• 19.01.2021 06:00 | von Desiree Vogt

    Corona-Impfung im Land – das müssen Sie wissen

    Das Impfzentrum auf dem Spoerry-Areal steht bereit. 500 Impfungen täglich sind möglich. Wir haben die wichtigsten Infos rund um die Impfung zusammengestellt.

    Wer sich im Rahmen des Fahrplans der Regierung (siehe unten) impfen lassen möchte, sollte schon mal sein Impfbüchlein suchen. Denn nur damit sowie mit seiner ID kann man im Impfzentrum in Vaduz «einchecken». Nicht nur dieses Wort erinnert übrigens an einen Flughafen, sondern auch alles rund um das Impfzen­trum. Im Eingangsbereich weisen mit Gurten verbundene Abgrenzungspfosten den Weg zum Check-in, bevor Impfwillige via Pfeilen zu den Impfkabinen geführt werden. Anschliessend dürfen sie im Wartebereich noch 15 Minuten Platz nehmen, damit das medizinische Personal ausschliessen kann, dass jemand allergisch auf die Impfung reagiert. Bei der letzten Station erhalten die Geimpften schliesslich einen Stempel in den Impfpass. Eben wie bei einer Reise. Es ist in diesem Fall zwar nur eine ganz kurze. Aber eine umso wichtigere im Kampf gegen Corona.

    «Mutationen sind durch Impfung abgedeckt»
    Die Fallzahlen haben sich in den letzten Tagen gemäss Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini gut entwickelt, man befinde sich auf dem Niveau der Zahlen vom vergangenen Oktober. Trotzdem wurden die Massnahmen aufgrund einer Mutation des Virus bis Ende Februar verlängert bzw. gar verschärft. Pedrazzini blickte erneut auf das «Angstbeispiel» Irland, wo man glaubte, die Lage im Griff zu haben, die Zahlen aufgrund der Mutation aber sprunghaft angestiegen sind. Insofern stellt sich die wichtige Frage, ob diese Impfung nun auch gegen die englische bzw. auch die nun aufgetauchte südafrikanische Mutation hilft. Gemäss Pedrazzini sind diese Mutationen «abgedeckt». Zudem könne der Impfstoff jederzeit  einfach «nachgestellt» werden.

    Wie sieht der Terminplan aus? Wann werde ich geimpft?
    Bis Mitte nächster Woche werden jetzt sämtliche impffähigen bzw. impfwilligen Bewohner aller Alters- und Pflegeheime durchgeimpft. Bis Ende Januar wird zudem das exponierte Personal der medizinischen und pflegerischen Grundversorgung geimpft. Neben Ärzten sowie den medizinischen Praxisassistenten gehören auch das Personal des Landesspitals und der Familienhilfe sowie die Zahnärzte zu dieser Gruppe. Anfang Februar stehen dann Impfun­gen für Personen über 85 Jahren zur Verfügung. Der weitere Fahrplan sieht vor, dann die Altersklassen 80+, dann 75+ und 70+ zu impfen. Anschliessend sind die Risikogruppen unter 70 an der Reihe. Voraussichtlich ab April erhält dann die allgemeine Bevölkerung die Gelegenheit, sich impfen zu lassen. Für alle Personen sind zwei Impfungen mit einem Abstand von drei bis vier Wochen notwendig. Sollten sich die Produktionskapazitäten verändern, sind Abweichungen möglich.

    Wie und wo kann ich mich melden, wenn ich geimpft werden möchte?
    Sobald die Liefersituation des Impfstoffs es erlaubt, werden die verschiedenen Altersgruppen zur Anmeldung aufgefordert. Es werden in allen elf Gemeinden des Landes Telefonnummern bekanntgegeben und freigeschaltet bzw. Hotlines eingerichtet. Nach der Altersgruppe 85+ werden Termine für Personen über 80 und 75 Jahren freigegeben. Auch für sie ist eine telefonische Anmeldung vorgesehen. Für Personen unter 75 Jahren soll die Anmeldung dann online erfolgen. 

    Wie viel Impfstoff steht derzeit zur Verfügung?
    Mit der derzeitigen Lieferplanung können alle Personen bis in die vierte Prioritätenkategorie (75+) geimpft werden. 

    Mit welchem Impfstoff werden wir überhaupt geimpft?
    Derzeit verfügt Liechtenstein über den Impfstoff von Pfizer/ Biontech und verimpft diesen auch. In der kommenden Woche wird gemäss Mauro Pedrazzini der Moderna-Impfstoff geliefert.

    Ist es egal, welchen Impfstoff ich erhalte? Wirken beide gleich?
    Die beiden Impfstoffe von Moderna und Pfizer/Biontech sind sich sehr ähnlich bzw. sie arbeiten mit derselben Technik. Sie verwenden einen neuen An­satz, die sogenannte mRNA-Technologie. Im Impfstoff ist die mRNA in mikroskopisch kleinen Fettkügelchen gebettet. Sie sorgen dafür, dass die mRNA in die Zellen der Geimpften gelangt und so «Informationen» überbringt. Die mRNA-Impfstoffe regen in den Zellen die Bildung eines Corona-charakteristischen Eiweisses an, gegen das der Körper Antikörper bildet. Beide mRNA-Impfstoffe sind hochwirksam, ihre Schutzwirkung beträgt etwa 95 Prozent. Beide müssen in zwei Dosen im Abstand von drei bis vier Wochen verab­reicht werden. Unterschiede gibt es gemäss Experten nur ­bezüglich der Lagerung der beiden Impfstoffe. 

    Ist die Impfung auch ­gegen das bereits mutierte Virus wirksam?
    Nach dem jetzigen Kenntnisstand sind auch die bisherigen Virusmutationen abgedeckt.

    Wie weiss ich, ob ich allenfalls allergisch gegen die Impfung bin?
    Der Bestandteil des Impfstoffs, der in Ausnahmefällen allergische Reaktionen auslösen kann, ist ein Stoff, dem man im Alltag nicht in dieser Form begegnet. Wer also bspw. auf Bienen, Wespen, Pollen oder Lebensmittel allergisch reagiert, kann die Impfung trotzdem machen.

    Schützt der Impfstoff nur mich oder auch andere?
    Die Impfstoffversuche zeigen, dass Menschen nicht mehr symptomatisch erkranken. Ob die Impfung auch eine Ansteckung verhindert, ist noch unklar.

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