• 19.01.2021 06:00 | von Mirjam Kaiser

    Neue Lieder im Gepäck

    Seit einigen Jahren machen die Klosterbrüder – bestehend aus Albert Eberle, Stefan Ahrens und Stefan Frommelt – besonders zur Fasnachtszeit mit gesungener Satire auf sich aufmerksam.

    Kein Wunder, werden von ihnen demnächst zwei Coronalieder veröffentlicht. Eines davon heisst «Klopapier» und handelt – wie könnte es anders sein – von den Hamsterkäufen in der Coronazeit. Das zweite heisst «Masken überall» und beschreibt auf unterhaltsame Weise die Diskussionen rund ums Maskenthema. Ein drittes, neueres Lied ist den aus dem Boden spriessenden Casinos gewidmet. 


    Inspiration aus Werbung und Leserbriefen 
    Die Texte für die Gruppe schreibt Sänger Albert Eberle. Ideen für seine Lieder kommen ihm überall, im Auto, bei der Arbeit oder zu Hause, die er sich jeweils notiert. «Aus diesen Ideen schreibe ich mir jeweils eine Geschichte auf und ein paar Schlüsselwörter, die im Lied vorkommen sollen», so Eberle. Bei den Casinos war es zum Beispiel die Ausgangslage, dass es bei uns immer mehr Casinos gibt. Für weitere Textideen liest er die Leserbriefe in den Landeszeitungen und schaut sich aber auch die Werbetexte auf den Homepages der Casinos an. So kommt es, dass er nicht selten aus diesen Inhalten Passagen in seine Songs einbaut. Beispielsweise kommt im Casinolied auch die Kritik von Leserbriefschreibern vor, dass man die Postautos aufgrund der vielen Casinowerbung nicht mehr erkennen würde. Nach dem ersten Textentwurf setze er sich hin und schaue, dass der Text auch mit der Melodie korrespondiert. 


    Südafrikanische Hymne als Melodie für «Klopapier»
    Die Songidee für «Klopapier» sei naheliegend, so Eberle. Und weil ihm die südafrikanische Nationalhymne «Nkosi sikelele Africa» immer schon sehr gefallen habe, hat er diese Melodie für sein neues Lied adaptiert. «Dieser Song war mein Lieblingslied während meiner Zeit als Entwicklungshelfer in Südafrika», so Eberle. «Als ich später in Afrika geheiratet habe, haben es die Schüler der Schule, bei der ich viel gearbeitet habe, in der Kirche für uns gesungen.» Und nun – Jahre später – wird eine Coronahymne draus. «Weil das Lied so theatralisch aufgebaut ist, dachte ich mir, es passt gut zu einem Coronasong.» 
    Eine weitere Idee war, ein Lied über die allgegenwärtigen Masken zu machen. «Unser Musiklehrer Michael Burtscher meinte, ‹Banküberfall› von der Ersten Allgemeinen Verunsicherung EAV würde sich gut für ein Maskenlied eignen», so Eberle. Schnell war der Refrain «Ma-ma-Masken überall» gefunden und Eberle überlegte sich einen Text dazu. «‹Masken überall› ist ein ganz neues Lied, das ich vor zwei, drei Monaten geschrieben habe», so Eberle. Die erste Textidee bringt er dann jeweils in die gemeinsamen Proben, wo alle zusam­men nochmals an den einzelnen Zeilen feilen, bis der endgültige Text steht. Auch an der Melodie wird je nachdem noch etwas verändert. Damit man den Text von «Masken überall» besser versteht, wurde bei diesem Lied schliesslich der Rhythmus etwas vereinfacht und ein, zwei kurze Gesangspausen eingefügt.


    Rechte müssen bei Verlagen eingeholt werden
    Grundsätzlich schaue Albert Eberle darauf, dass er Melodien verwende, die frei verfügbar sind; zum Beispiel die von Volksliedern oder solchen Liedern, bei denen der Autor schon über 80 Jahre tot ist. Sowohl bei «Casino» als auch bei «Masken überall» wollen die Klosterbrüder nun Melodien benutzen, bei denen die Rechte noch abgeklärt werden müssen. Bei beiden Liedern fragte Eberle zuerst die Schweizer Urheberrechtsgesellschaft Suisa an, doch diese verwies ihn auf die Verlage der betreffenden Musiker. Der Verlag jedoch meinte, da der Text völlig verändert wurde, müsste die Einwilligung bei den Künstlern selbst eingeholt werden. Der Verlag vermittelte den Kontakt, doch nun warten die Klosterbrüder noch auf eine Antwort. «Natürlich könnte es passieren, dass wir die Melodien nicht nehmen dürfen», so Eberle. Dann könnten diese zwei Lieder halt nicht öffentlich publiziert werden.


    Erstes Video soll im Februar erscheinen
    Trotz dieser offenen Abklärungen werden diese drei Songs am kommenden Samstag im Tonstudio von Bandmitglied Stefan Frommelt aufgenommen. Anschliessend werden sie im Tonstudio der Musikschule gemischt und produziert. Zu einem der Lieder will die Band ein Video aufnehmen, das demnächst erscheinen soll. «Da wir ein ganzes Programm zusammengestellt haben und derzeit nicht auftreten dürfen, wollen wir wenigstens online ein paar Lieder veröffentlichen», so Eberle.

    Die Veröffentlichung der Lieder ist auf den 3. Februar geplant.

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