiedenste Projekte, unter anderem für die Kunstvermittlung im Kinder- und Jugendbereich. «Das Kinderrecht auf Kunst und Kultur ist unglaublich wichtig», ist er überzeugt. Der Zugang zu Kreativität sei für Kinder sehr prägend.

    Künstler für Plakat 2021 steht noch nicht fest
    Das Besondere am Gestaltungsprojekt ist, dass die Künstler die Nachfolge selbst bestimmen. So unterschiedlich, wie die Künstler sind, sind auch die von ihnen kreierten Plakate, die im Laufe der vergangenen fünf Jahre Nicolaj Georgiev, Eliane Schädler zusammen mit Adam Vogt, Luigi Olivadoti, Annett Höland und Manuel Beck mit Roman Beck gestalteten. Wem Simon Egger den Ball für nächstes Jahr zuspielen wird, hat er gestern noch nicht verraten. «Ich habe da jemand ganz Bestimmten im Kopf, allerdings  muss ich diese Person erst noch darüber informieren», sagt Simon Egger mit einem Augenzwinkern. 

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