• 22.01.2021 08:12 | von Desiree Vogt

    Schweizer Spitäler impfen vereinzelt Liechtensteiner

    Die Impfstrategie des Kantons St. Gallen lässt es zu, dass Spitäler Hochrisikopatienten impfen. Diese können auch aus Liechtenstein kommen.

    Manche wollen sich gar nicht impfen lassen – anderen geht es gar nicht schnell genug. Zum Beispiel jenen Menschen, die schwerkrank sind und zur Gruppe der Hochrisikopatienten zählen. Auch wenn für diese Personen in Liechtenstein noch im ersten Quartal dieses Jahres eine Impfung vorgesehen ist, so   haben einige davon doch schon jetzt die Möglichkeit, sich in einem der Spitäler der Schweiz impfen zu lassen. Das zeigt eine Nachfrage bei den Spitälern. Und ein genauerer Blick auf die Impfstrategie des Kantons St. Gal­len.

    Wohnsitz für Spitäler nicht entscheidend
    So wurde ein Liechtensteiner ohne sein Zutun von der Gastroenterologie des Kantonsspitals St. Gallen aufgeboten, wo er schon seit einigen Jahren Patient ist. «Ich war einfach nur positiv überrascht. Vor allem, dass auch Liechtensteiner berücksichtigt werden», freut er sich darüber, dass er bereits kommende Woche geimpft werden kann.

    Philipp Lutz , Medienbeauftragter des Kantonsspitals St. Gallen bestätigt, dass gemäss Impfplanung des Kantons am 11. Januar nicht nur mit der Impfung des Personals mit Patientenkontakt begonnen wurde, sondern seit dieser Woche auch vereinzelt einige besonders gefährdete Patientinnen und Patienten geimpft  werden, die am Kantonsspital regelmässig ambulant betreut werden. «Diese Patienten wurden bzw. werden von der zuständigen Klinik des KSSG direkt kontaktiert. Grundsätzlich erfolgt die Impfung für Risikopatienten – und später auch für die gesamte St. Galler Be­völ­kerung – in einer der sechs regionalen Schwerpunktpra­xen sowie in den Hausarztpraxen.

    Auch in der Spitalregion Rhein­­tal-Werdenberg-Sarganserland (SRRWS), also konkret in den Spitälern Altstätten, Grabs und Walenstadt, wird so vorgegangen. «Wir impfen Hochrisikopatienten, die bei uns langfristig in Behandlung sind – unabhängig davon, ob sie Schweizer oder Liechtensteiner sind», bestätigt Andrea Bachmann, Leiterin Kommunikation und Marketing bei SRRWS. Bei diesen Patienten handle es sich vor allem um solche aus den Bereichen der Onkologie und Nephrologie.

    Spitäler setzen Impfstrategie um
    Tatsächlich weicht die Impfstrategie des Kantons St. Gallen in Bezug auf die Risikogruppen von jener Liechtensteins ab, wie ein Blick auf den offiziellen Impfplan zeigt. Während in Liechtenstein der Wohnsitz ausschlaggebend für eine Impfung ist beziehungsweise nur Personen geimpft werden, die ihren Wohnsitz auch im Land haben, lässt es die Regelung des Kantons St. Gallen zu, dass auch liechtensteinische Patienten in Schweizer Spitälern geimpft werden können.

    Dem Kanton standen bzw. stehen 17 000 Ampullen des Pfi­zer/Bion­tech-Impfstoffs zur Verfügung. 8000 davon stehen seit dem 11. Januar in Spitälern nicht nur dem Personal, sondern auch den ambulanten Risikopatienten zur Verfügung. Die Frage, wer sich impfen lassen kann, wird in St. Gallen wie folgt beantwortet: «Mitte Januar können unabhängig vom Alter weitere Risikopatientinnen und -patienten mit chronischen Erkrankungen und besonderen Risiken gemäss den Impfempfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit geimpft werden.» Und das ist genau das, was nun in den Spitälern umgesetzt wird. Unabhängig vom Wohnsitz des Patienten.

    St. Gallen startet Impfungen in Praxen
    Wie Liechtenstein weist allerdings auch der Kanton St. Gallen darauf hin, dass der Impfstoff zu Beginn nur in begrenzter Menge vorhanden sein wird.   Dennoch durfte St. Gallen am 19. Januar vermelden, dass er der erste Kanton sein wird, in dem sich Hochbetagte und Risikopatienten wohnortnah impfen lassen können – weil bereits kommende Woche die Impfungen in den Hausarztpraxen starten.

    Dies dürfte damit zu tun haben, dass dann die 11 700 Impfdosen von Moder­na geliefert werden, die in ihrer Aufbewahrung und Aufbereitung weniger aufwendig sind als der Impfstoff von Pfi­zer/Biotech, der – nur als Beispiel – bei minus 40 Grad gelagert werden muss.

    Geteilt: x
CORONAVIRUS, COVID-19, COVID 19, CORONA-IMPFUNG, IMPFUNG, IMPFEN,
Hochrisikopatienten werden in den St. Galler Spitälern geimpft – unabhängig vom Wohnsitz.
Foto: MARTIAL TREZZINI