• 12.01.2021 06:00 | von Mirjam Kaiser

    Grosse Anerkennung für Vaduz als Kulturstadt

    Erstmals kommt die Verleihung des International Classical Music Award nach Liechtenstein. Noch ist offen, ob sie im April oder Juni stattfindet.

    Der International Classical Music Award ist eine der grössten Klassikauszeichnungen Europas. Nach Luzern, Leipzig, San Sebastian und Warschau kommt die Verleihung dieses Preises 2020 nach Vaduz. «Das ist eine Ehre, die man nur einmal im Leben erhält», sagt SOL-Geschäftsführer Drazen Domjanic. Bei der ICMA-Verleihung komme jeder Austragungsort nur einmal zum Zug, sogar den einzelnen Ländern werde nur selten eine zweite Austragungsmöglichkeit zuteil. Umso grösser sei die Vorfreude auf den Event, weil es eine Anerkennung für das Sinfonie­orchester und den Standort Liechtenstein bzw. Vaduz als Kulturstadt sei. «Dass wir so eine sehr prominente Veranstaltung nach Liechtenstein geholt haben, ehrt uns unglaublich», so Drazen Domjanic. Diese sei auch nur dank der grossen Unterstützung durch die Gemeinde Vaduz und die VP Bank möglich. Ursprünglich war die Verleihung im April geplant, doch es schaut danach aus, dass die Veranstaltung coronabedingt auf Juni verschoben wird.

    Grosse Orchester und Solisten nominiert

    Das SOL hat den Vertrag für die Austragung des Events schon vor drei Jahren unterschrieben, denn die Vorlaufzeit für einen solchen Anlass sei riesig. Aus über 1000 CD-Eingaben wurden in den verschiedenen Sparten zahlreiche Orchester und Solisten für deren Produk­tionen nominiert. Zusätzlich werden Spezialpreise verliehen für das Lebenswerk eines Künstlers, für den besten Nachwuchskünstler, den besten jungen Künstler und einen Orchesteraward.

    Die Jury besteht dabei aus 20 Experten von 20 Medien aus 16 verschiedenen Ländern. Da so viele verschiedene Menschen und Länder bei der Vereinigung dabei seien, sei der ICMA-Award im Gegensatz zu anderen Auszeichnungen viel unabhängiger.

    Nominiert sind dieses Jahr grosse Orchester wie die Berliner Philharmoniker, aber auch jüngere Talente wie die Konzertmeisterin des Ensemble Esperanza, Chouchane Siranossian. «Es ist schon toll, wenn auch eigene Künstler unter den Nominierten sind», so Drazen Domjanic. Das Sinfonieorchester Liechtenstein hat dieses Jahr keine Eingabe gemacht. Das SOL habe seine neue CD erst aufgenommen, als die Eingabefrist für die ICMA-Nominierungen schon vorbei war. «Aber es wär auch komisch, wenn wir als austragendes Orchester einen Preis gewinnen würden.» Bei den Spezialpreisen jedenfalls kann sich Drazen Domjanic schon jetzt auf einen Erfolg freuen. «Ich weiss, dass drei Stipendiaten von der Musikakademie Liechtenstein für den Discovery Award nominiert sind und dass jemand von ihnen den Preis erhält. Wer ihn gewinnt, werden wir aber erst am 20. Januar erfahren.»

    Dem Sinfonieorchester Liechtenstein kommt bei der IMCA-Verleihung eine wichtige Rolle zu. Nach der Preisverleihung um 15 Uhr im Vaduzer Rathaus findet um 18 Uhr das Galakonzert statt. Dort wird das SOL gemeinsam mit den preisgekrönten Künstlern auftreten. Für den Anlass werden zahlreiche Menschen aus der europaweiten Klassikwelt erwartet. «Es ist eine gesellschaftspolitische Veranstaltung par excellence», freut sich Drazen Domjanic.

    Europaweite Beachtung garantiert

    Auch wird der ICMA-Verleihung europaweit grosse Beachtung geschenkt. Denn die Verleihung wird aufgenommen und von allen Radiostationen, die Mitglied bei der European Broadcast Union sind, direkt übertragen oder im Nachhinein gesendet. «Das ist eine unglaubliche Öffentlichkeitspräsentation für den Standort ­Vaduz», so Domjanic. Zudem sei die Verleihung auch für die Hotellerie und Gastronomie bedeutend, da von weit her ­Zuschauer zu diesem Konzert kommen würden. Auch werde die Veranstaltung im Vorfeld wie auch danach überall in der Öffentlichkeit präsentiert. «Es ist also eine nachhaltige Sache.»

    Wie sich die derzeitige Situation entwickelt, ist schwer abzuschätzen. Doch Drazen Domjanic ist überzeugt, dass das SOL die Verleihung spätestens im Juni durchführen kann. Nur für den äussersten Notfall würden sie auch eine Fernsehsendung mit Konzert und Interview in Betracht ziehen.

     

    Weitere Infos: www.ICMA.com

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