• 25.10.2020 14:03 | von Julia Kaufmann

    Mini-Museum und charismatische Beiz

    Mit der Beiz «optimum» hat sich Lorenz Ospelt einen Traum erfüllt. In gemütlicher Atmosphäre können dort Oldtimer bestaunt werden.

    Seit der Kindheit zählen Traktoren zu seinen absoluten Lieblingsfahrzeugen. Der Vaduzer Lorenz Ospelt ist mit ihnen aufgewachsen und war immer schon von der Technik der Oldtimer-Modelle fasziniert. Mittlerweile ist Ospelt ein leidenschaftlicher Sammler. Zu seinem Besitz zählte schon so manche Rarität, die er mit viel Liebe hegte und pflegte. Schon  zwei Mal hatte er sich in eine Halle eingemietet, um die Schätze vor Wind und Wetter zu schützen. Und ebenso oft wurde ihm unerwartet der Mietvertrag gekündigt. «Ich wollte mit den Oldtimern kein weiteres Mal auf der Strasse stehen. Deshalb habe ich nur so viele behalten, wie in meine Garage passen.» Heute stehen in dieser noch vier Exemplare, die ihm und seinen Söhnen gehören: Unter anderem ein Traktor der Marke Deutz aus dem Jahr 1941 und einer von Bucher von 1955. Zusammen mit klassischen Mopeds, Fachbüchern über Traktoren, Miniaturmodellen und Garagenschildern gleicht der Raum einem kleinen, aber exklusiven Museum. 

    Der vordere Teil wurde früher von den Söhnen als Partyraum genutzt. Diesem Alter sind sie nun aber entwachsen. Stattdessen lädt die Garage seit vergangenem Jahr zum gemütlichen Miteinander und Verweilen ein. Mit dieser charmanten Quartierbeiz haben sich Lorenz Ospelt und seine Partnerin einen Wunsch erfüllt. 

    Den Raum beleben und Ausstellungsstücke zeigen
    «Ich kenne viele Sammler, die ihre Traktoren unter Verschluss halten. Jedoch wollte ich, dass die Menschen meine Landmaschinen anschauen können. Schliesslich zählen sie zu den Kulturgütern des Landes, die es auch zu erhalten gilt», erklärt Ospelt. Da jedoch kaum einer extra gekommen sei, nur um kurz einen Blick auf seine Sammlung zu werfen, hatte er die Idee: Eine Kombination aus Mini-Museum und Gastronomie. Gesagt, getan. Die nötigen Bewilligungen einzuholen war für den Vaduzer nicht schwierig. Er hat die Wirteprüfung seit über zehn Jahren und das Gebäude im Mitteldorf verfügt seit seiner Fertigstellung über eine Gewerbenutzung. «Es handelt sich hierbei um eine alte Schreinerei, die 1908 nach dem Altenbachbrand erbaut wurde und seither in Familienbesitz ist», erklärt der Vaduzer.

    Ohne gross die Werbetrommel zu rühren, wurde die Quartierbeiz im Sommer 2019 eröffnet. Seither habe sich eine tolle Eigendynamik entwickelt. «Ich hätte nicht gedacht, dass gleich so viele Gäste immer wieder kommen und noch dazu stetig neue Besucher den Weg zu uns ins Mitteldorf finden.» Geöffnet hat das Lokal jeweils am 1. und 
    3. Samstag im Monat von 10 bis 22 Uhr. «Allerdings», ergänzt Lorenz Ospelt, «kommt es manchmal auch vor, dass wir die Türe erst um Mitternacht hinter uns schliessen». 

    Die Gäste werden in der charmanten Beiz ausserdem auch kulinarisch verwöhnt. Den Schinken-Käse-Toast gibt es immer, der Kuchen sowie das Menü variieren und sollen jeweils eine Überraschung für die Besucher sein. «Meine Partnerin hat hier den Lead und lässt sich immer wieder etwas einfallen.» So gibt es beispielsweise Gulasch mit Knöpfle, Chili con Carne oder verschiedene Suppen-Variationen. «Eine Anmeldung braucht es nicht. Jeder ist herzlich willkommen.» 

    «Langeweile kommt bei uns nicht auf»
    Die Betreiber der Quartierbeiz sind beide berufstätig. «Wegen des Geldes machen wir das hier nicht», stellt der Vaduzer klar. Viel eher ist das Lokal eine Leidenschaft der beiden, die allerdings auch viel von ihnen abverlangt. So opfern sie jeweils ihre Freizeit, um die Gäste zu verwöhnen. Ob Lorenz Ospelt schon einmal daran gedacht hat, die Beiz zu schliessen? «Überhaupt nicht! Wir haben grosse Freude damit, schätzen die Begegnungen sehr und führen jedes Mal interessante und unterhaltsame Gespräche. Wie man sieht: Uns wird nie langweilig», sagt er. 

    Wenn Lorenz Ospelt Ende des nächsten Jahres in die Frühpension geht, wolle er das Lokal noch regelmässiger öffnen. Welche Änderungen dann noch auf ihn und die Quartierbeiz zukommen, weiss er momentan noch nicht. «Das wird sich mit der Zeit zeigen.» 

    Auch Hausflohmarkt nimmt Fahrt auf
    Nebst den Oldtimern brennt das Herz von Lorenz Ospelt noch für eine weitere Tätigkeit: Flohmärkte. Gemeinsam mit seiner Partnerin ist er ein leidenschaftlicher Sammler, das ist auch im Eingangsbereich der Beiz gut ersichtlich. Dort findet sich nämlich ein grosses Regal gefüllt mit Funden ihrer letzten Flohmarktbesuche. «Ebenso wie die Quartierbeiz Fahrt aufgenommen hat, kommen auch immer mehr Menschen, um Antiquitäten zu kaufen», freut sich der Vaduzer.

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