• 19.10.2020 07:00 | von Bettina Stahl-Frick

    Kommt die generelle Maskenpflicht auch im Land?

    Der Bundesrat hat die Massnahmen verschärft. Nun prüft Liechtenstein, welche Regeln übernommen werden.

    «Der starke Anstieg der Fallzahlen in den vergangenen Tagen ist besorgniserregend», schreibt der Schweizer Bundesrat in seiner Medienmitteilung. Daher haben sich die Politiker gestern zu einer ausserordentlichen Sondersitzung getroffen und die Massnahmen verschärft: Neu gilt in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen eine Maskentragpflicht. Zum Beispiel in Geschäften, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Museen, Bibliotheken, Kinos, Theatern, Konzertlokalen, Restaurants, Bars, Discos, Spielsalons, Hotels, in den Eingangs- und Garderobenräumen von Schwimmbädern, Sportanlagen und Fitnesszentren, in Arztpraxen, Spitälern, Kirchen und Beratungsstellen.

    Ausserdem sind spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten. Der Bundesrat hat zudem die «Covid-19-Verordnung besondere Lage» mit einem Absatz zum Homeoffice ergänzt. Arbeitgebende sind demnach verpflichtet, die Homeoffice-Empfehlungen des Bundesamtes für Gesundheit zu beachten. «Mit dem Arbeiten zu Hause können grössere Menschenansammlungen vor allem zu Stosszeiten vermieden und enge Kontakte am Arbeitsplatz reduziert werden», schreibt der Bundesrat. Die neuen Regelungen gelten ab heute, Montag. 

    Liechtenstein prüft nun die Massnahmen der Schweiz
    Die Regierung in Liechtenstein hat bereits am Donnerstag die Massnahmen der aktuellen Lage angepasst. «Wir haben gesehen, dass die Infektions­zah­len ansteigen und wollten ohne Verzögerung handeln», sagt Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini auf An­frage.

    Doch nun muss die Re­gie­rung erneut über die Bücher. Zwar sind die Massnahmen ähnlich wie jene in der Schweiz, die grosse Ausnahme bildet jedoch die generelle Maskenpflicht in allen Innenräumen, die ab heute in der Schweiz gilt. Hierzulande wird das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit bislang von der Regierung le­dig­lich empfohlen. «Wir werden die vom Bundesrat ergriffenen Massnahmen nun prüfen und entscheiden, welche wir übernehmen und in welcher Form wir sie übernehmen», so Mauro Pedrazzini. «Es sollte zwischen der Schweiz und Liechtenstein kein star­kes Regelungsgefälle geben, um Ausweichreaktionen zu verhindern.»

    Unter anderem werde die Regierung in den nächsten Tagen nun über eine generelle Maskenpflicht zu entscheiden haben. 

    Wichtig: «Dasselbe Niveau an Massnahmen umsetzen»
    Es scheint wahrscheinlich, dass nun auch Liechtenstein die Massnahmen anpasst. Denn das über den Zoll­vertrag geregelte schweizerische Epidemiengesetz gilt auch in Liechtenstein. Wie allerdings Mauro Pedrazzini sagt, hat Liechtenstein die Verordnung des Bundesrats zum Epidemiengesetz immer autonom nachvollzogen und sowohl auf dieses Gesetz als auch auf eigene inländische Gesetze gestützt, wie im Ingress zur Verordnung ausgeführt werde.

    «Dabei sind wir nicht immer ganz genau wie die Schweiz verfahren», so Pedrazzini. «Wichtig ist aber, dass wir im Effekt dasselbe Niveau an Massnahmen umsetzen.» Dies nicht nur aus rechtlichen Grün­den – «sondern vor allem auch, um uns nicht dem Vorwurf auszusetzen, dass wir weniger gegen die Ausbreitung der Krankheit unternehmen als die Schweiz.» Gerade wenn Patienten mit schweren Verläufen in der Schweiz behandelt werden müssten.

    «In den nächsten Wochen sollte auf alle nicht unbedingt nötigen Sozialkontakte verzichtet werden, auch bei der Arbeit», appelliert der Gesundheitsminister an die Bevölkerung und empfiehlt daher das Homeoffice. Sitzungen sollten mittels Videokonferenzen durchgeführt werden.

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