• 06.10.2020 06:00 | von Mirjam Kaiser

    Magische Momente des Lebens im Fokus

    Für «Magic Moments» führte der Verein Schichtwechsel Interviews mit mehreren Menschen. Am Freitag werden einige davon vorgestellt.

    Nach längerer Zeit macht sich der Kunstverein Schicht­wech­­­sel wieder bemerkbar ... 
    Laura Hilti: Dieses Jahr widmen wir uns den magischen Momenten im Leben. Es geht um Momente, die inspirieren, erfüllen und Kraft geben. Dazu haben wir uns überlegt, was wir selbst gerne machen und welche Momente wir als magisch empfinden. Stefani Andersen und ich sind beide grosse Fans von Interviews, da sie einem die Chance geben, Menschen besser kennenzulernen, Neues zu erfahren und dadurch fürs eigene Leben inspiriert zu werden. Deshalb haben wir uns zu einem Interviewprojekt entschlossen. Wegen Corona haben wir mit schriftlichen Interviews begonnen. Das war für uns eine neue, aber auch spannende Erfahrung. Und weil es so viel Spass macht, sind wir – zumindest für dieses Jahr – dabei geblieben. 

    Wie sind Sie vorgegangen?
    Zum Thema «Magic Moments» suchten wir Menschen aus, die ihren Leidenschaften nachgehen, dafür Risiken eingehen und in unseren Augen einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Bisher haben wir 16 Interviews gemacht, die bereits auf www.schichtwechsel.li veröffentlicht wurden. Mit den Interviews möchten wir dazu anregen, darüber nachzudenken, welche Tätigkeiten wirklich wichtig für die Gesellschaft sind – gerade in Zei­ten, wo viel über systemrelevante Tätigkeiten gesprochen wird. Deshalb interviewen wir auch Men­schen aus anderen Bereichen, deren Arbeit wir für wertvoll halten. Das schönste Resultat wäre für uns, wenn die Interviews die Interviewpart­nerin­nen und -partner selbst sowie auch andere Menschen inspirieren und sie vielleicht dazu ermutigen würden, etwas in Angriff zu nehmen, das sie sonst nicht gemacht hätten.

    Wen suchten Sie für die Interviews aus?
    Wir haben schon knapp 100 Personen angefragt und es haben zu unserer Überraschung fast alle zugesagt. Da wir aber niemandem eine Deadline gegeben haben, sind wir ge­spannt, wie viele es letztlich sein werden. Wir fragen dann diese Personen jeweils, ob sie uns weitere Personen empfehlen möchten. Wir fragen also auch ab und zu Menschen an, die wir gar nicht kennen. Es bleibt auf jeden Fall sehr interessant und wir hoffen einfach, dass wir nun nicht alle ausstehenden Interviews gleichzeitig erhalten. Das würde unsere Zeitkapazitäten definitiv sprengen. Bisher sind auf unserer Website Interviews mit Menschen aus Kunst, Illustration, Theater, Text und Literatur, Kultur, Architektur, Sozialarbeit und Entwicklungszusammenarbeit zu finden. Da wir die Interviews schriftlich machen, fragen wir auch Personen aus anderen Ländern an. So ist zum Beispiel auch ein Illustrator aus Hamburg oder der Vizerektor einer peruanischen Universität dabei. Für uns ist dieser Blick über den Tellerrand ebenfalls eine Bereicherung.

    Welche weiteren Interviewpartner sind noch geplant?
    Da unsere Liste sehr lang ist und wir ständig neue Menschen anfragen, beginnen wir nun damit, einige der bisherigen und zukünftigen Interviewpartner mittels 5-Minuten-Vorträgen vorzustellen. 

    Was wird den Besuchern  am kommenden Freitag geboten?
    Die Vortragenden sind Rudolf Batliner, Fachperson für Internationale Zusammenarbeit; Bernhard Frommelt, Geschäftsführer Schreinerei Frommelt AG; Eugen Fulterer, freischaffender Kulturarbeiter; Dave Leimgruber, Geschäftsführer SNK – Social Networking Establishment; Janine Köpfli, Journalistin; Eliane Schädler, Illustratorin, und Mirjam Steinbock, Geschäftsführerin IG Kultur Vorarlberg. Sie werden über ihre Werdegänge und prägenden Momente im Leben berichten. Wir hoffen, dass auch ein paar magische dabei sein werden. Danach laden wir zum Austausch bei Herbstsalat und Kürbissuppe ein.

    Zudem werden Postkarten präsentiert, die im Rahmen des Projekts entstanden sind. Was hat es mit den Postkarten auf sich?
    Aufgrund der Coronasituation hielten wir dieses Jahr eine klassische Ausstellung für wenig sinnvoll. Es freut uns aber umso mehr, dass wir mit den Interviews Kunstschaffende vorstellen können. Die Postkarten sind eine zusätzliche Möglichkeit, ihre Werke vorzustellen. Ganz abgesehen davon hat es aber auch wieder mit unserem persönlichen Empfinden von magischen Momenten zu tun: Was gibt es in der heutigen Zeit Schöneres, als eine wunderschöne, handgeschriebene Post­karte zu erhalten? Wir freuen uns, dass wir am Freitag die ersten Postkarten von Stefani Andersen, Alex Hanke, Luigi Olivadoti, Karin Schuh und Ursula Wolf vorstellen dürfen. 

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