• 23.10.2020 06:00 | von Julia Strauss

    Eschen erhält Label "Kinderfreundliche Gemeinde"

    Unicef-Vertreter Peter Beck überreicht der Gemeinde Eschen-Nendeln das verpflichtende Label "Kinderfreundliche Gemeinde".

    Bei einer kleinen Feier im Foyer des Gemeindesaal Eschen überreichte der mandatierte Vertreter von Unicef Schweiz und Liechtenstein, Peter Beck, der Gemeinde das Prozesslabel «Kinderfreundliche Gemeinde». Die Auszeichnung verpflichtet die Gemeinde, die beschlossenen Massnahmen in den nächsten vier Jahren umzusetzen. Zu den bereits umgesetzten Massnahmen zählen eine Buslinie, mit der die Kinder besser in ihre Wohnquartiere kommen und ein Pumptrack.

    Aktionsplan ist kein verschwindender Papiertiger
    Der Weg zur Labelzertifizierung fing schon vor über zwei Jahren mit einer Standortbestimmung und durchgeführten Workshops an. Vor einem Jahr wurde dann vom Gemeinderat ein Aktionsplan mit zahlreichen Massnahmen verabschiedet.

    Vorsteher Tino Quaderer blickt zurück: «Dieser Plan ist aufgrund eines Partizipationsprozesses entstanden, den wir mit rund 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen bei uns im Dorf erarbeitet haben.» Die Kinder konnten Anregungen mit einbringen, was ihnen an der Gemeinde gefällt und was noch zu Verbessern ist. So konnten die Verantwortlichen erkennen, wie Kinder die politischen Prozesse sehen: «Wir als Politiker haben gelernt, dass wir uns mehr in die Köpfe der Kinder und Jugendlichen hineinversetzen müssen.»Dass der Aktionsplan nicht nur ein Papiertiger ist, der verabschiedet wird und dann in der Schublade landet, freut Quaderer besonders: «Von den rund 20 Massnahmen wurden innerhalb des letzten Jahres schon 65 Prozent umgesetzt.» Dazu gehören auch ein Snackautomat auf dem Dorfplatz oder eine Ideen-Box für die Kinder. Für Quaderer ist das Label aber nur ein Nebeneffekt, denn «wir können so sehen, was die Kinder wirklich beschäftigt.»

    Kinder sind Experten in eigener Sache
    Peter Beck von Unicef Schweiz-Liechtenstein  gibt den Kindern und Jugendlichen einen wichtigen Tipp mit: «Nachdem schon 65 Prozent der Ziele erreicht sind, kann man jetzt anfangen, Neues zu fordern. So funktioniert das in der Politik auch.» Beck hält Kinder für Experten in eigener Sache, denn sie wissen, wo attraktive Spiel- und Grünplätze sind und helfen in der Umsetzung gerne mit. Ausserdem finden sie unkonventionelle Lösungen.

    Für die Feierlichkeiten war ein grosses Fest mit 300 Kindern und Jugendlichen geplant. Wegen der Corona-Situation durften Ruben und Thomas ihre Mitschüler vertreten. Die Beiden freuen sich vor allem über den Snackautomat und wünschen sich «eine Rutschbahn beim Sportplatz und dass der Spielplatz erneuert wird.»

    Zusätzlich zur Stärkung der Partizipationsstrukturen für Kinder aller Altersstufen empfiehlt Unicef, besonders im Hinblick für einen sicheren Schulweg eine Überprüfung der Verkehrssicherheit vorzunehmen. Insgesamt sind bereits 43 Städte und Gemeinden mit dem Label ausgezeichnet. Neben Eschen-Nendeln trägt Ruggell seit zwei Jahren das Label.

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