• 23.10.2020 06:00 | von Julia Kaufmann

    Heliport: Kriegsbeil noch nicht begraben

    Anfang Oktober trafen sich die Betreiberfirma des Heliports Balzers und der Gründer der IG Fluglärm vor Gericht. Es kam zum Vergleich.

    Mehrere Male soll René Pawlitzek, Gründer der Interessensgemeinschaft «IG Fluglärm Balzers», das Areal des Heli­ports Balzers betreten und unter anderem Mitarbeitende der dort stationierten Unternehmen mit seinen Argumenten konfrontiert haben. Diese beziehen sich vor allem auf die zunehmenden Lärmemissionen und die Gefährdung des Grundwassers, die gemäss der IG von den Firmen verursacht werden. Diese «Halb- und Unwahrheiten», wie entsprechende Argumente wiederum vom stellvertretenden Basisleiter René Stierli bezeichnet werden, finden sich auch auf der Webseite der IG. Für die Betreiberfirma des Heliports war das Mass damit nun endgültig voll. Sie brachte beim Landgericht eine Unterlassungsklage gegen René Pawlitzek ein.

    Da ein persönliches Gespräch zwischen den beiden Parteien schlichtweg unmöglich war, standen sie sich Anfang des Monats vor Gericht zum ersten Mal persönlich gegenüber. Obwohl die rund einstündige Verhandlung mit einem Vergleich endete, hat es seither keine Entspannung der festgefahrenen Situation gegeben. «Das wird auch nicht so schnell passieren», ist Stierli überzeugt.

    «Wir wollen ihn nicht mehr auf dem Areal haben»
    «Der Vergleich bezieht sich einzig darauf, dass Herrn Pawlitzek nicht nachgewiesen werden konnte, dass er sich am 8. Au­gust dieses Jahres auf dem Areal des Heliports aufgehalten hat. Damit stand Aussage gegen Aussage», erklärt der stellvertretende Basisleiter. Doch das sei letztlich gar nicht von Bedeutung. «Wichtig ist vielmehr, dass wir Herrn Pawlitzek nicht mehr auf dem Areal des Heliports haben wollen. Vor allem nicht dann, wenn er mit seinen Aktivitäten so weitermacht wie bisher», sagt René Stierli und spricht damit die Anschuldigungen an, die nach wie vor auf der Webseite der IG Fluglärm Balzers aufgeschaltet sind.

    Im Rahmen des Vergleichs hat sich René Pawlitzek nun verpflichtet, die Parzellen des Heliports weder zu betreten noch zu befahren. «Sollte er dagegen verstossen», betont René Stierli, «würden wir umgehend die entsprechenden rechtlichen Schritte gegen ihn einleiten.» Ausserdem behält sich die Betreiberfirma vor, den Gründer der IG Fluglärm Balzers wegen weiteren rechtswidrigen Handlungen oder Äusserungen aussergerichtlich oder allenfalls auch gerichtlich zu belangen.

    Streit hat sich immer mehr zugespitzt
    Gegründet wurde die IG Fluglärm Balzers, kurz nachdem im Dezember 2018 der Rettungshelikopter «Christoph Liechtenstein» der AP3 Luftrettung in Dienst gestellt wurde. Seit Mai 2019 legt die Interessensgemeinschaft ihre Sicht der Dinge auf der entsprechenden Webseite dar.

    Der Streit zwischen den beiden Parteien hat sich mit der Zeit immer mehr zugespitzt, die Anschuldigungen seitens der IG wurden stetig schwerwiegender. Die Betreiberfirma betont hingegen weiterhin, dass diese haltlos sind und sie nichts zu verbergen hätten.

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