• 23.11.2020 18:32 | von Bettina Stahl-Frick

    «Ich wünsche mir mehr Rücksichtnahme»

    Für Elisabeth Huppemann ist es ärgerlich, dass ständig die Frage, wie systemrelevant hierzulande die Kultur ist, im Raum steht.

    Auch das Kulturhaus Rössle in Mauren ist von den vergangenen Monaten gebeutelt. «Es ist ein Jahr, das niemand für möglich gehalten hat und das uns zeigt, wie verletzlich unsere hochmodernisierte Welt ist», sagt Elisabeth Huppmann, Kulturverantwortliche der Gemeinde Mauren. Die Kulturinstitutionen – und damit auch das Rössle – waren ab Mitte März für mehrere Monate komplett geschlossen. Zahlreiche Veranstaltungen mussten schweren Herzens abgesagt werden. «Und die Planungsunsicherheit hält nach wie vor an», bedauert Elisabeth Huppmann. Da die Kulturinstitutionen in Mauren von der Gemeinde getragen werden und nicht direkt von den Einnahmen abhängig sind, sei der wirtschaftliche Schaden vergleichsweise gering. «Der Verlust der Kulturanlässe und die ständige Frage, wie systemrelevant Kultur in Liechtenstein tatsächlich ist, hat jedoch Spuren hinterlassen», so Huppmann. «Als Kulturveranstalterin kann ich den letzten Monaten wenig Positives abgewinnen. Persönlich habe sie sich die Zeit genommen, um viel zu lesen. Für das kommende Jahr wünscht sich die Kulturverantwortliche, «dass wir in gegenseitiger Rücksichtnahme die Pandemie in den Griff bekommen und danach nie wieder die Diskussion geführt wird, was in unserer Gesellschaft als systemrelevant gilt.» Schliesslich seien alle Bereiche für die physische und geistige Gesundheit gleichermassen wichtig.

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