• 28.02.2021 12:00

    Deepfakes – die perfekte Täuschung

    Dank neuster Technologie wie der künstlichen Intelligenz ist es möglich, Videos zu faken. Dies kann sehr gefährlich werden – nicht nur für einzelne Personen, sondern auch für die Gesellschaft.

    Mit der Technologie von Deepfake ist es möglich, Videos zu verfälschen. Dabei wird das Gesicht einer Person analysiert, die bestimmte Worte sprechen soll. Das Gesicht dieser Person bewegt sich durch die Manipulation dann so, als ob sie die Worte wirklich sagen würde. Ein weiteres Programm imitiert die Originalstimme und fertig ist das perfekte Deepfake-Video.

    Was erst lustig klingt, kann auch gefährlich werden

    Das Potenzial zum Missbrauch ist gross. Deepfakes werden immer raffinierter und realer, sodass sie kaum mehr von «echten» Videos zu unterscheiden sind. Man stelle sich vor, ein Trump-Gegner erstellt ein gefaktes Video, in dem Donald Trump beispielsweise sagt, es würde ihn nicht kümmern, ob die Menschen eine Arbeit haben oder nicht. So ein Video würde sich sehr schnell verbreiten und die meisten würden nicht merken, dass es eine Fälschung ist. Eine solche Aussage wäre mit sehr viel Emotionen verbunden und könnte eine heftige Reaktion der Empörung hervorrufen. So hätte dies zu einem Wahlnachteil für Trump werden können. Im Moment ist es kaum möglich, richtig gut erstellte Deepfakes von realen Videos zu unterscheiden. Nicht einmal Computerprogramme können zum jetzigen Zeitpunkt diesen Unterschied zuverlässig erkennen. Es wurden zwar bereits einige Tools vorgestellt, jedoch noch keines veröffentlicht.

    Rufschädigung 

    Deepfakes kommen nicht nur in gewöhnlichen Videos vor. Ein niederländisches Unternehmen untersuchte rund 15 000 Deepfakes. 96 Prozent betrafen  Pornografie – in den meisten Fällen wurden die Gesichter von Hollywoodschauspielerinnen oder berühmten Popsängerinnen in Sexfilme eingefügt. Wird das Video nicht als Fälschung erkannt, könnte dies den Ruf der betroffenen Person komplett ruinieren. Auch Privatpersonen wurden schon Opfer von Deep­fake-Pornos – sei es aus Rachegelüsten, Hass oder Neid. 

    Gefahren für die Gesellschaft

    Abgesehen von den individuellen Schäden könnten auch gravierende gesellschaftliche Veränderungen rascher auftreten. Es wird immer schwieriger, zwischen Wahrheit und Falschaussage zu unterscheiden. Auch Videos helfen da nicht mehr viel. Politiker könnten in Situationen gebracht werden, in denen sie niemals waren. Derzeit stehen im Netz ausreichend Bildmaterialien von Personen des öffentlichen Interesses zur Verfügung. Doch auch Privatpersonen stellen immer mehr Bilder und Videos von sich ins Netz. Dass sie aber das Risiko massiv erhöhen und Gefahr laufen, selbst Opfer von Deepfakes zu werden, ist den meisten gar nicht bewusst. (Jugendreporter Severin)

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