• 02.10.2020 06:00 | von Bettina Stahl-Frick

    Ominöser Mord in der «Seifenblase»

    Morgen feiert der «Mord’Z’Nacht» im Gams Premiere – ein turbulentes Stück zum Schmunzeln und Geniessen.

    «Einen wunderschönen, atemberaubend zuckersüssen guten Morgen», säuselt Dieter Sauer, der beste Vermarkter aller Zeiten. Sein «weiches und fluffiges» Toilettenpapier hat er auch in der Drogerie Seifenblase an den Mann und an die Frau gebracht. Die Drogerie, die Schauplatz eines Mordverbrechens wird. Das Opfer ist Sören, der vor fünf Jahren die Verkaufsleitung der Drogerie übernommen hat und nun pleite ist. Nun soll das Geschäft von der Drogeriekette Blütenduft übernommen werden. Nur: Wer hat Sören umgebracht?

    Fünf sehr unterschiedliche Charaktere
    War es Heinz, der treue Mitarbeiter, der seinen Chef tot in seinem Büro aufgefunden hat? Doch eigentlich wirkt Heinz recht unscheinbar. Und seit er Yoga macht, hat er auch seine Wutausbrüche im Griff. Oder eben doch nicht immer? 
    Vielleicht verbirgt sich ja hinter der Detektivin Britta Pavlovski die Täterin. Die junge Frau ist Single, datet gerne Männer, von denen ihr dann doch keiner gefällt. Insgeheim hat sie auf den gut gelaunten Promotor Dieter Sauer ein Auge geworfen. Und die Detektivin hat noch ein Geheimnis: Sie klaut in der Drogerie regelmässig diverse Produkte. Ist ihr der Verkaufsleiter etwa auf die Schliche gekommen und es kam zum Eklat?

    Oder Caro Klug hat etwas mit dem Mord zu tun. Ihr Motiv wäre klar: Schon mehrfach hat sie sich an den Verkaufschef rangemacht, doch dieser liess sie jeweils abblitzen. Hat sich die junge Frau für diese Demütigung etwa gerächt? Offen bleibt aber auch die Frage, was der Inspektor Klaus Dötzl mit der ganzen Sache zu tun hat. Zwar sollte er den Fall lösen, doch scheint er doch ziemlich korrupt zu sein, gerade wenn es um die schöne Detektivsfrau Britta geht. Und wer sagt, dass Dieter Sauers zuckersüsser «Guten-Morgen-Gruss» nicht nur aufgesetzt ist, sondern der erfolgreiche Verkäufer vielleicht so richtig Dreck am Stecken hat?

    Ein buntes Schauspiel-Ensemble
    «Mord’Z’Nacht» nennt sich das komödiantische Drama um Verkaufsleiter Sören und seine Drogerie Seifenblase. «Znacht» deshalb, weil das Krimi-Theater jeweils von einem Viergangmenü begleitet wird. Sarina Santana Rhyner verspricht damit einen Abend, der alle Sinne der Gäste in den Bann zieht. Die 29-Jährige ist Schauspielerin und hat das Projekt auf die Beine gestellt. So ein Krimi-Dinner habe ihr schon lange vorgeschwebt», erzählt sie nach der gestrigen Probe im Landgasthof Rössle in Ruggell, wo das Stück am 16. und 17. Oktober wie auch am 20. und 21. Oktober gespielt wird. Von ihrer Idee erzählte sie ihrer österreichischen Schauspielkollegin Lisa Righini, die für das Projekt gleich Feuer und Flamme war. Kurzerhand entschied sich Righini, das Stück zu schreiben. Da sie selbst einmal in einer Drogerie arbeitete, war das Drehbuch zumindest in ihrem Kopf schnell geschrie­ben. Während Sarina Santana Rhyner die Figur der Detektivin Britta verkörpert, spielt Lisa Righini die quirlige Caro Klug. Mit an Bord ist auch Dominik Röske, der bereits seit 15 Jahren Theater spielt. Er schlüpft in die Rolle des korrupten Inspektors Klaus Dötzl. Der österreichische Schauspieler Luke Bischof besetzt die Rolle des erfolgreichen Promotors Dieter Sauer und spielt zugleich den Verkaufsleiter Sören. Und dann fehlt noch einer im Bunde: Julius Ellmann als Heinz Bauer, der jahrelange treue Mitarbeiter. 

    Und wer ist denn nun der Mörder?
    Die Rheintalerin Sarina San­tana Rhyner möchte mit dem «Mord’Z’Nacht» ein langfristiges Projekt auf die Beine stellen. Ihr Plan ist, das Krimi-Dinner auszuweiten und künftig auch in Österreich damit auf Tournee zu gehen. Ursprüng­lich hätte das aktuelle Stück auch im bekannten «Stanglwirt in Tirol aufgeführt werden können, coronabedingt musste dieser Aufführungstermin jedoch abgesagt werden. So sind es für dieses Jahr noch 15 Aufführungen in verscheidenen Gasthäusern in Gams, Buchs, Kriessern und eben in Ruggell. 
    Das Schauspielteam freut sich auf die Premiere am kommenden Samstag in der «Sommerau» in Gams. «Ein bisschen Lampenfieber habe ich schon, keine Frage», sagt Sarina Santana Rhyner. Und so bleibt nur noch eine Frage offen: Wer ist der Mörder? Ganz einfach: Das Publikum wählt einfach selbst, wen es für den Täter hält, und die Schauspieler passen ihr Stück jeweils der gewünschten Figur an. «Das ist doch mal etwas anderes», sagt die Schauspielerin aus dem Rheintal und kann es kaum erwarten, für wen sich die Gäste morgen bei der Premiere entscheiden werden.   

    Tickets und Infos www.mordznacht.ch oder per E-Mail an mordznacht@hotmail.com

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