• 21.01.2021 06:00 | von Nicole Öhri-Elkuch

    Domjanic gewinnt Livetime Achievement Award

    Die «International Classical Music Awards» zählen zu den grossen Auszeichnungen für klassische Musik in Europa.

    Nicht ein, sondern das grosse Highlight sei diese Preisverleihung für das Sinfonieorchester Liechtenstein (SOL), freute sich dessen Präsident Ernst Walch während der gestrigen Pressekonferenz anlässlich der Preisverleihung des «International Classical Music Awards» (ICMA). Die Vorfreude war  ihm deutlich anzumerken. «Die ICMA-Preisverleihung bringt europäische Spitzenmusiker zu uns nach Liechtenstein.» Für das SOL ergebe sich dadurch eine grossartige Chance, sich als das zu präsentieren, was es in den vergangenen Jahren geworden sei: «Ein erstklassiges Sinfonieorchester, das keinen Vergleich zu scheuen braucht», lobte Walch. Die Veranstaltung erzeuge enorme mediale Resonanz, sei ein starker Werbeträger und guter Botschafter, weshalb er hoffe, in Zukunft auf stärkere Unterstützung vom Land Liechtenstein zählen zu dürfen.

    Künstler jährlich in einem anderen Land gekürt
    Eine Jury – bestehend aus 20 Experten der internationalen Fachpresse – kürt jährlich eine Reihe von Künstlern, die sich musikalisch in besonderer Weise hervorgetan haben. Jedes Jahr in einem anderen Land in Europa. «Die ICMA ist eine der bedeutendsten Klassikauszeichnungen der Welt. Dass die Preisverleihung und das Galakonzert in Vaduz stattfinden, ist eine grosse Anerkennung und Ehre für Vaduz als Kulturstadt», betonte Manfred Bischof gestern im Rathaussaal. 

    Die Gemeinde Vaduz als Austragungsort und Domizilsponsor sieht der Veranstaltung mit hoher internationaler Strahlkraft mit Spannung entgegen. Denn immerhin gliedere man sich in die Reihe der namhaften bisherigen Gastgeber wie Luzern, Mailand, Warschau und Leipzig ein. Dabei wird auf die vielen positiven Effekte in Bezug auf die Wahrnehmung des Kulturstandorts sowie auf die Auslastung der heimischen Hotellerie und Gastronomie gesetzt.

    Mit dem Bürgermeister der Gemeinde Vaduz und Ernst Walch als Vertreter des SOL wurde die Konferenz online und per Livestream weltweit übertragen. Mittels Liveschaltung zugeschaltet waren ICMA-Präsident Remy Franck, der die Öffentlichkeit über die Preisträger des Jahres 2021 informierte, und Paul Arni von der VP-Bank. Diese fördert schon seit Jahren junge Talente in der klassischen Musik. Als Hauptsponsor ermöglichen sie die Ausführung der Veranstaltung, welche in diesem Jahr anlässlich eines Preisverleihungsgalakonzerts in Vaduz stattfindet. Gastgeber wird das SOL sein. 

    «Nachdem wir 2014 und 2015 durch mehrere Preisträger auf die Internationale Musikakademie in Liechtenstein aufmerksam geworden waren, arbeiten wir seit 2016 mit der Akademie zusammen, um unseren Discovery Award zu vergeben», so ICMA-Präsident Remy Franck. Erhalten wird diesen die deutsche Geigerin Maya Wichert. Trotz ihres jungen Alters ist sie schon eine erfolgreiche Solistin und spielt gerne Kammermusik. Sie überzeugte die ICMA-Jury mit ihrer feinen Technik und einem sehr nuancierten, tief musikalischen Spiel. 

    Zwei Auszeichnungen für spezielle Leistungen 

    Eine besondere Ehre stellt jedoch der Special Achievement Award dar, der Drazen Domjanic, Kulturmanager und Gründer der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein und des Kammerorchesters Ensemble Esperanza, gebührt. Er habe sich als unermüdlicher und höchst erfolgreicher Förderer junger Talente erwiesen, so der ICMA-Präsident, und er führte weiter aus: «In Drazen Domjanic haben wir einen überaus begeisterungsfähigen Partner, der nicht nur das Unmögliche möglich macht, wenn es darum geht, Musik zu verbreiten und Musiker zu unterstützen, sondern mit dem wir die Meinung teilen, dass nur Exzellenz im Musikleben zu wirklich grossartigen musikalischen Erlebnissen führen kann.» Wegen dieses Engagements wird er dieses Jahr mit einem Special Achievement Award ausgezeichnet». 

    Dieselbe Auszeichnung verdient sich auch Ingolf Turban als meistgespielter Geiger der heutigen Zeit. «In einem sehr breiten und oft selten gespielten Repertoire werden seine Interpretationen für ihre technische Versiertheit und hohe kommunikative Qualität gelobt», so die Medienmitteilung. Er ist nicht nur ein virtuoser Interpret, sondern auch ein renommierter Pädagoge, der sein Können gerne an die jüngere Generation weitergibt, vor allem an der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein. 

    Auszeichnungen gingen an Künstler aus ganz Europa 

    Weitere Special Awards gehen an: Edita Gruberova (Sopran; Lifetime Achievement Award), Pablo Heras-Casado (Dirigent; Artist of the Year), Can Cakmur (Klavier; Young Artist of the Year), Berliner Philharmoniker Recordings (Label of the Year) und Marc Bouchkov (Violine; Orchestra Award). Zudem wurden rund 20 Preise in der Kategorie Audio und Video zugesprochen.
    Ursprünglich wurde die Preisverleihung mit anschliessendem Galakonzert auf den 18. April festgesetzt. Durch die aktuelle Situation musste der Austragungstermin nun auf den 27. Juni verlegt werden. Das Präsidium des SOL und auch der ICMA-Präsident sehen dem feierlichen Anlass zuversichtlich entgegen. Dennoch müssen auch Strategien überlegt werden, sollte sich die Lage bis dahin nicht entschärfen. Denkbar könnte beispielsweise ein Livestream sein, wie er vom SOL bereits erfolgreich durchgeführt wurde.

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