• 23.04.2021 06:00 | von Desiree Vogt

    Privilegien für Geimpfte in Liechtenstein?

    Die Schweiz entwickelt ein sogenanntes Covid-Zertifikat, welches auch in Liechtenstein geprüft wird.

    Eintritt nur für Geimpfte, Getestete und Genesene: Sobald 40 bis 50 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind, soll es für sie einen selektiven Zugang zu «Orten mit hohem Übertragungsrisiko» geben. Das verkündete der Schweizer Bundesrat am vergangenen Mittwoch. Deshalb wird zur Zeit mit Hochdruck an einer technischen Lösung gearbeitet – der Bund will bis Sommer ein einheitliches, fälschungssicheres und international anerkanntes Covid-Zertifikat entwickeln.

    Das schürt Ängste in jenem Teil der Bevölkerung, der sich nicht impfen lassen möchten. Es wird befürchtet, dass der Impfausweis zur neuen ID wird. Auch sonst hat die gestrige Ankündigung des Schweizer Gesundheitsministers Alain Berset, dass bis Ende Mai keine weiteren Lockerungen vorgesehen sind und nun in drei Phasen vorgegangen werden soll, zu weiteren Fragen und Diskussionen geführt.

    Regierung hält trotz Ankündigung der Schweiz am Fahrplan fest
    Auf Liechtenstein hat dies allerdings keine Auswirkungen, wie Gesellschaftsminister Manuel Frick be­stätigt: «Der von der Regierung angekündigte Fahrplan ändert sich aufgrund des vom Schweizer Bundesrat in die Vernehmlassung gegebenen Drei-Phasen-Modells nicht.» Die Regierung werde die weitere Entwicklung wie angekündigt während eines Zeitraums von drei Wochen ab dem 26. April beobachten und voraussichtlich am 18. Mai über das weitere Vorgehen entscheiden. Was die Privilegien für Geimpfte betrifft: Diese bestehen derzeit in Liechtenstein nicht.

    Ob und in welchen Bereichen dies ab dem Zeitpunkt, ab dem alle die Möglichkeit zur Impfung hatten, punktuell angepasst wird, ist laut Manuel Frick derzeit aber noch offen. Ebenso werde die Anwendung und Ausgestaltung eines digitalen Impf-Zertifikates derzeit geprüft, teilt Frick mit.

    Es formiert sich Widerstand – auch in Liechtenstein
    Dass es einen Impfpass – die EU nennt ihn den «Grünen Pass» – auch in Liechtenstein geben wird, ist bereits heute klar. Und insbesondere für Reisen wird dieser Impfpass zum Teil auch Bedingung sein. Offen ist, ob es für Geimpfte in der Schweiz und Liechtenstein noch weitere Privilegien gibt.

    Dagegen formiert sich auf beiden Seiten des Rheins bereits Widerstand. Es ist von einer «Diskriminierung» von Nicht-Geimpften die Rede. In der Schweiz wird bereits eine Initiative dagegen lanciert, die viele Unterstützer findet. Und auch in Liechtenstein können sich die Mitglieder eines erst vor Kurzem gegründeten Vereins, der sich als Interessensgemeinschaft zur Förderung von Frieden, Freiheit, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung versteht, vorstellen, einen Vorstoss zu lancieren.

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